Artikelbaum - Artikel 31-37 von 37

<< Zurück Weiter >> 1 2 3 4
  • Artikel sichtbar nur für registrierte Mitglieder
  • Re^4: kompetente Software-Ingenieure 30.10.2009, 09:33

    Sehr interessante Diskussion!

    Meines Erachtens ist ein Hauptgrund für die Misere die allgegenwärtige Gläubigkkeit in Tools oder Suiten.

    Erschwerend kommt hinzu, dass oftmals diejenigen, die die Entscheidung über den Einsatz bestimmter Tools treffen, nicht die sind, die damit hinterher eine funktionierende BI aufbauen müssen. Das ist kein Problem der Fachabteilungen, sondern resultiert aus den oftmals archaischen Hierarchien und Entscheidungsfindungsverfahren innerhalb der IT.

    Wenn der IT-Leiter BWLer ist, muss man sich auch nicht wundern. Dann kommen auch noch die Drückerkolonnen der Tool-Anbieter ins Haus und drängen den IT-Leiter mit allerlei Tricks zu einer rational nicht stringent zu begründenden Entscheidung. Die SW-Ingenieure und Entwickler müssen das dann ausbaden.

    Aber auch letztere könnten sich durch mehr Fachkompetenz und Kommunikation ein höheres Gewicht bei der Entscheidungsfindung verschaffen.

    Die Vorstellungen im Bereich BI sind oft erschreckend. Da macht sich niemand die Mühe, ein Daten- und Metadatenmodell mal bis zu Ende durchzudenken. Das geht auch nicht auf die Schnelle.

    Weiterhin werden zwar Tools verkauft; es fehlen aber die zugehörigen wasserdichten und in praxi erprobten Vorgehensmodelle! Ich selbst habe Jahre dazu gebraucht, ein funktionierendes Daten- und Vorgehensmodell zu entwerfen. Beide Teilmodelle sind untrennbar miteinander verbunden und "speisen" sich gegenseitig.

    Durch diesen Ansatz war es möglich, viele BI- und DWH-Projekte zum Erfolg zu bringen.

    EInige Apskete dieses Ansatzes sind hier zu finden: http://www.dwhblog.org/blog

    Viele Grüße
    Frank Backes
    Dieser Artikel wurde am 30.10.2009 um 09:35 Uhr geändert.
  • Re^4: kompetente Software-Ingenieure 30.10.2009, 10:03

    Michael Zimmer schrieb:
    Haben Sie sich mit dem Thema eigentlich genauer befasst? Es gibt Software-Engineering Studiengäng und ich habe während meines Studiums im Informatikbereich die Vertiefung Software-Engineering gehört. Es gibt also eine akademische Ausbildung für S-Ing.
    Natürlich habe ich mich ausreichen mit dem Thema beschäftigt. Und habe sehr viel gesehen und erfahren.
    Ohne jemanden nahe treten zu wollen:
    Software-Engineering als akademischen Studium gibt es leider noch nicht. Man müsste sich in den Projekten und ... nur umschauen.

    Eine Empfehlung an allen (vor allem die OOA/OOD/OOP/UML-Experten) das Buch (nicht der Technik wegen):

    "Objektorientierte Analyse und Design"
    Grady Booch
    1994 Addison-Wesley (Deutschland) GmbH

    Ein Zitat aus diesem Buch (Der Prozeß, Kap. 6, Seite 289):

    „Der Amateur-Softwareingenieur ist immer auf der Suche nach magischen, sensationellen
    Methoden oder Tools, deren Anwendung verspricht, die Software-Entwicklung trivial zu
    Machen. Den Professionellen Softwareingenieur kennzeichnet das Wissen, daß es keine solche Allheilmittel gibt. Die Amateure wünchen sich oft, einfach den Anweisungen einer Art Kochbuch folgen zu können – die Profis wissen, daß allgemeingültige Entwicklungsansätze normalerweise zu unzulänglichen Designprodukten führen, sich zu einem Lügengebäude zusammensetzen, hinter dem sich die Entwickler verstecken können, um die Verantwortung für früher, falsche Entscheidungen nicht tragen zu müssen. Der Amateur-Softwareingenieur ignoriert entweder jegliche Dokumentation oder folgt einem Prozeß, der Dokumentationsgesteuer ist, wobei er sich immer mehr Sorgen darüber macht, ob dem Kunden diese Handbücher gefallen, und weniger, was sie eigentlich enthalten. Die Profis erkennen die Wichtigkeit, bestimmte Dokumente zu erstellen, werden das aber niemals auf Kosten kritischer architektonischer Neuerungen durchführen.“

    Ende des Zitats.
    Dieser Artikel wurde am 30.10.2009 um 10:05 Uhr geändert.
  • Artikel sichtbar nur für registrierte Mitglieder
  • Artikel sichtbar nur für registrierte Mitglieder
  • Re: kompetente Software-Ingenieure 30.10.2009, 13:31

    Ein wenig wundert Mich die Diskussion.

    Man hat sich an die heilige Kuh „Kommunikationsproblem“ fest gebissen und will nicht davon lassen.

    1. Das Kommunikationsproblem ist nicht die Diagnosen sondern eine von vielen
    Symptomen. Ich bin Seit über 20-Jahre in der IT. Bei manschen Projekten habe ich bereits
    im Vorstellungsgespräch (IT) darauf hingewiesen, dass das Projekt mit so einer Heran-
    gehensweise nicht zum erfolg kommen kann (von der Bewertung der Personen möchte ich
    absehen).
    2. Fragt man 100 IT Experten, was ein Fachkonzept bedeutet bekommt man 100 verschiede
    Antworten.
    3. Ein Logische und ein Physikalisches Datenmodell? neuerlich sind fachliche und
    technische Datenmodelle hinzu gekommen. Was soll das ganze?
    4. Man tut so als sei das Monster „Kommunikation“ erst in der IT erfunden wurden ist.
    In Meinen ursprüngliche Artikel weise ich darauf hin, dass Menschen, die Kompetenz in
    der Sache vorausgesetzt, immer in der Lage waren hochkomplexes Vorhaben und mit
    einfachen technischen mitteln erfolgreich zu planen und erfolgreich zu Ende zu bringen.
    Mir ist es schlicht unvorstellbar, dass die über 20.000 Beteiligten am Bau der Cheops-
    Pyramide (2580 v. Chr. erbaut) ihre Anweisungen und Handwerksgeschick sowie die
    „ABSTIMMUNG= KOMMUNIKATION“ untereinander mittels Vorsehung oder des
    Heiligen Geistes erhalten haben (oder Abstimmung war, weil noch nicht erfunden ist,
    nicht nötigt: ein Spachtel in der Hand, Stein auf Stein- und so hamma´s ;-) ) eben nach IT
    Metier in etwa drei Tausend Jahre später) .
    Die Ärzte behandeln nur Ärzte. Anwälte vertreten nur Anwälte. Architekten u. Bau- Ing.
    Bauen nur für Architekten und Bau-Ingenieure. Schreiner erstellen nur für die Schreiner
    Möbel. Und die Fliesenleger fliesen die Bäder nur für die Fliesenleger …etc.
    5. Aus vielen Diskussionen vernehme ich diverse Aussagen zur Rechtfertigung der
    Problemen in der IT. Am häufigsten kommen diese Rechtfertigungen:
    - Andere Berufe sind viel älter. Das Bauen, z.B., betreiben die Menschen seit Jahr-
    tausenden. Dagegen ist die IT neu.
    (na nnu, dann warten wir ein paar Tausendjahre bis die IT ausgereift ist ;-)).
    - anderes al in anderen Berufe haben wir in der IT keine Standards (damit ist eine art
    Kochbuch/Gussform für IT-Projekte gemeint)
    - …+ viele abstruse Rechtfertigungen

    Von München nach Hamburg, z. B., sind die Menschen auch lange vor der Erfindung der modernen Verkehrsmitten gereist. Die Reise dauerte einige Wochen und war beschwerlich.
    Mit den modernen Verkehrmitteln ist die Reise schneller und bequemer.

    Informationsverarbeitung gibt es seit soziale Gesellschaften geben (Staatswesen/Steuern etc.)
    Oder gehen wir nicht so weit und schauen auf die „Deutsche Bank“, BMW, Daimler, Siemens etc.. Diese erfolgreiche Unternehmen gab (und es gibt sie noch;-)) es bevor der Computer entwickelt worden ist. Und sie waren erfolgreich.
    Mit dem Computer sollte, ähnlich zu den Verkehrsmitteln, die Informationsverarbeitung erleichtert werden. Nicht die Informationsverarbeitung, sondern der Computer, ist neu.

    Wider der E. Techniker, der Bau- Ing., der Mediziner, noch der Anwalt, der Schreiner etc.
    (gar kein Beruf) verfügt über Gussformen in denen man sein Vorhaben hinein wirft und schwups hat man ein fertiges erfolgreiches Etwas.

    Wer sich nur die Bedienung von Ultra-Schall Geräten aneignet kann nicht mit Patienten über ihre Gesundheit kommunizieren.
    Wer ein CAD-Programm nur bedienen kann, kann nicht den Bauherrn über Bauten kommunizieren.
    Wer die Handkreissäge nur in der Hand halten kann, der kann nicht über Möbelherstellung kommunizieren.
    Wer die BGB nur buchstabieren kann, der kann keinen Schriftsatz verfassen.
    ….
    Und wer für das Requirementsmanagement DOORS –KENNTNISSE – als Voraussetzung für eine Projektmitarbeit macht, der kann wieder mit Fachbereichen noch mit irgendjemand auf der Welt über Software- Entwicklung kommunizieren


    Jedes Beruf (aus Berufung stammt dieser begriff) hat als Voraussetzung
    - Aneignung: Die Fähigkeit und das Können diesen Beruf zu erlernen und zu praktizieren
    Fähigkeiten können nicht erworben werden. Die sind entweder vorhanden oder nicht.
    Fähigkeiten können ausgebaut werden.
    - Wissen: Fundiertes Wissen in und um diesen Beruf: das Wissen kann erworben werden.
    Nur wer fähig ist kann dieses Wissen einsetzen.
    - Erfahrung – kommt mit der Zeit. Nur wer fähig ist, kann auf seine Erfahrung ausbauen.
    - Die Liebe zu diesem Beruf.

    In der IT zählt häufig nur das Wissen. Sogar noch viel weniger: die Kenntnisse.
    Deshalb scheitern häufig die IT-Projekte
    Dieser Artikel wurde am 30.10.2009 um 13:43 Uhr geändert.
  • Re^2: kompetente Software-Ingenieure 06.11.2009, 11:12

    Mir scheint es, dass sehr wenige gibt, die es verstehen, was Software- Engineering ist und noch viel weniger, die sich trauen sich als kompetente Software- Ingenieure zu charakterisieren.
    Warum denn?

    Wenn für die der Software-Entwicklung allgemein einzig und allein die Syntax- Kenntnisse einer XY-Programmiersprache ausreichten, reichen für BI nur die Maus-Kenntnisse „click an go“ (frag aber nicht wohin).
    Dass die Mehrheit der Projekte scheitert ist doch nur die logische Konsequenz einer so absurden Situation.

    Warum müssen die sog. „Experten“ ständig einen Sündenbock für ihre Versagen haben?
    Wie kann es denn sein, dass es die Mehrheit der Investitionen in so einem wichtigen Sektor, wie Software und insbesondere BI, einfach versanden?
    Wie kann es denn sein, dass das alles passiert ohne, zumindest, von den sog. Bildungsträger nur ansatzweise ein wirklichkeitsnahe Analyse erfolgt?
    Anstatt der wahren Gründe für diese katastrophalen Versagen, suchen die in der IT tätigen Personen
    (vor allem die Bildungsträger) immer nach neuen Gründen um diesen Wahnwitz zu verschleiern oder klein zu reden sogar als erfolg (das Versagen als Erfolg?) dar zustellen.

    Mal ist es das V und mal ist es SOA und jetzt Scrum. Agil muss die Software- Entwicklung werden.
    Als ob die von der überwiegende Mehrheit angewandte („akademische Methode“) des trail und error nicht agil genug wäre.
<< Zurück Weiter >> 1 2 3 4