Motorboote

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  • Thomas Garbas
    Thomas Garbas    Group moderator
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    Außenborder einwintern
    Wer länger ungetrübten Spaß an seinem Außenborder haben will, sollte einige Kleinigkeiten vor der Winterpause erledigen, damit der Motor im nächsten Frühjahr ohne Murren seinen Dienst wieder aufnimmt.

    Am besten lässt es sich an einem Motorbock arbeiten (also einem Gestell, an dem der Motor befestigt wird, möglichst mit Rollen, damit man ein wenig mobil bleibt.) Dieses eignet sich für Motoren bis ca. 40 PS, größere Motoren bleiben über Winter am Boot montiert.

    Zunächst werden Schaft und Motorblock gründlich mit Kaltreiniger gewaschen. Bitte benutzt eine Plastikwanne, um das ablaufende Schmutzwasser aufzufangen, die Umwelt wird es Euch danken und die Entsorgung übernehmen die Recycling- und Wertstoffhöfe Eurer Stadt oder Kommune.

    Hartnäckige Verschutzungen und Verkrustungen am Schaft könnt Ihr mit einem Hochdruckreiniger entfernen, aber Vorsicht: Nur wenn kein Antifouling-Anstrich den Schaft schützt!

    Das Kühlsystem des Motors muss gründlich gespült werden. Am einfachsten gaht das, wenn Euer Motor einen Spülanschluß besitzt. Ansonsten stellt Ihr den Motor in ein hinreichend tiefes Gefäß, zum Beispiel eine Regentonne oder eine Mülltonne. Hier lasst Ihr den Motor ca. 15 Minuten laufen. Wichtig: Bitte spült das Kühlsystem auch durch, wenn der Motor keinen oder nur kurzen Kontakt mit Salzwasser hatte.

    Um die Verletzungsgefahr zu verringern, empfiehlt es sich, vor dem Spülen den Propeller zu entfernen.

    Die nächsten Schritte:

    - noch während der Motor läuft, sprüht man etwas Korrosionschutzöl durch die Vergaseröffnung in den Motor.
    - Motor stoppen
    - Zündkerzen herausdrehen und prüfen
    - etwas Öl im Zylinder lässt den Motor zwar nächstes Frühjahr die ersten Minuten etwas "dampfen" :) schützt aber vor Korrosion.
    - Zündkerzen wieder eindrehen
    - nun den Vergaser entleeren, Benzinzufuhr und Kraftstoff-Filter prüfen, ggf. Filter oder Sieb reinigen oder austauschen.
    - Motor aus dem Wassergefäß nehmen und nochmal kurz per Hand oder E-Starter durchdrehen, um das rsetliche Wasser aus der Wasserpumpe zu entfernen.
    - Die Propellerwelle sowie alle Bestigungsteile werden auf Beschädigungen überprüft, gründlich eingefettet (wasserfestes Fett oder Vaseline) und für das Winterlager eingepackt (Frühstücksbeutel oder kleine Plastiktüte verwenden, gut verschnüren).
    - Aus der Betriebsanleitung des Motor könnt Ihr entnehmen, wo die Opferanoden sitzen, die den Motor vor Korrosion schützen. Bitte prüfen und bei Bedarf erneuern.

    Anschließend wendet Ihr Euch der Lenkung und Schaltung zu. Alle beweglichen Teile werden auf Festigkeit und Beschädigungen überprüft. Lose Teile werden nachgezogen, ggf. ausgetauscht. Anschließen werden alle beweglichen Teile mit einer Fettpresse geschmiert.

    Bitte checkt, ob Ihr lt. Betriebsanleitung das Getriebe- und bei 4-Taktern das Motoröl wechseln müsst. Angaben über Intervalle findet Ihr dort.
    Wenn ein Wechsel ansteht, schaut Euch das Altöl genau an. Ist es Milchig weiß, deutet das auf Wasser im Öl hin, glänzt das Altöl silbrig weist das auf einen mechanischen defekt hin. In beiden Fällen solltet Ihr den Motor vom Fachmann durchchecken lassen.

    Der Motorblock und die elektrische Anlage sollte noch mit einem Korrosionshemmenden Öl eingesprüht werden, anschließend geht es an die Ausbesserung von Lackschäden. Sollte das Unterwasserteil Eures Motors Antifouling-beschichtet sein, bitte den Anstrich prüfen und ggf. erneuern. Hierzu bitte die Anwendungshinweise des jeweiligen Herstellers, insbesondere auf Verträglichkeit mit Altanstrichen beachten. Achtung: Staub und Lackreste bitte als Sondermüll entsorgen!

    Wer im Frühjahr regelmäßig sein Auto poliert, darf das im Herbst jetzt mit dem Bootsmotor ausprobieren. Politur und Wachs lt. Herstelleranleitung verarbeiten und die Haube und Schaftlackierung sieht fast aus wie neu.
    Und nächstes Frühjahr sollte der Motor mit Freude seinen Dienst wieder aufnehmen ;)
  • Ralf Kohlberg
    Ralf Kohlberg
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    Re: Außenborder einwintern
    Hallo Thomas,

    danke für die Hinweise die dieses Jahr genauso gelten, wie im letzten....

    Ich habe gehört, dass dies bei Zweitaktern noch wichtiger sei, als bei Viertaktern, da sich in den Hohlräume von den in Zweitaktern verwendeten Nadellagern Kondenswasser bilden kann. Viertakter hätten Gleitlager und damit kein Platz für Wasser.

    Also: so einfach die Zweitakter in der Handhabung unterjährig sind, um so mehr sollte man sich um die Pflege zum Einwintern kümmern.

    Mein Händler sagte mir, dass fast alle Totalschäden an Zweitaktern auf Korrossion im Innern zurückzuführen seien. Dies kann mit etwas Korrosionsschutzöl vermieden werden.

    Habe mich also entschlossen, doch was zum Einwintern zu tun.....

    Gruß + Danke für die Tipps
    Ralf