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  • Klaus Eck
    Klaus Eck    Premium Member   Group moderator
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    RSS versus E-Mail-Marketing
    Niemand mag unerwünschte Werbe-E-Mails. Sie verstopfen unser digitales Postfach immer häufiger: Dadurch stellen Spams die Akzeptanz der E-Mail insgesamt in Frage und beeinträchtigen zudem das Geschäft der Newsletter-Anbieter, die sich in diesem negativen Umfeld nicht unbedingt präsentieren wollen. Doch inzwischen gibt es dank RSS neue Ansätze für die Auslieferung von Online-Inhalten.

    Welche Bedeutung hat die Content-Distribution über RSS eigentlich für das E-Mail-Marketing? Viele Experten gehen davon aus, dass RSS das E-Mail-Marketing revolutionieren könnte.

    >> Alex Barnett: Email v RSS, let us move on... : http://weblogs.asp.net/alexbarn/archive/2004/05/22/139461.as...

    >> RSS: Entwickeln sich RSS-Feeds zum Schreckgespenst für E-Mail-Marketiers: http://www.cydome.de/berndreder/archives/000402.shtml

    This post was modified on 22 Jun 2004 at 07:30 pm.
  • Klaus Eck
    Klaus Eck    Premium Member   Group moderator
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    Re: RSS versus E-Mail-Marketing
    Eine gute Einführung in das Thema RSS gibt Jeanne Jennings in ihrem ClickZ-Artikel "RSS: A Medium for Marketers" (http://www.clickz.com/experts/em_mkt/opt/article.php/3369071 ). Bei RSS zählt allein der Content. Nur wenn dieser dem Leser gefällt, wird er weiterhin den Webfeed beziehen. Schließlich ist es für den Feed-Abonnenten sehr einfach, die Informationen mit einem Klick abzubestellen.

    >>http://www.cydome.de/klauseck/archives/000484.shtml#more



  • Markus Breuer
    Markus Breuer    Premium Member   Group moderator
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    Re: RSS versus E-Mail-Marketing
    Klaus Eck schrieb am 17.06.2004, 13:31:
    Niemand mag unerwünschte Werbe-E-Mails. Sie verstopfen unser
    digitales Postfach immer häufiger: Dadurch stellen Spams die
    Akzeptanz der E-Mail insgesamt in Frage und beeinträchtigen zudem das
    Geschäft der Newsletter-Anbieter, die sich in diesem negativen Umfeld
    nicht unbedingt präsentieren wollen. Doch inzwischen gibt es dank RSS
    neue Ansätze für die Auslieferung von Online-Inhalten.

    Welche Bedeutung hat die Content-Distribution über RSS eigentlich für
    das E-Mail-Marketing? Viele Experten gehen davon aus, dass RSS das
    E-Mail-Marketing revolutionieren könnte.

    Die Strategien und konkreten Kampagnen im Bereich E-Mail-Marketing werden sicherlich auf Dauer durch RSS stark beeinflusst werden. Ob und ab wann das eine "Revolution" ist, wird sich zeigen. Da gibt es kurzfristig und auch mittelfristig erst noch ein paar Hürden zu überwinden.


    KURZFRISTIG betrachtet ist RSS für Firmen, die bereits intensiv Online-Marketing betreiben, noch nicht so interessant (bzw. es gibt ein gutes Schutzargument, RSS erst einmal abzulehnen): die mangelnde Verbreitung von News-Aggregatoren bei den Konsumenten. Einen E-Mail-Client hat jeder in der Zielgruppe. Zur Marktduchdringung von News-Aggregatoren habe ich keine aktuellen Zahlen. Sie dürfte aber dramatisch geringer sein.


    Auch LANGFRISTIG gesehen zeigen Online-Marketer viele Reserviertheiten gegenüber RSS. Einige davon haben mit der Angst vor dem Neuen, Ungewohnten (oder der Bedrohung des altbekannten Geschäftsmodells) zu tun. Andere sind begründet durch die besonderen Eigenschaften von RSS-Feeds und - aus Sicht der Versender - durchaus zu verstehen.

    Online-Marketing besteht ja nicht nur aus "Newslettern". Diese könnten sicherlich komplett durch RSS-Feeds ersetzt werden, was sowohl Versendern als auch Empfängern Vorteile bringen könnte. Wobei diese Ersetzung nicht total sein muss. Es spricht nichts dagegen - und ist technisch leicht umsetzbar - für die, die Wert drauf legen, in regelmäßigen Zeitabständen Digests der RSS-Beiträge anzufertigen, die dem "alten Newsletter" entsprechen.

    Deshalb: Für Newsletter gibt es über kurz oder lang keine guten Argumente, sie nicht als RSS-Feed zu verteilen!


    Ausserhalb des Umfelds der "echten" Newsletter bleibt aus Sicht der Versender aber immer die Herausforderung, dass RSS-Feeds eben wirklich nur an die Personen gehen (sie müssen ja von diesen aktiv "abgeholt" werden), die sie freiwillig "abonniert" haben. Und das ist, seien wir mal ehrlich, etwas, was im Direktmarketing nicht wirklich gern gesehen wird. Zwar wird gerne von Permission-Marketing gesprochen und bei den seriösen Versandern die strikte Einhaltung des Double-Opt-In-Verfahrens betont. Und da passen RSS-Feeds eigentlich wie Faust aufs Auge. (siehe Doc Searls: "It came to mind when I got an email from a friend that said, simply, RSS is opt-in authenticated Email.")

    Aber wozu gebe ich denn in der Praxis üblicherweise meine "Permission"? Das sind bei genauer Betrachtung meist recht global und vage gehaltene Beschreibungen künftiger E-Mails. Worüber ich später wirklich "informiert" werde, kann ich in diesem Augenblick meist nicht wirklich wissen.

    Und das liegt in der Natur der Sache. Werbung (und darum geht es beim Direkt-Marketing online und offline eben auch), will oft über neue Dinge "informieren" bzw. Interesse daran wecken, Kaufanreize für Produkte, Angebot oder gar Produktkategorien schaffen, die es zum Zeitpunkt des Opt-In so gar nicht gab.; oder für die sich der potentielle Kunde nicht interessieren kann, weil er sie im Detail nicht kennt.

    "Richtig echte", ehrliche Werbung der Kategorie "jetzt noch besser, 20% Rabatt, nur noch 10 Tage, nur noch 20 Stück auf Lager ...", die ich nur noch an Leute verschicken kann, die konkret gesagt haben: "Ja, schickt mir auch eure nervigste Werbung", das wäre ein wirklich ehrlicher Opt-In. Dieses Kästchen würden aber nicht viele Leute ankreuzen oder solche Feeds lange abonniert halten.

    Werber, die solche Werbung an den Mann/die Frau bringen wollen, werden sich so rasch nicht für RSS erwämen können! Sie denken in großen Kontaktzahlen (und geringen Responsequoten) und old habits die hard! (Siehe auch http://notizen.typepad.com/aus_der_provinz/2004/05/email_als....

    Ob solche Anwender von Online-Marketing duaerhaft mit E-Mail glücklich sein werden, halte ich aber auch für fraglich. Aus einem Artikel der Financial Times zum Thema (http://search.ft.com/search/article.html?id=040527000277&... ):

    A recent Forrester survey found 77 per cent of respondents deleted most of their commercial e-mail
    without reading it. "We have asked consumers similar questions for four years and every year the
    negatives have gone up and the positives have gone down. ... Even marketers who have permission
    from consumers who want their e-mails have to work harder to make sure their messages are recognised.

    WICHTIG: Hier geht es nicht um Spam, sondern um E-Mail, die ihre Empfänger nicht als "Spam" einsortieren und trotzdem ungelesen in die Rundablage geben. Ich lese häufig nur noch das, was von Quellen kommt, die mir vertraut sind und interessant/wichtig erscheinen. Stichworte "Vertrauen" und "Beziehung". Siehe auch http://notizen.typepad.com/aus_der_provinz/2004/06/email_und...

    Das spricht dann aber doch auch dafür, sich als Online-Marketer der überquellenden Inbox fernzuhalten, oder?

    Ja, aber ...

    ... RSS-Feeds werde ich nur so lange abonniert halten, wie ich mich durch die Inhalte nicht genervt fühle. Auch von denen gibt es ja längst zu viele, um sie vollständig lesen zu können. Und die die interessant und nicht nervig sind, würde ich nicht nur als RSS-Feeds abonniert halten. Informationen dieser Absender würde ich vermutlich auch als E-Mails weiterhin lesen.

    Wie schreibt Klaus Eck in seinem zweiten Post zum Thema so schön
    Bei RSS zählt allein der Content. Nur wenn dieser dem Leser gefällt, wird er weiterhin den Webfeed beziehen.
    Schließlich ist es für den Feed-Abonnenten sehr einfach, die Informationen mit einem Klick abzubestellen.

    Stimmt aber das gilt auch heute schon für E-Mails. Unspannede E-Mails- nicht Spam - von immer denselben Absendern führen bei mir dazu, dass die rasch in der "Liste der unerwünschten Absender" auftauchen. Marketing, Werbung muss spannend, interessant, anregend, unterhaltsam sein. Sonst wird es/sie ignoriert. Das war schon immer so. Daran änderte E-Mail nix. Und daran ändert auch RSS nix.

    P.S.: Sorry für den langen Post. Aber, wenn ich mich erst einmal in Rage schreibe ... Ich gelobe Besserung.

  • Siegfried Hirsch
    Siegfried Hirsch    Group moderator
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    Re^2: RSS versus E-Mail-Marketing
    Markus Breuer schrieb am 20.06.2004, 21:32:
    P.S.: Sorry für den langen Post. Aber, wenn ich mich erst einmal in
    Rage schreibe ... Ich gelobe Besserung.
    Nicht nötig, das war in meinen Augen wirklich eine gute Analyse, sowohl der aktuellen, als auch der künftigen Problematik.

    Der Begriff Sog-Marketing fällt mir in diesem Zusammenhang ein, der Marketing beschreibt, die den Kunden ansaugt, weil der Anbieter so interessant, spanned oder gut oder weiterempfohlen ist, dass der Kunde selbst darauf aufmerksam werden wird.

    Die Werbe- und Marketingwelt in der wir heute feststecken haben wir doch letzlich selbst verschuldet. Wünsche nach mehr und billiger haben doch immer mehr dazu geführt, das die Anbieter grosser und grosser geworden sind und damit ihre Kunden nicht mehr kennen. Also bleibt nichts anderes mehr als mit der Gieskanne Werbung zu verteilen, was sich im Augenblick zum Beispiel in der E-Mail-Flut widerspiegelt.

    Marketing über Blogs und damit eben auch über RSS heisst eben auch eine Verbindung zum Kunden aufzubauen, dem eigenen Unternehmen ein Gesicht geben und zu kommunizieren.

    Doc Searls Zitat: "RSS is opt-in authenticated Email" hat mich dazu angeregt, zu überlegen, ob es nicht wirklich möglich wäre vom E-Mail Push-Modell zu einem Pull-Modell überzugehen. Also für jeden Kontakt einen Pull-Strom einzurichten, der offen ist für die Kommunikation. Bedeutet aber, dass ich jeden Kommunikationskanal von meiner Seite aus authorisieren müsste, bevor der Kanal für die Kommunikation offen ist.

    Kommunikation ist nur interessant, wenn sie auch relevant ist - für beide Seiten.

    Skype hat da ein recht schönes Features, das da heisst: Nachrichten/Gespräche nur von Personen, denen ich erlaubt habe zu kommunizieren.

    Warum soll das für den gesamten persönlichen Kommunikationskanal (Email, IM, Skype, usw) nicht genauso gut möglich werden.

    Aber zurück zum Thema, warum sollte die Umstellung auf RSS durch die Benutzer nicht dazu führen, dass es zu einem Umdenken im Marketing kommen könnte.
  • Nico Zorn
    Nico Zorn    Premium Member   Group moderator   Xpert Ambassador
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    Re^3: RSS versus E-Mail-Marketing
    Hallo zusammen,

    Aber zurück zum Thema, warum sollte die Umstellung auf RSS durch die
    Benutzer nicht dazu führen, dass es zu einem Umdenken im Marketing
    kommen könnte.

    ich denke, langfristig *müssen* die meisten Unternehmen umdenken. Die Beispiele für erfolgreiche Viral Marketing-Kampagnen machen das deutlich: Da verschicken die User von sich aus Links zu lustigen Online-Games oder ganze Videoschnippsel an Freunde und Bekannte, d.h. der Verbraucher nimmt die Werbung nicht nur war, sondern er leitet sie sogar aktiv weiter. Die Zugriffszahlen auf den entsprechenden Websites solcher Viral Marketing-Kampagnen sind beachtlich und häufig nicht mit den Zahlen zu vergleichen, die z.B. über Bannerwerbung generiert werden... - aber, ich schweife vom Thema ab ;-)

    Schöne Grüße

    Nico Zorn