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Christina Werum-Wang 王魏萌 Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Erinnert sich noch jemand an Max Otte, renommierten deutschen Wirtschaftsprofessor, und seinen klar- um nicht zu sagen hellsichtigen Titel „Der Crash kommt“?? In diesem fundierten und sehr gut recherchierten Buch aus dem Jahre 2006 sagt er den Kollaps der Weltwirtschaft bis spätestens 2010 voraus. Nun, wie wir wissen, war die Geschichte sogar noch schneller.05 Oct 2009, 8:10 pmDie nächste Blase platzt bestimmt - China?
Kaum war die Krise ausgebrochen, haben natürlich immer alle schon Bescheid gewusst und das Unheil kommen sehen… Seither liegen Kritiker und Befürworter der staatlichen Konjunkturprogramme im teilweise heftigen Wettstreit. Allmählich werden jedoch die Stimmen der Kritiker lauter und zahlreicher – mit dem Tenor, die Finanzwelt habe nichts gelernt aus ihren Fehlern, die Konjunkturprogramme seien eine Aufforderung zum Missbrauch, und das System steuere schnurstracks auf den nächsten Crash zu – nur, dass der dann noch gigantischer ausfallen und die Weltwirtschaft dauerhaft, endgültig und rettungslos verwüsten werde.
Aber… zum Glück haben wir China: China gilt vielen als Lokomotive der Weltwirtschaft, die uns alle aus dem Sumpf ziehen wird. Das umgerechnet über 400 Mrd. Euro schwere Konjunkturpaket, erste Anzeichen für Erholung der chinesischen Wirtschaft und ein Wirtschaftswachstum von zuletzt wieder um die 8%, während der Rest der Welt weiter am „Minuswachstum“ laboriert, dazu der Aufstieg Chinas auf Platz 3 der Volkswirtschaften weltweit – all das bietet Anlass zu der Hoffnung, dass der Aufschwung, der von China ausgeht, die Weltwirtschaft mit sich aus der großen Krise ziehen möge.
Zum Glück haben wir China. Zum Glück? Haben wir? China?
Es mehren sich die Stimmen, die vor einer Chinablase warnen. Der Staat versucht, den Einbruch im Export und den Verlust von Arbeitsplätzen durch Infrastrukturprojekte wie den Bau von (noch mehr) Autobahnen und Flughäfen aufzufangen. Aber Konjunkturpaket und staatliche Wirtschaftsförderung wecken auch Begehrlichkeiten und befördern ungesunde Tendenzen. Die staatliche Investitionsquote Chinas liegt mittlerweile „bei sagenhaften 45% des BIP (…) Selbst im zerstörten Japan nach dem Zweiten Weltkrieg betrug die Investitionsquote nur 34%.“ (Manager Magazin 10/2009). Zum Vergleich: Laut Statistischem Bundesamt bzw. OECD beträgt die staatliche Investitionsquote in Deutschland unter 2% (!), in den USA um die 3%.
Was ist die Folge dieser gigantischen Investitionen? Geldmenge und Kreditvolumen steigen rasant, im gleichen Zuge und Tempo steigen auch Aktienkurse und Immobilienpreise. Laut einer aktuellen Studie des IMF ist ein starker Anstieg des Kreditwachstums und allgemein ein Wettlauf von Vermögenswerten als Indiz für eine bevorstehende Finanz- und Wirtschaftskrise zu werten (
http://www.imf.org/external/np/tr/2009/tr093009.htm). Und war es denn nicht genau das gleiche Modell des schuldenfinanzierten Booms (ergo: Blase), das die USA gepflegt haben, und das uns die globale Finanzkrise überhaupt erst beschert hat?
Immerhin, das Schreckgespenst „Überhitzung“ ist der chinesischen Führung nicht fremd; in regelmäßigen Abständen, zuletzt noch Ende 2007 im Vorfeld der Krise, ergreift die Regierung Maßnahmen, um einer drohenden Überhitzung der Wirtschaft entgegenzuwirken. Bisher waren diese Maßnahmen auch stets erfolgreich und hielten das Land in Balance. Allerdings ist auch für chinesische Verhältnisse der Umfang der Finanzkrise einschließlich des staatlichen Konjunkturpakets gigantisch und historisch ohne Beispiel.
Nach vielen mahnenden Rufern in der Wüste stellt nun auch der IWF als erste der großen internationalen Organisationen die These von einer großen Chinablase in den Raum (ebd.). Stehen der Japan-Hype der 80er, die Dotcom-Manie der 90er, die Weltfinanzkrise 2008 Modell für ein böses Erwachen nach der China-Euphorie, die in den letzten Jahren stetig gewachsen und im Angesicht der Krise größer denn je geworden ist? Haben wir es in China mit einer Blase zu tun – mit einer Blase, die vor dem Platzen steht?
Wenn sich diese Warnungen bewahrheiten, dann wird die Lokomotive China die Weltwirtschaft nicht aus der Krise ziehen, sondern im Gegenteil, in die nächste Krise hinein. Full Stop. Und dann sage keiner, er sei nicht gewarnt gewesen. Ich erinnere an Max Otte…
Christina Werum-Wang
http://www.eurasia-enterprise.de
This post was modified on 26 Oct 2009 at 11:45 am. -
Guenther Schmidt(not a XING member)Liebe Frau Werum-Wang,07 Oct 2009, 07:11 amRe: Die nächste Blase platzt bestimmt - China?
auch ich hatte dieses Buch gelesen und meine Verwunderung war groß. Nämlich die, wie überrascht alle waren, als die Finanzkrise da war. Über die Immobiienkrise in den USA gab es schon längere Zeit Berichte. Über das billige Geld in den USA, usw. Das war wie im Casino. Beim nächsten Mal klappts bestimmt.
Aber zurück zu China.
Die Frage bleibt. Wenn China kollabiert, wäre die Finanzkrise wohl ein laues "Lüfterl" gewesen. Die westliche Welt wäre froh, einen, und wohl auch größten, Gegenspieler los zu werden. Am Tag danach wäre nichts mehr wie zuvor.
Ich möchte neben Max Otoo auch auf Frank Sieren hinweisen und seine beiden Bücher "Der Chinacode" und der "Chinaschock" anführen. China hat Krisen wesentlich besser weggesteckt wie der Westen. China ist aus der Asienkrise als Gewinner hervorgegangen. Und ist seit dem die Führungsmacht in Asien. Und wird es nicht nur dort bleiben.
Zum anderen stelle ich dagegen, das die rigide Sparpolitik Europas, die ihr Entstehen dem Stabilitätspakt Deutschlands , 1991, zu verdanken hat, ebenfalls zum Einbruch der Wirtschaft und deren Folgen geführt hat.
Ein deutliches Mehr an Engagement des Staates hätte einiges wohl abgefedert oder sogar zu einem Mehr an Wachstum und Wohlstand geführt. Das war wohl der Exportbeitrag Deutschlands, der aus Übermut über die vorangegangenen fetten Jahre entstanden ist.
"sparen heißt schmarotzen", interessante Überschrift
siehe FTD:
http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:finanzpolitik-sparen-h...
Der Gedanke an eine Chinablase läßt erschauern. Danach wäre die Weltpolitik nicht mir die, die wir uns heute von der Zukunft vorstellen. Da Max Otto noch kein Buch darüber geschrieben hat, dürfen wir Hoffnung haben.
Vielleicht haben wir ja die Möglichkeit, morgen Abend während uneres ersten Gruppenevents in Frankfurt, diese Frage näher zu erörtern.
https://www.xing.com/events/first-after-work-get-together-40...
herzliche Grüße
Günther Schmidt
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Frieder Demmer Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Ich halte die Übertragung des Begriffes auf China als Gesamtgebilde für nicht angemessen.12 Oct 2009, 10:13 pmRe: Die nächste Blase platzt bestimmt - China?
Ich denke vielmehr, dass Chinas Potenzial in der Summe nach wie vor bei Weitem unterbewertet wird.
Einzelmärkte mögen dagegen durchaus Blasencharakter haben und die "Blasenbildung" ist zudem eine generelle chinesische Verhandlungsstrategie: Große Zahlen als unwiderstehlicher Köder für Leverage-trainierte West-Manager.
Das ist aber eine Marketing-Strategie, kein Realitätsverlust der Handelnden.
Und im Windschatten dieser Strategie zerplatzen ganz sicher nach wie vor täglich ganz persönliche China-Blasen.
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Frieder Demmer Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Interessant ist daran vor allen Dingen, dass IW, IFO, KfW seit Mai unisono mehr oder minder geschickt verklausulierte "Wende" Meldungen bringen - kaum ist die Wahl vorbei gehen die Zahlen wieder nach unten... .14 Oct 2009, 09:46 amRe^3: Die nächste Blase platzt bestimmt - China?
Tenor der Vorwahl-Meldungen:
Es wird uns besser gehen, weil der Export anläuft.
Und was tut er?
"Lüge", kann man dabei übrigens niemand vorwerfen: In allen Berichten seit Mai stand ausdrücklich drin: Der prositive Trend fußt auf Erwartungen, noch nicht auf realisierten Aufträgen... .
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