Zudem: Ich bin nicht wirklich in der Materie der "Datev-Cloud", aber soweit mir bekannt (da lasse ich mich gerne
eines Besseren belehren), ist Datev ein SaaS und kein PaaS Hätte es 1966, also vor mehr als 4 Jahrzehnten, diese Akronyme schon gegeben, wäre das Angebot der DATEV sicherlich unter SaaS eingeordnet worden ...
... auch wenn es sich bei SaaS um ein "Akroxymoron" handelt, ein Akronym, das ein Oxymoron ist, alldieweil ein (Software-)Sachgut niemals ein Service sein kann. Ein Software-Sachgut, das in einer geeigneten Laufzeitumgebung etabliert & aktiviert worden und somit zur Applikation geworden ist, kann allenfalls applikationsbasierte Service-Beiträge für ICT-basierte Business Support Service (ICTBSS) erbringen.
Zum gelegentlichen Nachlesen:
s. "ICT-basierter Business Support Service (ICTBSS)"
https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=16278686Zu Plattform as a Service (PaaS) steht in dem Artikel von Jürgen Suppan:
"Die Idee ist, den Unternehmen eine komplette Entwicklungsumgebung mit optimierten Schnittstellen zur Verfügung zu stellen. Force.Com (gehört zu Salesforce.com) wirbt mit einer 4.9-fach schnelleren Entwicklung von Applikationen gegenüber der traditionellen Vorgehensweise. Alle Anbieter haben dabei einen individuellen Mix aus Werkzeugen, Datenbanken und Programmiersprachen zusammengestellt. Das Angebot reicht von sehr proprietären Lösungen wie Force.Com und Google bis hin zu sehr offenen Lösungen wie Wave-Maker Studio oder Engine Yard. Und um das Ganze abzurunden, wartet der gesamte Markt auf Microsoft mit seiner Azure-Plattform, die am 16. November vermutlich vorgestellt wird."
Azure als Beispiel würde ich persönlich eher als "Runtime-Environment as a Service" sehen, da dort primär
eben keine virtuellen Server oder fertige Software-Produkte angeboten werden, sondern der Service die selbst
erstellte Software vom Server-Begriff abstrahiert zu hosten und bereits von Microsoft dort gehostete Services
(Storage, Queue, SQL, Authentication etc.) zu nutzen.... was wohl insgesamt die komplette Entwicklungsumgebung in der Cloud ausmachen dürfte.
Dazu setzen die Energieversorger Grund-, Mittel- & Spitzenlastkraftwerke ein, was sich bei ICT-basierten
Services in Grund-, Mittel- & Spitzenlast-Server-Systemen widerspiegeln sollte.
Das ist ja gerade der Knack-Punkt: Ich will nicht erst ein neues Kraftwerk bauen oder mir vor Erstellung der
Applikation Gedanken darüber machen - wenn ich statt 100 Request per hour auf einmal 1.000 Requests per
second habe, dann muss ich eben mehr zahlen. Genauer geschrieben: das ist die Grundstruktur jeglicher Service-Erbringung, denn der beauftragte Service Provider oder Service Supplier übernimmt es, durchgehend ausreichende Service-Erbringungskapazität vorzuhalten. Dazu muss er spezifizieren, kennen bzw. in Erfahrung bringen
- die relevante Service-Erbringungseinheit (bei der Energieversorgung die kWh)
- die Anzahl der berechtigten Service-Konsumenten (bei der Energieversorgung die Anzahl der Energiekonsumenten bzw. der elektrischen Geräte)
- das Service-Abrufverhalten der berechtigten Service-Konsumenten (bei der Energieversorgung das Ein- und Ausschalten von elektrischen Geräten) bzw. das Service-Aufkommen
- den zeitlichen Verlauf dieses Service-Abrufverhaltens (die Ein- & Ausschaltzeitpunkte sowie die jeweilige Betriebsdauer der Elektrogeräte)
Zum gelegentlichen Nachlesen:
s. "Service-Erbringungseinheit"
https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=16279797s. "Service-Konsumentenanzahl"
https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=16280403s. "Service-Abruf"
https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=16929351s. "Service-Aufkommen"
https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=17191690Der Knackpunkt liegt beim (hype-verdächtigen) Begriff des Cloud Computings wohl darin, dass diese Voraussetzungen & Erfordernisse der verlässlichen Service-Erbringung - noch - zu wenig oder garnicht bedacht werden, denn alleinzig daran entscheidet sich der (Miss)Erfolg dieser Service-Angebote und weniger in den eingesetzten Technologien, Techniken & Systeme. Es geht erstrangig um Service-Konzipierung und daraus abgeleitet um das Design & Sizing sowie um den rationellen Einsatz & die effiziente Steuerung der service-relevanten ICT-Systeme und Ressourcen. Sofern man SaaS nur als einen neuen Weg sieht, Software an- oder auszuliefern bzw. bereitzustellen, wird man dies wohl kaum klar auf dem Radar haben und eher ineffizient agieren - jeglicher anders liegende Fall selbstschreibend ausgenommen.
Zum gelegentlichen Nachlesen:
s. "Service-Erbringung"
https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=16279697s. "Service-Konzept"
https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=16493930s. "Service-Erbringungskonzept"
https://www.xing.com/app/forum?op=showarticles;id=16287774s. Post-Workshop 11 "Serviceerbringung - Von Spezifikation bis Gestehungskosten" beim itSMF-Kongress 2009
https://www.xing.com/events/post-workshop-11-serviceerbringu...
http://www.itsmf.de/778.htmlIch sehe die Nutzer der Cloud-Angebote (also die Autoren der Software, die in der Cloud läuft) eher in der Rolle des Energie-Konsumenten als in der Rolle des Energie-Versorgers.Die betreffenden Rollen und deren jeweilige Verantwortung müssen eben klar identifiziert, abgestimmt & zugeordnet werden, damit das reibungslose Zusammenspiel gewährleistet ist
- ein Service Supplier muss aus der Cloud heraus bestimmte Services erbringen, die er eindeutig & vollständig spezifizieret und explizit anbietet; bei PaaS-Angeboten muss dieser Service Supplier also Services für die Software-Entwicklung erbringen, vom Application Hosting der Entwicklungsumgebung über Code Management bis hin zu Testläufen u.ä. Dieser Service Supplier ist in analog in der Rolle des Energie-Versorgers.
- ein Service-Kunde kann die angebotenen cloud-basierten Service-Beiträge bei diesem Service Supplier kommissionieren und eine Reihe seiner Mitarbeiter dazu berechtigen, diese Services abzurufen und für ihre Arbeit zu verwenden, z.B. für die Entwicklung neuer Software; diese Mitarbeiter sind die Service-Konsumenten analog zu den Energie-Konsumenten.
Beste Grüße & beste Rollenverteilung
Paul G. Huppertz
PS:
Da die meisten Leser der Xing-Foren nicht die Quellenverweise lesen, sondern nur den Forenbeitrag"Es gibt keine endgültigen Antworten im Leben, nur Querverweise. Das World Wide Web ist eine Implementierung dieses Gedankens."
[Oscar Frédéric Gros]
This article was modified on 09 Nov 2009 at 10:19 am.