CiW Business Club
Posts 1-10 of 14
- Back
- Next
-
Timo Plutschinski Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Ökonomische Risiken der Entchristlichung Deutschlands
Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.08.2010, Nr. 194 / Seite 10
Lassen Demokratie, Frieden und Wohlstand das Bedürfnis nach Kirche und den Glauben an Gott nach und nach verschwinden? Sind die heutigen Kirchensteuerzahler nichtgläubige Pragmatiker, die eines Tages romantisch heiraten, ihre Kinder auf eine gute - katholische - Schule schicken oder bei der Caritas arbeiten wollen? Eine "Gesellschaft ohne Gott" mag sich der Bonner Publizist Andreas Püttmann in seinem Buch nicht ausmalen.
Es wäre eine Gesellschaft, die nicht nur geistig und spirituell verarme, sondern auch ökonomisch an Boden verliere. Dafür gebe es viele Beispiele: Deutschlands erfolgreichste Landstriche liegen heute im weniger entchristlichen Süden. In den Vereinigten Staaten sind die Staatsausgaben in solchen Bundesstaaten besonders niedrig, in denen der Anteil der Kirchenmitglieder an der Bevölkerung hoch ist.
Ökonomen sind davon überzeugt, dass das Gebot "Du sollst nicht stehlen" sehr wirksam ist, um ein System von Eigentumsrechten zu etablieren, "weil Regelverletzungen von einem als allgegenwärtig und allmächtig wahrgenommenen Gott oder durch Ächtung in der Glaubensgemeinschaft bestraft werden können. Auf diese Weise produzieren Religionen eine Art öffentliches Gut", meint Robert Tollison, der Autor des berühmten Lehrbuches "Economics": "Ein Gut, von dem alle Gesellschaftsmitglieder profitieren, auch wenn sie mangels Frömmigkeit selbst nicht an seiner Produktion beteiligt waren." Jeder Austretende ist also, was Ökonomen einen "freerider" nennen - jemand, der nichts zahlt, aber die positiven Wirkungen mitnimmt.
Offen ist die Frage, ob diese ökonomisch positiven Wirkungen des Glaubens, die sich empirisch vor allem bei kirchennahen Menschen feststellen lassen, die "Kosten des Glaubens" übersteigen, zu denen Kirchensteuer oder Intoleranz fundamentalistischer Gruppen zu rechnen wären. Püttmann bejaht dies und verweist auf Friedrich von Hayek, der für sich persönlich den Glauben an Gott ablehnte, aber die These vertrat, dass der Glaube die Menschen zu ökonomisch vernünftigem Verhalten anhalte. Hayek nannte Ehrlichkeit, Vertragstreue, Respekt vor Eigentum und der Familie.
Heutige Studien zeigen vielmehr, dass gläubige Menschen aktiver, gesünder, psychisch stabiler und glücklicher sind. Fromme Wirtschaftslenker wüssten, so ein ehemaliger BASF-Manager, dass es nicht nur auf Zahlen ankomme; sie erfassten vielmehr den gesamten Kontext und hätten feine Antennen für Störgeräusche.
In der Wirtschaftswissenschaft erfreut sich das Thema inzwischen einiger Aufmerksamkeit. Friedrich Heinemann vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim legte vor einigen Monaten dar, dass immer häufiger der Zusammenhang zwischen Religiosität und wirtschaftlichem Wohlergehen diskutiert werde. Dabei komme man zu dem Ergebnis, dass Religiosität messbare positive Wirkungen haben kann, wenn es um wirtschaftliche Entwicklung, Kriminalität oder den Gesundheitszustand geht.
Einen messbaren Einfluss gibt es auch auf die Sparsamkeit von Menschen, wie der italienische Ökonom Luigi Guiso zeigte. Die Fähigkeit, durch Ersparnis auf unmittelbaren Konsum zu verzichten, sei von großer Bedeutung für Entwicklungsländer, die auf Ersparnis und Investitionen angewiesen sind, um der Armut entwachsen zu können. Dazu passt, dass sich in den Ländern Afrikas hohe AIDS-Raten und die Ausbreitung des katholischen Glaubens antiproportional zueinander verhalten. In Deutschland sind rund 3000 Unternehmer, Freiberufler und Führungskräfte in christlichen Wirtschaftsvereinigungen organisiert. Als Beispiele dezidiert religiös orientierter "Hochkaräter" werden Obi-Gründer Manfred Maus, Christiane Underberg, Gerhard Cromme, Heinrich Deichmann oder Norbert Walter aufgeführt.
Auch Püttmann kann nicht exakt berechnen, was uns eine Gesellschaft ohne Gott kosten würde. Er kann aber mahnen und warnen, indem er auf viele Selbstverständlichkeiten hinweist, die verlorengehen könnten, würde man Gott ins Abseits schieben. Zudem: Woran würden sich die Menschen stattdessen orientieren? Hätte Kants Vernunftgedanke die gleiche Ausstrahlungskraft wie eine Weihnachtsmesse im Kölner Dom? Treten Aktienkurse oder Anarchie, Sozialismus oder Nationalsozialismus an seine Stelle? Püttmann, der über den zivilen Ungehorsam promoviert hat, erinnert in einem engagiert verfassten und fundiert recherchierten Weckruf an die Grundlagen unseres Zusammenseins.
JOCHEN ZENTHÖFER
Buchtitel: Gesellschaft ohne Gott
Buchautor: Püttmann, Andreas
- 06 Sep 2010, 3:32 pm
-
Post visible to registered members
-
Bodo Kaeber Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^2: Ökonomische Risiken der Entchristlichung Deutschlands
Es macht den Eindruck, als ob die Schelte der Politiker gegenüber Tilo Sarazin daraus resultiert, dass sie sich überführt fühlen in einem Bereich, in dem sie einfach ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. So köpft man lieber den Überbringer schlechter Nachrichten, statt sich des Problems anzunehmen.
Es ist politisch inkorrekt aber die Wahrheit, die Probleme sind nicht irgendwelche Menschen sondern die Religion des Islam. Bei manchen Menschen schlummert dieser Geist und wirkt sich nicht so aus, bei manchen bricht er plötzlich voll aus. Das ist gefährlich und DAS Problem der nächsten Zeit.
Wenn die Politik nicht bereit ist, sich der Probleme anzunehmen, bekommen wir die vorausgesagte Situation der Unregierbarkeit der Länder.
- 08 Sep 2010, 6:15 pm
-
Rainer Weber Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^3: Ökonomische Risiken der Entchristlichung Deutschlands
Es ist schon spannend diese Entwicklung zu verfolgen ! Deutschland war immer ein Land, dass die "Dinge ordentlich" gemacht hat. Was will ich damit sagen ?
Die Produktionen und Innovationen Deutscher Unternehmen haben weltweit immer schon hohe Anerkennung gehabt. Der Grund hierfür war und ist, dass man von "Deutscher Gründlichkeit " sprechen kann. Die Qualität und die Zuverlässigkeit der Deutschen war lange Jahre der Motor für stetiges Wirtschaftswachstum. Mit der immer stärker werdenden Transparenz - durch das Ziel der Gloablisierung in allen Lebensbereichen - wurde der Faktor Preis und Profite immer mehr der Kernpunkt von wirtschaftlichen Entscheidungen. Das Motto "Profit statt Qualität" (nicht immer aber immer öfter) verändert das wirtschaftliche Denken.
Das nur als Vorwort !
Wir haben in Deutschland die Dinge, von denen wir überzeugt waren oder überzeugt wurden, immer versucht 100 %ige richtig umszusetzen. Das hatte in unserer Geschichte leider auch fatale negative Folgen, aber auch das anschließende Wirtschaftswunder.
Jetzt zur Aussage des Artikels:
Diese Aussagen sind absolut richtig, aber es ist einfach eine weitere Analyse, die selbst weltlich orientierten Menschen klar ist (wie man aus den Zitaten des Artikels entnehmen kann). Also irgendwie nichts NEUES ! Die Frage ist, was passiert in 6 Wochen mit diesen Gedanken ? Unsere Welt ist so schnelllebig, dass wir durch die Informationsflut schnell vergessen. Wer spricht zur Zeit noch vom Öl Leck im Ozean ? Es scheint ein gelöstes Problem zu sein und der Mensch der Jetztzeit neigt schnell zu vergessen bzw. wird schon mit der nächsten Katastrophe konfrontiert.
Diese derzeit aktuelle Wertediskussion zum christlichen Glauben, sollte von uns als Christen aufgenommen werden und auch hochgehalten bleiben.Nur dann erzielen wir die Reaktion der guten Deutschen Seele. Die Deutschen stürzten sich immer gerne auf Ideologien von charismatischen Wortführern - irgendwie erheben die Christen auf diese Position keinen Anspruch. Dabei dürfen wir die charismatischste Person, die je auf Erden lebte, als Mittelpunkt des neutestamentlichen christlichen Glaubens nennen - der Mensch gewordene Sohn Gottes - Jesus Christus.
Ich höre, gerade im christlichen Business Bereich, sehr wenig Aufbegehren nach christlichen Werten im Wirtschaftsleben. Wenig über das Wirken Gottes und die Wunder die wir auch heute noch in unserem privaten und beruflichen Umfeld erleben dürfen. Wir registrieren, dass in der Presse Themen offen geschildert werden, die unser wirtschaftliches und auch "christliches" Know How in "heiligen Zorn" versetzen sollten. Aber man hört von uns nichts (ich spreche von uns, da ich mich in den Club der Betroffenen mit einbeziehe). Selbst wenn Sie jetzt den Eindruck haben "Ich tue doch was ! " sollte immer die Frage angeschlossen werden - hat das was ich tue eine Auswirkung in meinem Umfeld ?
Seitdem ich Christ bin steht eines meiner geistlichen Leitworte in Jakobus 1, 19 - 25.
In diesem Sinne muss es unser bestreben sein, den Inhalt des Artikels nicht verstummen zu lassen und noch weiter mit christlichen Werten anzufüllen.
Ich möchte uns mit diesen Worten ernahmen, aber auch ermutigen, auf das zu schauen, was der HERR und gegeben hat. Wir sind die Wissenden !
Einen gesegnete Tag
Rainer Weber
- 09 Sep 2010, 09:37 am
-
Post visible to registered members
-
Bodo Kaeber Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^4: Ökonomische Risiken der Entchristlichung Deutschlands
Ich glaube nicht, dass Christentum und Islam die gleichen Wurzeln haben. Sie haben ja zwei verschiedene Götter. Unser Gott hat einen Sohn, der für unsere Sünden gestorben ist, Allah hat keinen Sohn. Das ergibt zwangsläufig, dass unser Gott und Allah nicht identisch sein können.
Wenn Allah nicht mit dem Gott identisch ist, der Himmel und Erde geschaffen ist, aber von ihm behauptet wird, er sei Gott, wo kommt er dann her?
Ich glaube, wir müssen unterscheiden zwischen dem Islam und den Menschen, den Moslems. Moslems brauchen Jesus Christus, da kann man doch nicht sagen, da sei alles o.k. und wir haben uns alle einfach lieb.
Im Islam steckt eine Sprengkraft, die unsere humanistische, hedonistische und vollkommen auf das Diesseits bezogene Gesellschaft an ihre Grenzen bringt. Langsam wacht die Bevölkerung auf. Wir Christen sollten auch wach sein und nicht falsche Multi-Kulit-Aussagen nachbeten.
Unser Wirtschaftssystem bedarf sicher einer Veränderung, ja Erneuerung, da ist aber der Islam sicher keine Hilfe. Welche gute Frucht hat er denn?
- 09 Sep 2010, 12:23 pm
-
Post visible to registered members
-
Post visible to registered members
-
Klaus-Peter Fuhrmann Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^7: Ökonomische Risiken der Entchristlichung Deutschlands
Frau Unger sprach von gleichen Wurzeln - das ist doch völlig korrekt ! Der Unterschied in der Entstehung liegt darin, dass der Islam Isaak nicht als rechtmäßigen Sohn Abrahams anerkennt, sondern den erstgeborenen Ismael. Hierauf bauen sich weitere abweichende Meinungen auf.
- 10 Sep 2010, 10:17 am
-
Post visible to registered members
- Back
- Next
