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  • Sven O. Otten 斯文奥顿
    Sven O. Otten 斯文奥顿    Premium Member
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    27 Dec 2011, 11:57 pm
    Chinas RMB - Zweite Leitwährung?
    China und Japan rücken wirtschaftlich enger zusammen und wollen den Handel ausbauen. Das Tauwetter zwischen Peking und Tokio stellt vor allem die Rolle des US-Dollars als Leitwährung in Asien infrage.

    Es liegt bisher nicht viel mehr vor als eine vage Absichtserklärung zweier Regierungen. Dennoch hat der geplante Devisenpakt zwischen China und Japan international hohe Wellen geschlagen. Von einem ersten Schritt hin zur Ablösung des US-Dollars als Leitwährung war ebenso die Rede wie von einem Schlag für die Eurozone.

    Japans Premier Yoshihiko Noda und sein chinesischer Amtskollege Wen Jiabao hatten am Montag (27.12.11) nach einem Treffen in Peking überraschend eine Reihe neuer Vereinbarungen zur Stärkung der gegenseitigen Handelsbeziehungen bekanntgegeben. So sollen Unternehmen künftig japanische Yen und chinesische Yuan einfacher handeln können. Der Außenhandel zwischen den beiden Staaten ist zuletzt auf über 300 Milliarden Dollar (229 Mrd. Euro) im Jahr angewachsen. 60 Prozent der Außenhandelsverträge werden aber in Dollar abgerechnet. Für Händler in beiden Ländern ist dieser Prozess langwierig und teuer. Das soll sich nun ändern.

    Japanische Investoren wird außerdem der Zugang zum chinesischen Staatsanleihenmarkt erleichtert. Die Japan Bank for International Cooperation, eine Investmentbank, die japanische Unternehmen im Ausland unterstützen soll, erhält zudem das Recht, in China Yuan-Anleihen zu begeben.

    Damit soll die Öffnung des chinesischen Kapitalmarktes vorangetrieben werden. Gelingt die Übung, würde das den Bedarf nach US-Dollar in Asien schwächen. Sollte China seinen Anleihenmarkt öffnen, hätten japanische Investoren außerdem eine interessante Alternative zu Dollar- und Euroanleihen.

    Allerdings fehlt bisher ein konkreter Zeitplan für die Umsetzung des Abkommens, und es ist unklar, ob alle Punkte tatsächlich wie geplant umgesetzt werden können. „Es ist zum Beispiel fraglich, ob ein japanischer Exporteur tatsächlich daran interessiert sein wird als Bezahlung chinesische Yuan zu erhalten“, skizziert ein Asienexperte des Weltwirtschaftsinstituts, einen Knackpunkt des Vertrages. „Das wird nur gelingen, wenn es gelingt, einen richtigen Markt zu schaffen, sprich wenn die Exporteure ihre Yuan wieder verkaufen und reinvestieren können“. Dafür müsse China die Öffnung seines Kapitalmarktes vorantreiben. Fazit: „Einen Schritt zu Ablösung des Dollars als Leitwährung sehen wir nicht. Dafür ist der Dollar zu liquide. Aber es könnte ein erster Schritt dafür sein, dass es in Asien künftig zwei Leitwährungen gibt, nämlich Dollar und Yuan.“

    So ähnlich sieht es auch ein Professor an der China Europe Business School in Shanghai. „Es ist wahr, dass der internationale Markt für Yuan noch klein ist, aber er wächst rasant.“ So können etwa europäische Unternehmen seit 2010 ihre Handelsgeschäfte in China auch in Yuan abwickeln und Konten in der chinesischen Währung halten. Zudem werden seit wenigen Monaten erstmals größere Volumina an Yuan-Anleihen in Hong Kong emittiert. „Banker in Shanghai bekommen leuchtende Augen angesichts dieser jüngsten Liberalisierungsschritte.“