CiW Business Club

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  • Marcus Mockler
    Marcus Mockler    Group moderator
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    CiW-Wirtschaftsnachricht: Wie vertragen sich christlicher Glaube und Wirtschaft?
    Wie vertragen sich christlicher Glaube und wirtschaftliches Handeln? Darüber diskutierten zwei Unternehmer, ein Politiker und ein Journalist auf der 4. Luther-Konferenz am 10. November in Berlin. Sie wurde von der Internationalen Martin Luther Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband veranstaltet.

    Der Vorstandsvorsitzende der Friedhelm Loh Gruppe, Friedhelm Loh (Haiger/Mittelhessen), bekannte, dass er sich dort Rat hole, wo er „Kompetenz und Weisheit“ finde: zuerst im Gebet. Zudem suche er nach Menschen, die im Gespräch sachlichen Austausch mit Lebenshilfe verbinden. Leider gebe es zu wenige Theologen, die die Fähigkeit hätten, sich in seinen Beruf hineinzudenken, so Loh. Zugleich warnte er davor, die Kirchen zu überfordern. Sie sollten Aussagen zu Themen meiden, bei denen sie keine Kompetenz hätten.

    Dem widersprach ein Mitglied der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Europäischen Parlament, Sven Giegold (Düsseldorf). Auftrag der Kirche sei es auch, sich zu tagespolitischen Themen zu äußern, etwa zum Klimawandel oder zu den Folgen des Konsums. Die Kirche müsse dabei allerdings bedenken, dass sie sich irren könne. Wenn sie jedoch aus Angst, das Falsche zu sagen, schweige, versündige sie sich.

    Giegold erinnerte an die Aussage Martin Luthers (1483-1546) „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan“. Unternehmer dürften den zweiten Teil von Luthers Aussage nicht weglassen. Vielmehr müssten sie die Auswirkungen ihrer Handlungen auf Dritte berücksichtigen, so Giegold.

    Der Redakteur Reinhard Bingener von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bezeichnete die Kirche als einen Ort, an dem man sein Gewissen schärfe. Die Kirche müsse sich jedoch vor „Trivialtheologie“ und „Banalmoral“ hüten. In vielen Predigten und Kundgebungen positioniere sich die Kirche einseitig. Als Beispiel nannte Bingener Äußerungen des EKD-Ratsvorsitzenden, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), der gefordert hatte, die Erkundung des niedersächsischen Salzstockes Gorleben als mögliche Endlagerstätte für Atommüll zu stoppen, ohne eine Alternative für die Lagerung zu benennen.

    Die Internationale Martin Luther Stiftung wurde 2007 in Wittenberg gegründet. Sie will mit Impulsen aus der Reformation „zur Entwicklung einer verantwortungsbereiten und leistungsstarken Wirtschaft und Bürgergesellschaft“ beitragen. Vorsitzender ist der Bereichsleiter für Unternehmenskommunikation & Public Affairs bei der Metro AG, Michael J. Inacker (Düsseldorf).

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