Beyond Budgeting - powered by the BetaCodex Network

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  • Niels Pflaeging
    Niels Pflaeging    Premium Member   Group moderator
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    Anreizung gehört verboten!
    Zwei Meldung aus der heuigen Presse, die mich wieder daran erinnern, dass bislang kaum richtig NACHGEDACHT wird über Vergütung. Es wird viel geschrieben, aber wenig gedacht. Und es fehlt die Einsicht, dass ANREIZE per sé ein Verbrechen an der Menschheit sind, dass man sie verbieten sollte und auch verbieten könnte.
    Man könnte nämlich "Fixierte Leistungsverträge" per Gesetz verbieten! Schon mal drüber nachgedacht?

    Über die Commerzbank, 19.2.09

    Auch wenn es in den USA einige gegeben habe, die es übertrieben hätten - Boni per se seien nichts schlechtes, suchte Strutz die Vergütungsstrukturen in der Branche zu verteidigen.
    Mitarbeiter sollten auch künftig am langfristigen Unternehmenserfolg beteiligt werden.
    Allgemein verringerten sich bei der Commerzbank die prozentualen Einschnitte im Geldbeutel mit der Hierarchieebene und fielen bei Mitarbeitern auf Tarifebene "gering" aus, so Strutz weiter.

    Über die Postbank, 19.2.09

    Der Postbank-Vorstand verzichtet für das Verlustjahr 2008 auf Bonuszahlungen. Das kündigte Vorstandschef Wolfgang Klein am Donnerstag in Frankfurt an. "Für den Postbank-Vorstand wird es keinen Bonus geben", sagte Klein. Auch eine Dividende will die Bank für das vergangene Jahr nicht zahlen.
    Anderen Top-Managern will das Geldhaus dagegen noch einen Bonus zahlen. "Für unsere Führungskräfte möchte ich die gute Gewohnheit beibehalten, dass wir die Verträge, die wir mit ihnen geschlossen haben, auch einhalten." Allerdings werde die variable Vergütung für die Beschäftigten sinken. "Die Tatsache, dass wir Verluste ausweisen müssen, wird jeder Mitarbeiter spüren - aber in einer sinnvollen Weise", sagte Klein. Bei Führungskräften betrage die Bonuskomponente am Gesamtgehalt 40 Prozent.

    Gruss,
    Niels
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  • Johannes Soares Lago Goertz
    Johannes Soares Lago Goertz    Premium Member
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    Re^2: Anreizung gehört verboten!
    Hallöchen,

    als interessierte Mitleser und nicht beyond-budgeting-Speziallist möchte ich nur einen kurzen Einwurf machen:

    Der Begriff "fixierte Leistungsverträge" erscheint mir mehr als ausreichend erklärt in den unterschiedlichsten Quellen beim Beyond Budgeting.

    Was die sogenannte Anreizung betrifft. das ist in der Tat ein - sagen wir mal - spannendes Thema. Die Modelle, die mir da über den Weg gelaufen sind, haben den Nachteil, dass diese meines Erachtens einfach nicht ausreichend waren. Die sind nämlich meistens "eindimensional".

    Bekanntestes Beispiel: Es wird gerne ein Gehalt vereinbart, und dieses soll dann in einen sog. festen oder fixen Teil aufgeteilt werden und in den sogenannten variablen Teil. Letzerer wird dann von wie auch immer gearteten Zielvorgaben abhängig gemacht.

    Nur, zum einen: wenn ich ein Gehalt vereinbare, rede ich über mein monatliches Gehalt, nix fix, fest oder variabel. Darüber hinaus kann man dann über Bonus sprechen. Der mag und wird dann variabel sein.

    Zum zweiten: Das Problem Zielvorgabe: da legt jemand diese fest und daran ausgerichtet werden dann die variablen Gehaltsbestandteile. Tja, schön, wenn man eine Glaskugel hat und vorhersehen kann, wie die Welt sich entwickelt. Unschön, dass sich Märkte, Kunden und die Welt nicht an Pläne hält. Aber wenn eineZielvorgabe ein bestimmtes Handeln abverlangt, dann interessieren Kunden nur in dem Sinne, dass die Zielvorgabe erreicht wird.

    Man möge auch bitte nicht das Wort Zielvorgabe durch Zielvereinbarung ersetzen; denn das hab ich bestenfalls in der Theorie erlebt, dass Ziele für variable Gehaltsbestandteile vereinbart werden - in der Praxis aber nicht. Da wollen wir doch bitte ehrlicherweise von Zielvorgabe reden.

    Nun möge jedes Unternehmen das bekommen, was es verdient. Schlimm ist nur, dass in vielen Fällen auch andere die Auswirkungen auszubaden haben.

    Anstatt sich nun auf unselige 25%-Rendite-Ziele zu stürzen, hätte sich mancher Banker und Analyst vielleicht besser damit getan, sich mit der wirtschaftlichen Realität zu befassen. Und da sind 25%-Rendite-Ziele wohl kaum normal... und wenn jemand, zur Erreichung dieses Zieles, spekuliert, dann ist das genau eine Folge solcher Zielvorgaben, mögen diese nun explizit formuliert oder implizit erwartet werden...

    So, jetzt mögen die Herren Profis mir mal erklären, was an Zielvorgaben gut sein soll, wie man die Zukunft vorhersehen kann und wie vermieden wird, dass durch Zielvorgaben am Markt und teilweise wohl sehr an der Realität vorbei agiert wird.

    Schönen Gruß ans Forum... Johannes Soares Lago Goertz

    P.S.: mir geht es nicht darum, keine Ziele zu haben. Ziele und Pläne habe ich als Einzelperson und das Unternehmen ja auch. Aber diese muss ich permanent prüfen, da sich die Umwelt nun mal dynamisch ändert. Ggf. passe ich Ziele an, ich richte sie neu aus. Aber daraus konkrete variable Gehälter abzuleiten auf ein konkretes Ziel hin, welches ich gar nicht kennen kann und welches mit Daten aus der Vergangenheit in der Gegenwart für die Zukunft geplant wird, das geht mir nicht in den Kopf rein...
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  • Johannes Soares Lago Goertz
    Johannes Soares Lago Goertz    Premium Member
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    Re^4: Anreizung gehört verboten!
    ups, da muss ich meinen Spickzettel verstecken ;-)...
  • Niels Pflaeging
    Niels Pflaeging    Premium Member   Group moderator
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    Re^2: Anreizung gehört verboten!
    Lieber Herr Fausten,

    Herzlichen Dank für ihren engagierten Einspruch.
    Ich verstehe gut, dass mein Posting, auf das sie reagieren, aus ihrer Sicht nicht nur polemisch, sondern ein stückweit "substanzlos" wirkt. Das kommt wahrscheinlich daher, dass sie den Kontext nicht kennen.
    Für den möchte ich hiermit sorgen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihr Blick auf das Thema und auf meine Forderung nach "Verbot fixierter Leistungsverträge", die in der Tat, wie der Kollege Goertz schrieb, ein "fundiertes und in der Literatur bekanntes Konzept" sind.
    Weil es eben dieses Fundament gibt - auch dargelegt in vielen Threads hier im Beyond-Budgeting-Forum, deswegen bin ich auch ganz entspannt.

    Ich möchte mal mit einem Zitat aus einem Forumsbeitrag von vor einem Jahr von mir beginnen:

    Die aktuelle Diskussion um Unternehmensleistung widersprechende und gar unethische Bonuszahlungen bei Finanzdienstleistern unterstreicht die seit 10 Jahren von der Beyond-Budgeting-Bewegung artikulierte Forderung nach der Abschaffung "fixierter Leistungsverträge" in Organisationen. Dem Beyond-Budgeting-Modell zufolge führt jede Kopplung individueller Ziele an Vergütung (Boni, Incentives, Anreize) zu schädlichem Verhalten. Die Lösung: Eine konsequente Trennung von Zielen und Vergütung, und damit die Schaffung "relativer" Ziele und Leistungsverträge, die keinerlei Anreiz zu egoistischem, kurzfristigem und unethischem Verhalten geben. Relative Ziele bedeuten eine radikale Abkehr von Incentives, "Soll-Ist-Vergleichen" und einem Management per Weisung und Kontrolle. Vielmehr fördern relative Leistungsverträge den Blick auf den externen Wettbewerb, stärken Transparenz und Gruppendruck und fordern Teams zu kontinuerlicher Verbesserung gegenüber "Ist-Maßstäben" heraus. So führt Beyond Budgeting zu ethischem Verhalten in Organisationen. Weitere Informationen z.B. im Buch "Führen mit flexiblen Zielen" (Campus 2006/2008).

    In diesem Absatz sind die wesentlichen "Elemente" fixierter und "relativer" Leistungsverträge bereits beschrieben bzw. angedeutet:

    Fixierte Leistungsverträge (Weisung und Kontrolle)
    - Philosophie der Anreizung und Wunsch nach Verhaltenssteuerung seitens des Management, Taylorismus
    - koppeln individueller Ziele an Vergütung (Boni, Incentives, Anreize)
    - reizen zu schädlichem Verhalten an

    Relative Leistungsverträge (Beyond Budgeting):
    - Philosophie des Empowerment, der unternehmerischen Herausforderung, Humanismus,
    - konsequente Trennung von Zielen und Vergütung,
    - keinerlei Anreiz zu egoistischem, kurzfristigem und unethischem Verhalten
    - radikale Abkehr von Incentives, "Soll-Ist-Vergleichen" und einem Management per Weisung und Kontrolle.
    - Blick auf den externen Wettbewerb, Transparenz und Gruppendruck, Herausforderung gegenüber "Ist-Maßstäben"
    - Beispiele: Toyota, DM drogerie markt, Southwest Airlines, Google, Handelsbanken, Egon Zehnder, ... viele Beispiele aus "BrandEins"...

    Mehr zum Thema finden Sie in meinen Veröffentlichungen, oder in allen möglichen Quellen zum Beyond Budgeting:
    http://www.metamanagementgroup.com/pdf/ControllingBerater-Re...
    oder http://www.metamanagementgroup.com/pdf/changex-gehalteteuchf...

    Herr Fausten, ihre Einwände gegen meine Behauptung "ANREIZE sind per sé ein Verbrechen“ finde ich sehr spannend. Gerne dürfen sie meine Worte auf die Goldwaage legen! Vielleicht gehören sie ja da hin, haha! ;-)
    Natürlich bin ich mir gewusst, dass Anreizung in Organisationen juristisch bislang kein Verbrechen ist. Das zum Ersten.
    Ich behaupte aber, Anreizung führt dazu, dass Menschen nicht wie Menschen behandelt werden. Regelmässig. Und dann könnte man im Umkehrschluss daraus machen: Das ist gegen die Menschlickeit. Und damit unmoralisch. Und damit im Prinzip verbrecherisch.
    Dass das bislang kaum jemand so sieht, das ist meiner Ansicht nach ein Teil des Problems mit "Management" im Allgemeinen.

    Ihren Hinweis auf die Wissenschaften finde ich sehr lobenswert. Und ich gehe da gerne einmal etwas in die Tiefe.
    Zur Klärung: Überlegungen, die vor die Zeit des sog, Beyond Budgeting zurück reichen, mache ich mir ziemlich viel (lässt sich auch in meinen Publikationen nachvollziehen). Ich habe mich intensiv mit Humanismus, Systemtheorie, Motivationstheorie, Verhaltenswissenschaften, Gehirnforschung, Psychologie, usw. beschäftigt. Und überalll finde ich dort die gleichen Aussagen (zumindest da wo es seriös zugeht): Man kann Menschen nicht motivieren. Nur demotivieren und kontrollieren. Menschen SIND motiviert. Anreizung dient weder dem Wohl des Systems, noch dem des Einzelnen. Anreize und Anreizung führen NICHT zu höherer Leistung.

    Im Übrigen halte ich die Prinzipal-Agenten-Theorie für einen Denkfehler. Diese Debatte zur P-A-Theorie hatten wir hier im Forum auch schon mal. Kurze Darstellung aus moderner, zeitgenössischer Sicht: Die P-A-Theorie setzt eine Trennung zwischen Denken und Handeln voraus - das ist aber gewissermassen schon obsolete Ideologie (Descartes, Newton, Taylor usw.). Aus einer systemischen Denke heraus kann man über die P-A-Theorie mit ihren mechanistischen Prämissen eigentlich nur lachen.
    Dass wir beide im Studium damit gequält wurden (und ich sie sogar in Prüfungen runterleiern musste, wie ich mich gerade entsinne) macht das Konzept auch nicht relevanter!

    Sie schrieben im Kontext:
    "So kann man m.E. Anreizsysteme nicht seriös ablehnen, ohne zuvor ein paar Worte über grundlegende Überlegungen der Institutionenökonomik (Prinzipal-Agent-Theorie) und der Organisationstheorie (Anreiz-Beitrags-Theorie) verloren zu haben." Nun, ich behaupte, dass sie hier eine selbstrefernzielle Logik anführen. In der Tat: Wären die beiden Theorien, die sie nennen, korrekt, dann könnte man Anreizsysteme nicht ablhenen, denn sie basieren ja just auf dieser Theorie.
    Das ist aber auch schon alles! Es gibt eben auch andere Theorien. Ganz besonders empfehle ich dazu Autoren wie Fredrick Herzberg, Douglas McGregor, Jeffrey Pfeffer, Reinhard Sprenger, Alfie Kohn und viele andere mehr.

    Freue mich auf die weitere Debatte und hoffe, die "Prüfung" ist jetzt vorbei und wir können wieder alle miteinander auf Augenhöhe miteinander umgehen! ;-)

    Beste Grüsse,
    Niels Pfläging
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    Aleksandra Druzenko
    (not a XING member)
    Re^4: Anreizung gehört verboten!
    Sehr geehrter Herr Fausten,

    ich verstehe, dass Sie eine Antwort von Niels Pfläging erwarten, aber da Sie es auf einem offenen Forum tun, sind Sie selber Schuld: Ich schreibe nämlich auch was.

    Erstens, zu Ihrem Kommentar zu den Folgen des Abschaffens von fixierten Leistungsverträgen. Meinen Sie wirklich, dass die Gesetze sich nicht ändern lassen? Eine schöne Vorstellung. Dann sind die Parlaments in jedem Staat eben eine Verzierung, damit das Gebäude nicht leer steht.

    Die Rolle des Oberlehrers kann natürlich Spaß machen, aber da Sie noch nie was von fixierten Leistungsverträgen gehört haben, schlage ich Ihnen vor, dass Sie diese Rolle in Beyond Budgeting aufgeben und sich ein bisschen mehr in das Thema reinlesen. Es ist spannend und kann Ihnen viel Neues bieten.

    Die Tatsache, dass Sie sich mit Medizin beschäftigt haben, freut mich heute besonders: Ich habe einen Kratzer auf dem Finger, der nicht heilt. Könnten Sie mir da was empfehlen? Papierkratzer können ganz schön auf die Nerven gehen. (Als Zitat finde ich Ihre Bemerkung einfach nicht angebracht.)

    Über die Anreize und Anreizsystemen: Es ist herabwürdingend für die Mitarbeiter, wenn die "Leitung" meint, die Mitarbeiter werden mehr leisten, wenn sie Boni bekommen. Entweder arbeiten sie so gut, wie sie können, und bekommen dafür einen entsprechenden Lohn, oder sie arbeiten nur zu 70% (wenn nicht noch schlechter), weil sie demotiviert sind und das System austricksen wollen. Man kann nicht 150% immer geben. 1 Mal pro 3 Jahre - vielleicht aber jeden Monat oder jedes Jahr - das ist einfach (pardon my French) Quatsch!

    Menschen reagieren nicht auf Anreize. Dadurch werden sie nur gereizt und genervt. Manche fühlen sich auch beleidigt.

    Übrigens, ich kann verstehen, dass Sie nicht in search engines gefunden werden wollen, aber die Tatsache, dass man Sie nicht zitieren kann, macht es einfach unbequemer, Ihnen zu widersprechen. Nicht unmöglich. Nur unbequem. Vielleicht sollten Sie dann auch andere nicht zitieren?

    Gruß,
    Aleksandra Druzenko
    This post was modified on 21 Feb 2009 at 12:10 am.
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  • Niels Pflaeging
    Niels Pflaeging    Premium Member   Group moderator
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    Re^6: Anreizung gehört verboten!
    Herr Fausten,

    So langsam komme ich nicht umhin, ein paar ihrer Behauptungen als Anmaßungen wahrzunehmen.
    Sie unterstellen, es würden hier keine Begründungen oder Argumente gebracht - das war aber der Fall, von mir kamen Verweise auf Quellen und Postings, von Johannes Goertz kamen einige Argumente.

    Sie unterstellen wiederholt "totalitäres" Denken - das kommt aber eher dem Tatbestand der Verleumdung nach - schliesslich habe ich ja eher einen Aufruf zur Gesetztesänderung formuliert. Ganz machtlos, einfach als Aufruf. Auch hätte ein gesetzliches Verbot von Anreizung in Vergütungsystemen nichts mit Totalitarismus zu tun - vielleicht sind sie sich der Bedeutung des Begriffs nicht bewusst.

    Zum Inhaltichen:

    Mein Aufruf (und ich bin nicht der erste, der ihm macht) wendet sich GEGEN etwas "Totalitäres". Anreizung, Motivierung und Incentivierung haben nämlich durchaus totalitären Charakter. Da wird per System Macht ausgeübt über Mitarbeiter. Aus Angestellten und Erwachsenen werden "Esel" gemacht, die auf die Karotte der Anreizsysteme reagieren sollen. Da frage ich mich: Warum? Mit Kindern gehen Eltern nicht so um! Warum muss man Mitarbeiter eigentlich zwingen? Die bekommen doch schon ein Gehalt. Die meisten identifizieren sich doch sowieso schon freiwillig mit ihren Organisationen. Wozu also Anreize? Die nachweislich egoistisches, schädliches und unethisches Verhalten hervorrufen, die aber gar nicht zu hörerer Leistung führen? Für mich steckt da eine Vielzahl von Problematiken drin.
    Mein Aufruf: Lasst den Menschen bei der Arbeit doch bitte Mensch sein, und macht ihn nicht zum Tier!
    Daran ist nichts, aber auch rein gar nichts totalitär.

    Auch sprechen sie offensichtlich widerholt von "platten" Aussagen meinerseits, vergessen dabei aber zu berücksichtigen, dass wir in einem Forum posten, dass durchaus eine Geschichte hat. Mein Posting war schon deshalb nicht platt, weil es hier im Forum reichhaltigen Kontext gibt, der sich jedem Forumsmitglied erschliessen kann. Immerhin ist dies ja auch ein Forum zu einem Spezialthema, Beyond Budgeting - gewisse Grundkenntnisse können wir also sehr wohl voraussetzen von denjenigen, die sich intelligent an einer Diskussion beteiligen wollen. Diese Vorkenntnisse sind nicht erforderlich für Wortmeldungen - jeder darf posten und sollte auch - frei von der Leber weg! Aber wenn ich im Anschluss auf Grundlegendes verweise in so einem Expertenforum, dann erwarte ich halt auch ein stückweit Auseinandersetzung mit diesen Grundlagen.

    Wie ich erkenne, habe sie zumindest in die eine oder andere Quelle hineingeschaut. Zu ihrer Bemerkung zu Rankings: Diese haben nichts mit Anreizung zu tun, so wie im Beyond Budgeting angewandt (ohne Verbindung mit Belohnung oder Bestrafung!). Sondern mit Herausforderung. Das ist ein grossser Unterschied.
    Eine Quelle, die ihnen vielleicht eine gute und schnelle Übersicht verschaffen kann und die ich oben noch nicht genannt habe: http://www.bbtn.org/BBTN-PerformanceManagement.pdf.

    Sehr belustigt hat mich, dass sie, Herr Fausten, ausgiebig den Faust zitieren. Ich vermute natürlich - allein schon weill sie den Faust im eignen Namen tragen, sie beziehen das Zitat auf sich selbst, auf ihre eigenen Gefühle, ihre eigene Aus-/Ein-/Bildung und die Zweifel, die damit einhergehen. Mir ist es das Zitat wohlbekannt, und gerne würde ich ihnen helfen, aus ihrem Dilemma Lösungen zu finden. Ich glaube, sie bedürfen aber keines Mehpistopheles, um ihnen Einsichten zu geben, und ich glaube fest daran, dass sie im Beyond Budgeting-Modell noch viele weitere wertvolle Anregungen finden werden.

    Ich möchte sie noch in aller Höflichkeit bitten, künftig von Formulierungen abzusehen, die ich als Unterstellung interpretieren könnte. Viel interessanter ist es doch, sich auf einen Dialog einzulassen. Respektvoll und mit allem drum und dran. Danke.

    Beste Grüsse,
    Niels Pfläging
    This post was modified on 21 Feb 2009 at 02:43 pm.