CiW Business Club

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  • Marcus Mockler
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    CiW-Wirtschaftsnachricht: Bochum streicht alle verkaufsoffenen Sonntage
    Heftige Proteste der örtlichen Handelsverbände hat die Entscheidung des Bochumer Stadtrats ausgelöst, für 2012 alle verkaufsoffenen Sonntage zu streichen. Der Beschluss war mit einer Stimme Mehrheit bei der Ratssitzung am 2. Februar gefallen. Der Vorsitzende des Bochumer Einzelhandelsverbandes, Thomas Lenk, sagte dazu der in Essen erscheinenden Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), diese Entscheidung sei ein unglaublicher Schlag ins Gesicht der Händler: „Bochum darf nicht auf den Status des Provinznestes zurückfallen.“

    Der Hauptgeschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Westfalen, Thomas Schäfer, erklärte: „Die Händler können auf den Sonntagsumsatz nicht verzichten. Das zusätzliche Geschäft tut ihnen gut.“ Nach Recherchen der WAZ erreichen die 140 Läden des Bochumer Einkaufszentrums Ruhrpark an den fünf Stunden eines verkaufsoffenen Sonntags mit 50.000 Besuchern ebenso viele Kunden wie an einem Werktag innerhalb von zehn Stunden Ladenöffnung.

    Zum Hintergrund: Das nordrhein-westfälische Ladenöffnungszeitengesetz ermöglicht es Städten und Gemeinden, an bis zu vier Sonntagen für jeweils fünf Stunden die Ladenöffnung zu gestatten. Dabei sind in den Stadtteilen der Großstädte unterschiedliche verkaufsoffene Sonntage üblich. Der nordrhein-westfälische Landtag berät derzeit über eine Änderung dieses Gesetzes. Auf verkaufsoffene Sonntage hat bisher nur die Stadt Siegen völlig verzichtet.

    Die Entscheidung des Stadtrats entspricht Forderungen des evangelischen Kirchenkreises Bochum und der katholischen Stadtkirche Bochum und Wattenscheid, die in einem Schreiben an die Politiker die Abschaffung oder deutliche Reduzierung der verkaufsoffenen Sonntage verlangt hatten. Das von dem evangelischen Superintendenten Peter Scheffler und dem katholischen Stadtdechanten Dietmar Schmidt unterzeichnete Schreiben appelliert zugleich an die Vertreter des Einzelhandels, „sich selbst zu mäßigen“. In den Städten des Ruhrgebietes seien an 36 von 52 Sonntagen Geschäfte geöffnet. Die Kommunalpolitik dürfe „die gesetzlich zulässige Anzahl in einer Stadt nicht dadurch umgehen, dass für einzelne Bezirke oder Ortsteile ‚verkaufsoffene Sonntage‘ beschlossen werden“, heißt es in dem Brief.

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