CiW Business Club

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  • Timo Plutschinski
    Timo Plutschinski    Premium Member   Group moderator
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    Evangelikaler Top-Unternehmer gegen Atomsteuer
    Anbei ein heißes Thema, das sich zu diskutieren lohnt.

    Herzlicher Gruß

    Timo Plutschinski



    Haiger (idea) – Ein evangelikaler Christ gehört zu den Unterzeichnern eines am 21. August veröffentlichten „Energiepolitischen Appells“ an die Bundesregierung.

    Gemeinsam mit rund 40 weiteren Topmanagern wendet sich auch der Unternehmer Friedhelm Loh (Haiger/Mittelhessen) gegen die von der schwarz-gelben Koalition geplante Brennelemente-Steuer für die Betreiber von Kernkraftwerken. Die Regierung will mit den jährlich erwarteten rund 2,3 Milliarden Euro den Haushalt sanieren und den Ausbau erneuerbarer Energien fördern. Im Gegenzug soll die Laufzeit der Atomkraftwerke verlängert werden. Während sich viele evangelische Landeskirchen – die sich zusammen mit Umwelt- und Entwicklungsorganisationen sowie Gewerkschaften zur Klima-Allianz zusammengeschlossen haben – gegen eine solche Verlängerung wenden, spricht sich das Manager-Bündnis dafür aus. „Damit die Preise für alle bezahlbar bleiben, können wir bis auf Weiteres nicht auf kostengünstige Kohle und Kernenergie verzichten“, heißt es in einseitigen Zeitungsanzeigen. Die regenerative Energiewende sei nicht „von heute auf morgen“ zu bewerkstelligen. Zu den Unterstützern des Appells gehören u. a. auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der Manager der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, sowie die ehemaligen Bundesminister Wolfgang Clement (parteilos) und Otto Schily (SPD). Loh ist Inhaber und Vorsitzender einer nach ihm benannten Unternehmensgruppe, die in elf inländischen Firmen und mehr als 60 Tochtergesellschaften rund 11.600 Mitarbeiter beschäftigt. Zudem ist der 63-Jährige Präsident des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie sowie Vizepräsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI). Ferner ist er der Gründer und Vorsitzende der „Stiftung Christliche Medien“, zu der fünf christliche Verlage gehören. Für sein soziales Engagement erhielt Loh vor kurzem das Samariterkreuz in Gold des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB).
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  • Joern Stadtlander
    Joern Stadtlander
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    Re: Evangelikaler Top-Unternehmer gegen Atomsteuer
    In Bezug auf die "Bewahrung der Schöpfung" ist das Statement PRO ATOMSTROM so m.e. nicht hinnehmbar.
    Nur damit wir heute "billigen Strom" haben, wollen wir nachfolgenden Genationen für 100-tausende von Jahren strahlenden Müll hinterlassen?

    Dies verträgt sich nicht mit meinem christlichen Weltbild. Außerdem werden mit den geplanten Zusatzabgaben nur mögliche Zusatzkosten - z.B. für die Entsorgung - etwas mehr verursachungsrecht allokiert. Schließlich kann es nicht richtig sein, dass der Steuerzahler grundsätzlich für die Kosten der Müll-Endlagerung aufkommen muss; bei "Asse II" ist es nun aber so ...
    Meine Müllentsorgung muss ich schließlich auch selbst bezahlen!
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  • Markus Mohr
    Markus Mohr
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    Re^2: Evangelikaler Top-Unternehmer gegen Atomsteuer
    Die Reaktorsicherheit der heutigen AKWs ist doch gar nicht mit der von Tschernobyl zu vergleichen.

    Desweiteren stellt sich die Frage, wie weit wir technisch bereits sein könnten, wenn die für regenerative Energien aufgewendeten Forschungsgelder und Subventionen gezielt in die Weiterentwicklung der Kernenergie investiert worden wären. Auch die Suche nach einem geeigneten Endlager in Deutschland bzw. dessen Ausbau wären vermutlich bereits vom Tisch.

    Leider hat Deutschland mit der Abkehr von der Atomenergie eine gigantische wirtschafliche Chance vergeben. Vielleicht wäre es deutschen Wissenschaftler bei entsprechenden finanziellen Mitteln schon längst gelungen, einen zuverlässigen und effizienten Kernfusionsreaktor zu entwickeln. Statt aber in diese Richtung massiv zu forschen, verzichtet man in Deutschland aus ideologischen Gründen sogar auf einen "Schnellen Brüter" und stopft lieber Milliarden jährlich in die Förderung von ineffizienter Solar- und Windenergie. Dafür sichern sich unsere französischen Nachbarn ihre Energie-Unabhängigkeit und betreiben bei häufigem Westwind in der Grenzregion zu Deutschland AKWs. Es ist immer wieder bewundernswert wir naiv deutsche Gutmenschen mit dieser Thematik umgehen. Als wäre das Problem möglicher Verseuchungen gelöst, wenn Deutschland auf die Schlüsseltechnologie Atomkraft verzichtet.

    Warum nicht einfach die Kohlekraftwerke stillegen und stattdessen auf Atomkraft setzen? Der naturbelastende Kohleabbau wäre vorerst gestoppt. Deutschland bewahrt noch einiges an Kohlereserven für die zukünftigen Generationen auf, was sich noch als sehr wichtig erweisen könnte. Der CO2 Ausstoß wird deutlich reduziert und durch eine umfangreiche Bevorratung von Kernbrennstoffen kann Deutschland eine Autarkie im Hinblick auf seine Energieversorgung für viele Jahre, wenn nicht sogar für Jahrzehnte in die Zukunft erlangen. Aber wer will schon ein autarkes Deutschland oder gar vorausschauende Politik für die nächsten Generationen? Wer hat schon ein Interesse daran, dass Deutschland bei Schlüsseltechnologien eine Führungsrolle einnimmt? Überlassen wir dies doch lieber anderen Nationen und machen uns mit Projekten wie Desertec noch abhängiger von Drittländern. Traurig, wie sich ein ehemals so mächtiges und kraftvolles Land von kurzsichtigen Ideologien anketten und kleinhalten lässt. Wann hört die Selbstzerstörung durch das Gedankengut der 68er nur endlich auf?
    This post was modified on 27 Aug 2010 at 10:57 pm.
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  • Andreas Damke
    Andreas Damke    Premium Member   Group moderator
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    Re^4: Evangelikaler Top-Unternehmer gegen Atomsteuer
    Unbedingt diesen Film ansehen (ein echter Mutmacher - zum Weiter-Denken und neuen Handeln!) - dadurch deutlich weitersehen - und (eigentlich erst) dann weiterreden: http://www.energyautonomy.org/ !


    Als Appetizer nur ein paar der dort entfalteten Aufrüttler- und Motivator-Thesen:

    Die Zukunft der Energieversorgung liegt ganz sicher nicht in der weiteren Fokussierung auf zentralisierte aber ineffiziente und für uns alle extrem (weil nicht internalisiert = extern = neben- und folge-)kostenintensive Großtechnologieeinheiten (deren "Unverzichtbarkeit" ja nicht umsonst von ebenso zentralisierten Kartellen und deren Lobbyisten und Folgern proklamiert werden). Ganz sicher liegt sie aber natürlich auch nicht in der einfachen Nutzung / Verbrennung extrem begrenzt (z.T. nur noch (nach heutigen, sich laufend rasch selbst überholenden Prognosen) 20 Jahre!) vorhandener (und absehbar exorbitant teurer und (noch) umkämpfter (!) werdender) fossiler Ressourcen (incl. der Basisprodukte kerntechnischer Prozesse !) - schon nach dem 2. Thermodynamischen Hauptsatz sollten wir alles daransetzen, diese Rohstoffe weit intelligenter zu nutzen. Schon unsere Kinder brauchen sie wesentlich mehr als (dort z.gr.T. noch unersetzbare) Basis für chemisch basierte Produkte und Prozesse.

    Energie für Strom, Wärme, Mobilität etc. kann (schon heute) deutlich effektiver und effizienter sowie weit risikoärmer und (gesamt-)kostengünstiger direkt aus regenerativen Quellen genutzt werden - v.a. Sonne. Selbst in Deutschland wäre nach neuesten, sehr spannenden (und ermutigenden) Studien binnen weniger Jahre die 100%ige Selbstversorgung möglich (vgl. "100% regenerativ") - und dies zu (wenn endlich einmal systemisch übergreifend incl. aller Neben- und Folgekosten gerechnet) nachhaltig günstigeren Konditionen - auch die System-Umbaukosten (etwa im Verkehrsbereich auf strombetriebene Fahrzeuge und deren Infrastruktur-Bedingungen (vgl. z.B. Tesla, Better Place etc.)) würden sich binnen weniger Jahre amortisiert haben - im Vergleich zu den Konditionen für den verspäteten Umbau.

    (Einer von vielen positiven) "Neben"-Effekt(en): Deutschland als Pionier für die Technologien, die kurz- bis mittelfristig ohnehin alle brauchen werden. Ohne risikoreiche Babel-Großtechnologie-Projekte - aber mit Intelligenz und neuem Vertrauen in kartellärmere / -freie, dezentral autonome (=bürgernahe, z.T. individuell betriebene) Energiegewinnungseinheiten (optimiert u.a. durch sog. Smart Grid-Systeme).

    Voraussetzung: Offenheit für (echte!) Innovation, ganzheitlich systemkybernetisches Denken, neuen Unternehmer-Mut in allen Lebensbereichen. Und natürlich: Gottes Gnade.

    Ich denke, wir Christen haben hier enorme Chancen (und sicher auch mit die Aufgabe), die Diskussion zu versachlichen, von Partialegoismen zu befreien, Mut zu neuen Schritten und wesentlicherem Leben zu machen.
    This post was modified on 28 Aug 2010 at 10:07 pm.
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