China-German-Business-Network /English

China-German-Business-Network /English

Posts 1-1 of 1
  • Sven O. Otten 斯文奥顿
    Sven O. Otten 斯文奥顿    Premium Member
    The company name is only visible to registered members.
    Immer mehr chinesische Unternehmen wollen ins Ausland investieren, was von den beteiligten Partnerländern entsprechend begrüßt wird. Dies geht aus der "6. Chinese Enterprises Outbound Investment Conference" hervor, die der chinesische Rat zur Förderung des Internationalen Handels (CPPIT) am Mittwoch und Donnerstag in Beijing veranstaltet. Die Handelskammern von Kanada, Großbritannien, Deutschland (Düsseldorf), Singapur, den ASEAN-Gebieten sowie der lateinamerikanischen Länder nehmen an dieser Konferenz teil. Sie stellen ihre jeweilige Investitionspolitik vor, um mehr Investoren aus China anzuziehen.

    Wang Jifei, der Präsident des CPPITs erklärte auf der Konferenz, die ausländischen Investitionen der chinesischen Unternehmen seien in den letzten Jahren rasant gestiegen. Bis Ende 2011 hätten circa 18.000 chinesische Firmen in 178 ausländischen Regionen investiert. 322 Milliarden US-Dollar seien investiert worden, womit sich das Investitionsvolumen im Vergleich zu 2005 verdoppelt habe.

    Diese Entwicklung sei, so der Direktor der chinesischen Handelskammer, vor allem Chinas "Go Out-Strategie" zu verdanken. Das "Go Out" der chinesischen Unternehmen verstärke nicht nur ihren eigenen Einfluss auf dem internationalen Markt, sondern hätte auch einen Beitrag zur Wiederherstellung der Weltwirtschaft während der Krise geleistet, meinte Wan.

    Des Weiteren sagte der Chef von CPPIT, dass die chinesischen Unternehmen, die ins Ausland investieren wollen, die richtigen Sektoren wählen müssten. Angesichts der beherrschenden Themen wie "grüne Wirtschaft", "Low-Carbon" und "nachhaltige Entwicklung" sollten die Unternehmer diesen Sektoren mehr Aufmerksamkeit schenken, schlug Wan in der Rede vor.

    In den folgenden Reden erklärten die Beamten des Staatlichen Steueramts sowie des Außenhandelsministeriums, dass die Regierung eine günstige Steuerpolitik für Unternehmen eingeführt und die Formalitäten für ausländische Investitionen vereinfacht habe. Weiterhin würden sich die staatlichen Behörden bemühen, ein noch besseres Umfeld für auswertige Investitionen zu schaffen.

    Allerdings werden chinesische Unternehmen, die ins Ausland investieren wollen, immer noch mit vielen Schwierigkeiten konfrontiert. Während sich chinesische Investitionen im Ausland vergrößern, zeige die internationale Gemeinschaft immer mehr Bedenken. Die Folge wären mehr Einschränkungen und strengere Überprüfungen, sagte Kong Linglong, Amtsleiter für auswärtige Investitionen der Staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform auf der Konferenz. Die Sicherheit mancher Projekte von chinesischen Unternehmen in einigen asiatischen, afrikanischen und lateinamerikanischen Entwicklungsländern sei wegen der instabilen politischen Lage bedroht. Die Kulturunterschiede würden die Investitionen mancher chinesischer Unternehmen ins Ausland sowie ihren Umgang mit den lokalen Kommunen weiter erschweren, erörterte der Beamte.

    Jedoch ist Uwe Kerkmann, Amtsleiter der Wirtschaftsförderung Düsseldorf, der Auffassung, dass die Besorgnis über chinesische Investitionen, die sich teilweise in den Medienberichten widerspiegelt, nicht überschätzt werden soll. Die Regierung und die deutsche Wirtschaft hießen die Investitionen aus China willkommen, weil diese die Ressourcen beider Seiten optimieren könnten. Beispielsweise habe der chinesische Baumaschinenhersteller Sany trotz mancher Gegenstimmen Putzmeister, den Weltmarktführer für Betonpumpen aus Deutschland, erfolgreich übernommen. Die einzelnen Investitionspläne müssten allerdings ernsthaft überprüft werden, so Kerkmann.

    Bei einem Forum im Rahmen der Konferenz erklärte Kerkmann, momentan seien bereits 300 chinesische Unternehmen in der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen vertreten. Dazu gehörten auch weltbekannte Marken wie Huawei, ZTE, ICBC, Hisense und viele andere. Dass so viele chinesische Unternehmen von hier aus ihr Geschäft entwickeln, liege dabei nicht nur an der günstigen Lage und der modernen Infrastruktur, sondern auch an den stabilen politischen Investitionsbedingungen. Bei dem schnellen Wachstum der Wirtschaft Düsseldorfs (Von 1994 bis 2008 führte Düsseldorf mit einem akkumulierten Wachstum von 41,5 Prozent die deutschen Städte an) können die Unternehmer mit einer positiven Entwicklung ihrer Geschäfte rechnen.

    Um im Ausland wirtschaftlich erfolgreich zu sein, sollten sich die chinesischen Unternehmer mit den dortigen Gesetzessystemen auskennen und auf die Kulturunterschiede achten, sonst sei der Misserfolg vorprogrammiert, meinte Wei Wang, Direktor der "Global Chinese Practice Germany" von KPMG, beim dem Forum. Als Beispiel nannte er den chinesischen Laptop-Hersteller HASEE, der 2006 sein Hauptquartier in die Nähe der Reichskanzlei in Berlin legen und sich damit in Deutschland einen Namen machen wollte. Jedoch bekam diese Nachricht wenige gute Reaktionen in Deutschland und der Plan wurde schließlich aufgegeben.

    Dafür gibt es in Düsseldorf ein "China Competence Centre", das extra für die Betreuung der chinesischen Unternehmen zur Verfügung steht. Laut einer Präsentation der Wirtschaftsförderung Düsseldorf werden in diesem Zentrum auch chinesische Muttersprachler beschäftigt. Beim Kontakt mit den Behörden, der Auswahl des Standortes, Finanz-, Visums- und Personalfragen biete diese Stelle chinesischen Kunden ihren Service an. Damit könnten die Schwierigkeiten, die wegen der Kulturunterschiede entstehen, abgebaut werden.

    Während der Konferenz zeigte Cathy Duan, Geschäftsführerin einer Werbeagentur, bereits Interesse, in Düsseldorf eine Tochterfirma zu gründen. "Es gibt 300 chinesische Unternehmen, die in dieser Stadt investieren. Vielleicht können wir ihnen unseren Service anbieten", sagte die Geschäftsfrau.

    In einem Forschungsbericht über die auswertigen Investitionen chinesischer Unternehmen im Jahr 2011, der anlässlich der Konferenz veröffentlicht wurde, heißt es, die Tatsache, dass mehr und mehr chinesische Unternehmen im Ausland investieren, entspräche ganz ihren eigenen Interessen. Die steigenden Kosten, die immer härter werdende Konkurrenz in China sowie die Schwierigkeiten, qualifiziertes Personal zu gewinnen, seien die Faktoren, die die Entwicklung der Unternehmen einschränken. Laut der Studie sind 81,7 Prozent der befragten chinesischen Unternehmen der Meinung, dass sie im Ausland ein höheres Entwicklungspotenzial hätten als in China.



    Quelle: http://german.china.org.cn