Bundesverband Materialwirtschaft Einkauf und Logistik e.V.
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Stefan DöringThe company name is only visible to registered members.Permanente Inventur
Hallo zusammen,
mein erster Eintrag bei Xing überhaupt!
Ich bin auf der Suche nach Literatur zum Thema " Einführung der permanenten Invetur", da ich genau dieses Projekt bis Ende 2009 umgesetzt haben muss.
Ich freue mich zu erfahren, was Xing leisten kann.
Beste Grüße
Stefan Döring
- 28 May 2009, 4:50 pm
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Ulrich KnopsThe company name is only visible to registered members.Re: Permanente Inventur
Hallo und guten Tag
auch mein erster Beitrag hier.
Zunächst ein paar Fragen:
wie ist das Lager organisiert?
wie hoch ist der Warenumschlag?
wie hoch ist der Technisierungsgrad (Fördertechnik, Datenerfassung)
und wichtig:
welche EDV-technischen Anbindungen sind vorhanden, welches WWS oder ERP benutzen Sie?
Warum ich frage:
je nach Grad der Automatisierung ist eine permanente Inventur einfacher zu realisieren - bei hohen Umschlaghäufigkeiten wird es wiederum schwieriger...
Die Frage nach dem WWS/ERP: viele haben ein solches Modul eingebaut, andere müssen aufgerüstet werden, Schnittstellen sind evtl ein Problem - bei Fördertechnik: läuft das LMS/LS autark oder als Modul im WWS/ERP??
UND: kann gewährleistet werden, wirklich jeden Ladeträger während des Jahres zu erwischen (Kapazitätsplanung)
wenn man diese grundlegenden Fragen beantwortet hat, sucht man sich vom Softwarehersteller die Modulbeschreibung, vergleicht diese mit den eigenen Gegebenheiten und recherchiert dann im Internet gezielt in Foren, Onllinehilfen, Erfahrungsberichten...
Bücher zu diesem Thema wird es mit Sicherheit geben, allerdings denke ich, dass diese zu allgemein gehalten sind.
So ist meine Herangehensweise an eine solche Aufgabe...
Mit freundlichen Grüßen
- 30 May 2009, 12:55 am
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Stefan DöringThe company name is only visible to registered members.Re^2: Permanente Inventur
Hallo
vielen Dank für die Antwort.
Es handelt sich bei uns um ein Lager, in dem rund 1200 Artikel in Flachbodenregalen gelagert werden. Die Artikel sind momentan nicht elektronisch ( Barcode oder RFID ) erfassbar.
Wir haben die office line von KHK als WWS im Einsatz.
Mir geht es eher um grundlegende Fragen wie: In welchen Intervallen sollte man zählen, ( täglich, wöchendlich...) wie werden Bestandkorrekturen durchgeführt, wie oft muss welcher Artikel gezählt werden usw.
Für das Allgemeine werde ich ich doch hoffendlich Literatur finden.
beste Grüße
aus dem sonnigen Nordhessen.
- 02 Jun 2009, 11:30 am
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Georg Usai Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^3: Permanente Inventur
Guten Tag,
da hier grundlegende Informationen zur permanenten Inventur gewünscht werden, möchte ich meine persönlichen Erfahrungen gerne weitergeben.
Bei der permanenten Inventur muss sichergestellt werden, dass alle Artikel im laufenden Geschäftsjahr mindestens 1x gezählt wurden und, sofern chaotische Lagerhaltung vorliegt, auch jeder Stellplatz einmal gezählt wurde (ggfs. Nullzählung). Wie oft gezählt wird hängt von verschiedenen Faktoren ab. Anzahl der zu zählenden Artikel in einem GO. Wenn ich je Zähltag z.B. 100 Artikel erfasse, benötige ich bei 1.200 Artikeln mindestens 12 Zähltage. Ein weiteres Kriterium sind die Inventurabweichungen (Differenzliste). Bei hohen prozentualen Abweichungen wird man häufiger zählen müssen und die Abweichungen auch abschaffen, ansonsten kann es passieren, dass der Wirtschaftsprüfer die permanente Inventur nicht anerkennt und eine Stichtagsintentur verlangt. Damit wäre dann die vorherige Arbeit umsonst.
MFG
Georg Usai
- 02 Jun 2009, 3:33 pm
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Stefan DöringThe company name is only visible to registered members.Re^4: Permanente Inventur
Vielen Dank für die bisherigen Antworten.
Wie ich sehe gibt es zu dem Thema wirklich nicht sehr viel Literatur. In der Bücherei der Universität in Kassel bin ich auch nicht fündig geworden.
Ich habe das Gefühl, dass ich weiter komme, wenn ich mich mit Menschen verständige die die Permanetnte Inventur bereits anwenden.
Ich habe vor, die Zählintervalle nach der ABC Analyse ( Bezogen auf den Umsatz) zu definieren. Oder sollte ich doch nach Artikelgruppen zählen lassen.
Ich habe vor, wöchendlich den Bestand zu erfassen. ( Alle A-Artikel müssen monatlich gezählt werden. B-Artikel alle 8 Wochen usw.)
Bei 32 A-Artikel müssen wöchendlich acht A-Artikel gezählt werden usw.
Das viel größere Problem habe ich aber mit der Warenwirtschaft! Wie erstellt man die Zähllisten und vor allem, wann werden die Bestandskorrekturen vorgenommen?
Wenn es für diese Diskussion bei Xing einen besseren Platz gibt, so bitte ich um Info.
Erwartungsvoll
Stefan Döring
- 09 Jun 2009, 1:40 pm
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Georg Usai Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^5: Permanente Inventur
Hallo Herr Döring,
die Zählintervalle würde ich nach der Umschlagshäufigkeit der Produkte vornehmen. Es gibt immer Langsamdreher und Schnelldreher. Schnelldreher am Anfang eines Jahres und dann auch nur 1x zu zählen, macht wenig Sinn. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Lagerbestand am Ende des Jahres falsch ist, ist sehr hoch. Also, Langsamdreher irgendwann im Laufe des Jahres erfassen, und Schnelldreher evt. 2x im Jahr zählen, dabei 1x nahe zum Bilanzstichtag hin. Auf jeden Fall und unabhängig von Literatur und Empfehlungen bei XING, würde ich den Wirtschaftsprüfer kontaktieren, welche Anforderungen er an die permanente Inventur stellt, damit er diese überhaupt anerkennt. Ansonsten war die Arbeit evt umsonst, wenn der Wirtschaftsprüfer die PI nicht anerkennt, z.B. wegen gravierender Mengenabweichungen.
Zum ERP System. Zuerst müssen Zähllisten ausgedruckt werden, also z.B. Artikel von bis, oder nach anderen Kriterien. Irgendwie muss der Zähler ja wissen, welche Artikel er zählen muss. Für den Zählzeitraum müssen die Artikel systemtechnisch gesperrt sein - es dürfen keine Bewegungen stattfinden. Nach der Zählung werden die Istbestände ins System eingegeben und anschliessend eine Inventurdifferenzliste erstellt. Hier besteht letztmalig die Chance Eingabefehler wie z.B. Faktorfehler zu korrigieren. Danach wird die Inventur systemtechnisch abgeschlossen und das ERP-System erstellt die Differenzbuchung. Normalerweise bekommen die Artikel im System dann auch ein Kennzeichen, z.B. Warenbegewegung "INV". Damit kann man Ende des Jahres eine Liste fahren, welche Artikel noch nicht erfasst wurden. Ich weiss nicht mit welchem ERP-System Sie arbeiten, aber das alles hier ist normalerweise Standard! Also, entweder Handbuch lesen, oder Berater kontaktieren, oder eine Referenzfirma besuchen, oder einen Lehrgang, oder oder oder. Fatal wäre es blauäugig dranzugehen und hinterher steht der ganze Betrieb...
Viel Erfolg.
Beste Grüße
Georg Usai
- 09 Jun 2009, 2:22 pm
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Stefan DöringThe company name is only visible to registered members.Re^6: Permanente Inventur
Hallo Herr Usai,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Ich bin seit zwei Wochen auf der Suche nach einem Lehrgang der dieses Thema behandelt. Leider konnte ich bis jetzt noch keinen finden.
Ein Referenzunternehmen ist natürlich nicht so leicht zu finden, evtl. kann ich ja auf diesem Weg hier ein Unternehmen dazu zu begeistern, mir ihr Inventurverfahren vorzustellen.
Ein positiver Nebeneffekt für das Unternehmen ist, dass ich mit meinem völlig unbelasteten Blick in ihre Inventur ganz neue Ideen wecken könnte.
Erwartungsvoll
Stefan Döring
- 09 Jun 2009, 3:41 pm
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Ulrich KnopsThe company name is only visible to registered members.Re^7: Permanente Inventur
Hallo nochmal,
prinzipiell wurde alles relevante gesagt.
1. jeder Artikel und jeder Platz muss mindestens einmal im Jahr gezählt werden
2. Abweichungen sind zulässig, dürfen aber, wie bei einer "normalen" Inventur, einen bestimmten Prozentsatz, (der eigentlich bei 1-3% liegt, aber vom Wirtschaftsprüfer vorgegeben wird) abweichen
3. Das Buchungssystem beinhaltet mindestens für eine Inventurart vorgegeben Listen und die angesprochenen Flags in der Datenbank - hier hilft das Handbuch.
grundsätzlich ist eine permanente Inventur nichts anderes als eine über das Jahr verteilte Stichtagsinventur!
4. Da der Wirtschaftsprüfer die Gültigkeit der Inventur genehmigen muss: Unbedingt Konzept zur Prüfung und Genehmigung vorlegen.
5. Testphase: 4-6 Wochen alle Eventualitäten testen, Ausreißer "provozieren", Zählfehler generieren und analysieren - Doppelheck der Listen durch unabhängig arbeitende Teams (4 Augen Prinzip)
6. Alternativ zur permanenten Inventur im ersten Jahr unbedingt einen Ausweichplan zur Stichtagsinventur bereit halten!
7. permanente Inventur ist NICHT unbedingt günstiger und praktikabler als Stichtags oder Stichprobeninventur (letztere haben wir an einem Stichtag, wird Softwaregeneriert und ist durch unseren Wirtschaftsprüfer anerkannt - allerdings haben wir auch ein vollautomatisches Hochregal ohne manuelle Eingriffsmöglichkeit)
hoffe, Sie können sich Stück für Stück durcharbeiten, dann kommen Sie bestimmt zum Ziel.
mit freundlichen Grüßen
Ulrich Knops
- 11 Jun 2009, 10:41 pm
