Businessforum Rhein I Ahr I Eifel

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  • Volker van den Boom
    Volker van den Boom
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    War vor 20 Jahren die fehlende Libido/Lust auf sexuelle Aktivitäten bei Klienten meiner sexualtherapeutischen Praxis nur bei einem Drittel der Menschen anzutreffen, so ist sie inzwischen Spitzenreiter in der Problemschilderung Hilfe suchender Paare: 70-80% meiner Klienten leiden unter einem Libidoverlust. Meist liegt kein generelles Fehlen von sexuellen Bedürfnissen vor – die Unlust bezieht sich vielmehr speziell auf den jeweiligen aktuellen Partner. Nach wie vor ist der weibliche Anteil der Betroffenen groß, doch immer häufiger kommt auch den Männern die Lust auf gemeinsame Sexualität abhanden.

    Frauen u. sexuelle Unlust

    Gerade bei Frauen wird bei der Suche nach den Ursachen ihrer fehlenden Lust deutlich, dass es sich hier eher um eine Unlust denn um ein wirkliches Fehlen von sexuellen Bedürfnissen handelt: in direkter Abhängigkeit von der partnerschaftlichen Qualität der Beziehung bzw. des Partners fällt oder steigt die Lust betroffener Frauen. Zwar können hier konkrete sexuelle „Fehler“ des Mannes – er praktiziert kein Vorspiel, er beachtet nur seine sexuellen Bedürfnisse – auslösend für das distanzierte Verhalten der Frau sein, meist reagiert die Frau jedoch auf mangelhafte Umgangsweisen in der gesamten Partnerschaft. Sexualtherapie hat hier die Aufgabe, diesen ursächlichen Zusammenhang dem Paar zu verdeutlichen und die Dringlichkeit eines Änderung des Umgangsstils bewusst zu machen. Paartherapeutische Interventionen(entsprechend der Syndiastischen Sexualtherapie) führen mittelfristig zu einer deutlichen Verbesserung der Beziehungsqualität, in deren Folge die sexuelle Lust der Frau bis auf das erwünschte Maß wieder zunimmt.

    Männer u. sexuelle Unlust

    Männer ziehen sich meist dann aus der partnerschaftlichen Sexualität zurück, wenn sie ihre Frau als die dominantere Persönlichkeit in der Partnerschaft erleben. Innerlich fühlen sie sich ihrer Frau nicht gewachsen bzw. scheuen die aus einer Konfrontation entstehenden Spannungen – der innere Rückzug bewirkt auch im Sexuellen eine deutliche Reserviertheit. Ursächlich für die Unlust darf bei Männern jedoch die Bedeutung einer starken, lang anhaltenden Überlastung – beruflicher und/oder privater Natur(z.B. Hausbau) – nicht unterschätzt werden. Die betroffenen Männer fühlen sich „ausgelaugt“, ohne jede Form innere Lebendigkeit. In beiden Fällen bewirkt Sexualtherapie, dass die Balance zwischen den inneren Bedürfnissen und Wünschen mit den realen Verhältnissen (Partnerin, Arbeit, usw.) wieder ins Gleichgewicht gebracht wird. In aller Regel reichen dafür 3-5 Monate, bis der betroffene Mann wieder Spaß am Leben und an seiner Partnerin finden kann.

    http://www.volker-vandenboom.de Beratungstermine können in Aachen und Düsseldorf stattfinden.
  • Marcus Wellnitz
    Marcus Wellnitz    Premium Member
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    Ist doch interessant, dass sich die 'althergebrachte Geschlechterrolle' tendentiell positv auf die partnerschaftliche Sexualität auswirkt.

    Das jedenfalls lese ich zwischen den Zeilen und genau das ist auch meine subjektive Wahrnehmung im Freundes- und Bekanntenkreis.

    Ein klein wenig kann man das dann wohl als "Fluch des aggressiven Feminismus" ansehen.

    Wie soll das erst bei der Generation meiner Kinder werden, bei denen schon jetzt das Bildungsgefälle zwichen den Geschlechtern deutlich zugunsten der Frauen gekippt ist.

    Vielleicht sollte man solche Aspekte dann auch einmal mit ins Feld bringen, wenn ein Betreuungsgeld als "Herdprämie" abgetan wird.

    -- arme Gesellschaft

    Ich wünsche allen Paaren, die sich für Kinder entscheiden, dass sie sich bewust sind, dass das Beste für ein Kind eine Elterliche Bezugsperson zu Hause ist! Keine Kinderkrippe und Schulische Betreuung kann dieses auffangen.

    Wo mehr Zeit zur Pflege der Häuslichkeit ist, da ist auch dann eher Raum für Partnerschaft und Zärtlichkeit. Die Liebe will schließlich gepflegt werden.

    Als Vater von 5 Kindern und zudem beruflich 'voll im Saft stehend' weiss ich, wie schwer es ist sich Freiräume für die Partnerschaft zu schaffen. Aber... ES LOHNT SICH!

    Vielen Dank für Ihre Anregungen, Herr van den Boom
  • Thies Joachim Hoffmann
    Thies Joachim Hoffmann    Premium Member   Group moderator
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    Marcus Wellnitz schrieb:
    Wie soll das erst bei der Generation meiner Kinder werden, bei denen schon jetzt das Bildungsgefälle zwichen den Geschlechtern deutlich zugunsten der Frauen gekippt ist. Ich sachma (ganz ohne Glaskugel oder so): da ändert sich nix. Mädchen sind nicht erst seit gestern besser in der Schule. Auch das "Naturgesetz", daß mehrere Kinder nach "Hackordnung" studieren gehen (der erstgeborene Junge "gesetzt", die Mädchen zuletzt), gilt schon länger nicht mehr. Daß man die Mädchen auf der Führungsebene I mit der Lupe suchen muß, ist geblieben - mit allen Konsequenzen für Kräfteverhältnisse und Rollenverteilungen auch privat. So lange wir den Equal Pay Day noch nicht an Sylvester feiern, sehe ich da keine "Gefahr" für eine "zu große" Annäherung an Parität, Balance oder wie immer mensch es nennen will.

    Im übrigen überrascht mich nicht im geringsten, wenn auch der modernste Mensch im 21. Jahrhundert Unterschiede zwischen dem eigenen Rollenprofil und dem der/des Partners/in wünscht. "Heterosexuell" sind ja nicht nur die Übriggebliebenen, die sich (noch) für nichts "anderes" entschieden haben - man kann es auch bewußt (und "mit Absicht") sein.