Motorboote
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Thomas Garbas Group moderatorThe company name is only visible to registered members.GFK Boote einwintern
So, die Saison ist vorbei, jetzt kommt der lästige, wenngleich notwendihe Teil. Euer Schätzchen muss eingewintert werden.
Nach dem Kranen oder Slippen beginnt Ihr am Besten sofort mit der Reinigung des Bootsrumpfes. Ein Hochdruckreiniger eignet sich hier am Besten, um groben Schmutz und Bewuchs zu entfernen. Allerding nur, wenn der Rumpf nicht Antifouling beschichtet ist. Etwas Seifenlauge hilft darüber hinaus, ein glänzendes Ergebnis zu erhalten. Hartnäckigem Bewuchs könnt Ihr mit einem Schabmesser zu Leibe rücken, aber vorsicht, daß der Gelcoat nicht beschädigt wird.
Eine Wurzelbürste und Seifenlauge sorgen schnell dafür, daß das Deck und die Planen sauber werden. Insbesondere für die Persenninge und Planen könnt Ihr auch gut Cabrio-Verdeckreiniger verwenden. Sofern notwendig, lassen sich Schimmel- und Stockflecken mit entsprechendem Schimmelentferner beseitigen.
Nachdem der Rumpf und das Deck gereinigt wurde, überprüft Ihr das Boot auf mögliche Beschädigungen. Kleinere Kratzer und Abplatzungen im Gelcoat lassen sich mit entsprechenden Reparatursets leicht beheben, größere Beschädigungen erfordern etwas mehr Aufwand und sollten ggf. dem Fachmann überlassen werden. Die einschlägige Literatur ermöglicht es aber auch dem handwerklich begabten Laien, größere Reparaturen selbst vorzunehmen. Hier solltet Ihr entscheiden, was Ihr Euch und Eurer Werstattausrüstung zutraut.
Anschließend wird das Boot mit einer Kunstoffpolitur poliert und mit Bootswachs versiegelt.
Die Pflege und Reparatur von Holzdecks lasse ich an dieser Stelle mal aus, das behandel ich mal separat.
Die Scheiben solltet Ihr gut waschen, anschließend mit einem Glasreiniger polieren.
Im Innenraum werden vor der Einlagerung ins Winterlager alle Polster, Gardinen und natürlich alle persönlichen Gegenstände sowie Bücher, Lebensmittel, Kleidung, Bettwäsche usw. entfernt. Die Polster lassen sich einfacher an Land reinigen. Mit einem Staubsauger werden Stoffpolster gründlich abgesaugt, Flecken lassen sich mit entsprechenden Mitteln entfernen. Bezüge, sofern sie abziehbar sind, gehören in die Waschmaschine.
Anschließend wird der gesamte Innenraum mit dem Staubsauger gut ausgesaugt. Kunstofflächen werden abgewaschen (Seifenlauge) und ggf. poliert. Edelstahlflächen reinigt Ihr am besten mit einem Edelstahlreiniger, Holzflächen freuen sich über etwas Holzpolitur. Diese mit einem weichen Lappen auftragen und einwirken lassen, anschließend überschüssige Politur abwischen.
Lederpolster und Bezüge lassen sich mit entsprechenden Reinigern oder einer weichen Seifenlauge und einem weichen Lappen gut reinigen. Anschließen hilft etwas Lederfett (dünn auftragen), das Leder geschmeidig zu halten. Insbesondere an Stellen, die starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, kann das Lederfett auch etwas dicker aufgetragen und einpoliert werden. Auf Sitzflächen gut einpolieren, überschüssiges Material mit einem Lappen entfernen.
Bitte die Reinigung der sanitären Anlagen nicht vergessen, sonst wird im nächsten Frühjahr eklig. Chemieklos lassen sich an entsprechenden Entsorgungsstellen ausleeren. Anschließend bitte ordentlich mit viel Wasser reinigen ;) Der Sanitärraum wird mit entsprechenden Reinigunsmitteln gereinigt.
Als nächstes kontrolliert Ihr den Bilgenraum. Hier angesammeltes Wasser und Öl wird entsprechend entsorgt, die Bilge gereinigt. Die Bilgenpumpe wird auf Funktion überprüft. Etwas Korrosionsschutzöl schadet der Pumpe in keinem Fall.
Die elektrische Anlage überprüfen, ggf. defekte Teile austauschen.
Am besten Ihr baut die Batterie(n) über Winter aus und lagert diese in einem beheizten Raum ein. Sofern dies nicht möglich ist, auf jeden Fall den Hauptschalter ausschalten, Batterien abklemmen, Pole einfetten und ggf. an ein Ladegerät anschließen.
Motor und Antrieb lt. Herstelleranleitung warten und überprüfen.
Beim Trailer bitte überprüfen:
- TÜV vorhanden, ggf. neu machen
- Lichtleiste und Anschlüsse ok? Leuchtentest!
- Korrosion an der elektrischen Anlage?
- ggf. elektrische Anlage mit Kontakspray einsprühen.
- Achsen und Radlager auf Spiel oder sonstige Defekt überprüfen.
- Radlager ggf. einfetten.
- tragende Teile auf Korrosion überprüfen.
- Bremsanlage auf Funktion und Defekte überprüfen.
- Anhängemaul und Stützrad auf einwandfreie Funktion und Beschädigung überprüfen. Etwas Öl schadet dem Stüztrad ganz bestimmt nicht und das Anhängemaul freut sich sicher über etwas Fett.
Anschließend das Boot mit einer Persenning verschließen, optimal ist die Lagerung in einer beheitzten Halle. Sollte sich die Möglichkeit nicht bieten, lässt sich aus ein paar Dachlatten und Kunststoffplanen recht einfach ein "Winterzelt" herstellen. (Konstruktionstipps gerne auf Anfrage) Damit ist eine bessere Belüftung gewährleistet als wenn das Boot mit Planen eingeschnürt wird. Achtung: Zelt auf keinen Fall direkt am Boot befestigen - lasst lieber das Zelt bei einer Boe wegfliegen als Zelt und Boot umkippen ;). Ggf. Schneelast beachten!
Thema Belüftung: Über das Winterlager sollten Luken nicht dicht geschlossen bleiben, sondern lieber einen Spalt weit offen, um eine gute Belüftung des Bootes zu gewährleisten. Ein paar Regentropfen, die ggf. ins Boot gelangen sind weniger dramatisch als Kondensfeuchte, die sich den Winter über im Boot festsetzt!
So, im Groben müsste es das gewesen sein, um das Boot für das Winterlager klarzumachen - allerdings erhebe ich hier keinen Anspruch auf Vollständigkeit - Ergänzungen sind gerne willkommen!
- 30 Oct 2005, 1:21 pm
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Ralf KohlbergThe company name is only visible to registered members.Re: GFK Boote einwintern
Hallo Thomas,
du muss ich dem Herrn Friedrich recht geben. Super Tipps und fast schon erschreckend. Da erfährt der Anfänger (ich) mal, was man im letzten Jahr so alles falsch gemacht hat.
Vielen Dank!
Gruß
Ralf
- 04 Jul 2006, 08:14 am
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Alfred Schmassmann(not a XING member)Re^3: GFK Boote einwintern
Wenn man die Wassertanks und Leitungen leert müßte man doch auch ohne auskommen, oder?
....... keine Frage, aber die Motorkühlung nicht vergessen. Beim Einkreissystem muss der Rest des Kühlwassers unbedingt aus dem Motor. Ob im- oder ausserhalb des Wasseres. Das Seeventil vom Ansaug schliessen, dann den Kühlschlauch am Motor abnehmen und den Wasserrest auslaufen lassen. Kühlschlauch wieder anschliessen oder zumindest mit einem Zapfen fest verschliessen. (Sicherheit.)
Ausserbordmotoren kurz trockenlaufen lassen, bis kein Wasser mehr rausspritzt.
Bei Zweikreissystemen den Frostschutz nicht vergessen.
Sämtliche Schläuche kontrollieren. Spröde Schläuche ersetzen. Es gibt nicht ein bisschen spröd. Entweder oder!
- 11 Feb 2007, 4:08 pm
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Alfred Schmassmann(not a XING member)Re^5: GFK Boote einwintern
Christian schreibt:
Huij........Trockenlauf? Ein AB läuft doch alleine leer?
Leider eben nicht vollständig! Im Schaft, ja, aber im Motor bleibt immer noch Wasser hängen.
3 Sek. genügen bereits und schaden dem Impeller nicht.
20 Sek. würde ich ihn auch nicht laufen lassen. Das wäre dann wirklich fatal!
Alfred
- 11 Feb 2007, 8:35 pm
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Wilko Krautter Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^7: GFK Boote einwintern
Hallo zusammen,
von einem trockenen Anlaufenlassen eines Aussenborders - und sei es auch noch so kurz- würde ich dringend abraten. Ein Impeller, der durch ungewässertes Starten des Motors verschmurgelt wurde, sieht ziemlich unschön aus.
Abhängig von der Laufleistung des Motors, sollte man sich allerdings generell überlegen, ob man bei der Inbetriebnahme des Motors im Frühjahr nicht sowieso den Impeller gleich mittauscht.
Bei kleineren Aussenbordern übrigens kann es eine schonendere Methode sein, den Motor einfach bei abgezogenen Zündkerzen per Hand ein paar Umdrehungen durchzudrehen. Bei größeren Motoren dürfte dies allerdings schwerer durchzuführen sein ;)
viele Grüße
Wilko Krautter
- 12 Feb 2007, 08:34 am
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Alfred Schmassmann(not a XING member)Re^8: GFK Boote einwintern
Nun, ich will niemanden überzeugen, nur wenn es so wäre wie Ihr das sagt, hätte ich jedes Jahr zweimal den Impeller wechseln müssen und den habe ich in 7 Jahren bei meinem 8PS Tohatsu genau 1 mal gewechselt, nach 4 Jahren. In meinem Freundeskreis wurde das auch so praktiziert, über Jahre hinaus - und ich rede hier vom Süsswasser und nicht von Salzwasser - und meines Wissens hatte da keiner Probleme.
Mich überzeugt eben die Praxis und nicht die Theorie.
Also Herr Krauter! Ich nehme jetzt mal an, dass Sie noch nie einen AB in Betrieb genommen haben denn erstens gibt es keinen AB, der beim ersten mal anspringt, ergo saugt er bereits mit dem Starter Wasser an und ein neuer Motor, der noch nie im Wasser war? Machen Sie den erst auf und geben ihm ein wenig Wasser in den Impeller? Wohl kaum! Aber vielleicht haben Sie hier eine eigene Theorie, ich lerne gerne weiter und bin für alle Tipps dankbar.
Gruss
Alfred Schmassmann
- 14 Feb 2007, 4:52 pm
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