CiW Business Club
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Timo Plutschinski Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Frauenquote
Derzeit macht ein Thema mal wieder richtig Quote: Die Frauenquote in Führungspositionen.
Dieses Thema setzt Emotionen frei, da es um Gerechtigkeit und den richtigen Weg dorthin geht. Der Diskussion liegt dabei die Frage zugrunde: Ist es prinzipiell ungerecht, wenn in Führungspositionen weniger Frauen als Männer sind? Und schafft erst eine Gleichheit nach Zahlen die erwünschte Gerechtigkeit?
Meiner Meinung nach ist man mit einer gesetzlichen Frauenquote aus 3 Gründen auf dem Holzweg:
1. Wann ist eine Lösung wirklich gerecht? Doch viel eher, wenn alle – egal ob männlich oder weiblich – die gleichen Chancen haben. Chancengerechtigkeit kann aber nur durch richtige Rahmenbedingungen wie bspw. dem Zugang zu Bildung u.a. hergestellt werden. Wenn das Einstellungskriterium nicht Persönlichkeit, Kompetenz und Leistung, sondern das Geschlecht ist, wird zwangsläufig eine neue Form von Ungerechtigkeit geschaffen. Im Endeffekt widerspricht eine Frauenquote der im Grundgesetz geforderten Gleichberechtigung – der sie ja vorgeblich dienen will. Anstelle gesetzlicher Quotierung nach Zahlen sollte der Fokus vielmehr auf den Grundsatz der gleichen Bezahlung gleicher Leistung gelegt werden.
2. Glücklicher werden durch eine gesetzliche Quote vor allem die Frauen nicht, weil jeder Frau im Chefsessel die Freude und Glaubwürdigkeit der Führungsposition durch den unausgesprochenen Vorwurf der „Quotenfrau“ genommen wird. Das ist entwürdigend und untergräbt die Führungsautorität von weiblichen Chefs. Wer möchte schon „Quotenerfüllerin“ sein? Zweifelt man dann nicht erst recht auch an den eigenen Kompetenzen und stellt sich immer wieder die Frage, ob diese alleine auch für die Position gereicht hätten?
3. Wenn Unternehmen Frauen nicht fördern und einsetzen (wollen), schaden sie sich selbst, da sie sich des Know-Hows qualifizierter weiblicher Führungskräfte berauben. Da hilft weniger eine gesetzlich verordnete Frauenquote als vielmehr eine andere Einstellung. Wer verstanden hat, dass Frauen in Führungspositionen ein Unternehmen bereichern, dass sie einen anderen Blickwinkel auf die Dinge mitbringen, andere Lösungswege einschlagen, etc., der braucht keine Bevormundung durch den Staat.
Aus diesen Gründen müssen statt einer Zwangsquote vielmehr die positiven Erlebnisse mit Frauen in Führungspositionen werben und überzeugen. Es muss unternehmerische Initiative in der Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch flexible Arbeitsmodelle, Kinderbetreuung u.a. gezeigt werden. Und es müssen Vorurteile und Ängste abgebaut werden, die Männer vielleicht beim Gedanken an eine weibliche Chefin haben.
- 17 Oct 2011, 09:40 am
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Matthias Vering Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re: Frauenquote
Es gibt ja bereits eine Frauenquote - nämlich der Prozentsatz der Frauen, die tatsächlich in Führungspositionen arbeiten. Die Frage ist: ist das die Quote, die wir für angemessen und richtig halten? Meine Antwort auf diese Frage lautet ganz klar: Nein!
Es ist nicht richtig, dass die Wahrscheinlichkeit, auf eine Frau zu treffen um so geringer wird, je höher Gehalt und Einfluss der entsprechenden Kreise sind. Es ist nicht richtig, dass die meisten Führungsteams reine Männerteams sind - und sich oft auch gemäß jedem Klischee verhalten, das über Männerteams und Alphatiere im Umlauf sind. Ich bin für eine viel höhere Quote an FRauen in Führungspositionen.
Wenn man sich im Ziel einig ist, das man erreichen möchte, dann kann man über den Weg zu dem Ziel sicher noch trefflich streiten. Ich bin auch kein Freund einer gesetzlich vorgeschriebenen Frauenquote, weil sie bevormundend wirkt und weil alle Frauen in Führungspositionen daurch unter den Generalverdacht gestellt werden, nur "per Quote" die Position erlangt zu haben.
Aber es muss auch die Frage erlaubt sein: wie erreichen wir denn eine angemessene Quote von Frauen in Führungspositionen ohne gesetzliche Vorgaben? Bislang jedenfalls sind wir alle an dieser Aufgabe gescheitert. Wir haben darin versagt. Und ob die Versager von gestern die besten Ideengeber für morgen sind?
- 17 Oct 2011, 12:42 pm
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