Joomla! ... und noch ein CMS
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Wolfgang Sprick Premium MemberThe company name is only visible to registered members.VM 1.1, OSS generell
>> In unserer Situation hat man nur die Wahl, sich viel Arbeit aufzuhalsen um künftige Versionen an die eigenen bzw. kundenspezifischen Vorstellungen anzupassen ...
Das geht nicht ohne Aufwand, ist aber mit gescheiten Versionskontrollsystemen beherrschbar.
>> ... oder man gründet gleich eine eigene Fork. Letzteres ist aber auch mit nicht gerade wenig Arbeit verbunden.
Halte ich für die fast immer schlechteste Lösung, da diese Software ja letztlich auch nicht wartungsfrei ist.
>> ... Also Sicherheitslöcher, ...
In VM? In joomla gab es mal kurzfristig eins.
>> ... veralteter Code und schlechtes Layout.
Soweit HTML noch "hard coded" erzeugt wird: ja. Aber viel lässt sich schon mit Templates lösen.
Diese Mängel werden schon lange mitgeschleppt und sind aufgrund der vielen Beteiligten am Gesamtprojekt Mambo/Joomla, in das VM ja meistens integriert wird, kaum in den Griff zu bekommen.
>> Da gebe ich meinen Kunden sogar noch lieber den SelfmadeShop, der auf Javascript aufbaut. Der hat viel mehr drauf als VM und erfüllt die EU-Normen. Die Einarbeitung ist auch viel einfacher und er benötigt keine besonderen serverseitgen Voraussetzungen.
Nur über Sicherheit muss man bei diesem Ansatz nicht reden, oder?
>> Wieso ist VM so verbreitet? Es kostet erstmal nichts, die Software zu bekommen und in Betrieb zu nehmen.
Man zahlt zwar nicht für die Software und die Integration in ein joomla kostet praktisch auch nichts, aber einen Shop in Betrieb zu nehmen ist immer eine Menge Arbeit.
>> Wer mit OS sparen will, sich selbst einen Shop zusammen frickelt und überdies auch noch nicht über die Grundlagenkenntnisse seines gewerblichen Tuns verfügt, macht so ziemlich alles falsch, was er falsch machen kann.
Ich kann sogar bestätigen, dass auch gestandene Unternehmer oft ausser "ich will einen Internet-Shop" keine wirklich nutzbaren Anforderungen definieren können, sich typischerweise mit den Regeln nicht vertraut gemacht haben und oft über sehr wenig Internet-Kenntnisse verfügen. Dazu "Open Source ist kostenlos" bzw. mal irgendwo den Web-Shop eines Massen-Hosters für 9,95 EUR/Monat gesehen und schon ist die Erwartung da, mit einem Internetshop praktisch kostenlos ins Rennen gehen zu können. Ja, es ist schon recht erstaunlich, was man an Blauäugigkeit so alles sieht ...
Naturgemäss würde ich jedem empfehlen, sich einer gescheiten Unterstützung zu versichern, aber die Kosten dafür sind in xxxx EUR auszudrücken. Und dann bleibt immer noch eine Menge inhaltlicher Arbeit für den Kunden übrig.
>> Was für alle Beteiligten aber immer bleibt, ist die Unsicherheit, ob nicht gerade wieder ein Sichehreitsloch gefunden wurde, das wegen des offenen Codes auch sofort von den darauf spezialisierten Kreisen ausgenutzt wird.
Das ist nicht OS-spezifisch.
>> Kaum ein OS-Anwender wird sich ständig darüber informieren können, was in dieser Hinsicht gerade "auf dem Markt" ist.
Ja, wenn auch weitgehend nicht OS-spezifisch. Umso mehr sollte klar werden, dass man da beim Aufbau und beim Hosting gescheite Partner braucht. Und das gibt es nun mal nicht umsonst.
>> Die durch Abmahnungen und Sicherheitslöcher möglichen finanziellen Schäden sind oft weitaus größer, als der Preis einer guten Kaufsoftware.
Ich sehe diesbezgl. zwischen guter OS- und Kommerz-Software keine grundsätzlichen Unterschiede. Ein Indikator dafür könnte sein, dass Windows/Linux und IE/Firefox im Prinzip die gleichen Probleme haben, wobei ich da eher Vorteile bei OSS sehe.
>> Und schauen sie mal, wer mit OSS Shops betreibt. Der überwiegende Teil sind Schüler, Studenten, Nebenerwerbler oder "Cleverles", die ja sowieso alles selbst machen können. Letztere jagen auch 10 Liter Sprit durch den Auspuff, nur um fünf Euro beim samstäglichen Einkauf zu sparen. ;-)
Was die Masse der Shops angeht ist das schon richtig. Das sind auch die Leute, die nie einen kommerziellen Shop kaufen würden.
Aber man muss ja die seriösen Unternehmen sehen, die ihr Geschäft nachhaltig betreiben wollen. Kommerzielle Software führt fast immer zum "locked in" Effekt. Auch Anbieter klassicher WaWi-Systeme bieten ja sowas als Ergänzung an. Was ich da gesehen habe ist oft nicht professionell zu nennen. Teuer nicht unbedingt in der Anschaffung, aber im laufenden Betrieb, weil die Anbieter auch oft noch ein ASP-Modell anbieten. Aber wir hatten ja schon das Thema, dass diese Anbieter an sauberen, offenen Schnittstellen kein Interesse haben ... warum wohl?
>> Dennoch, ich sehe in OS auch immer wieder Chancen für unsere weniger betuchten Kunden, wenn die Projekte gut und fachlich sauber geführt werden.
Ich weiss nicht, ob das ein Problem des Geldes ist. Wer solche Projekte sauber durchrechnet, wird auf einen Lizenzkostenanteil kommen, der oft nicht wirklich entscheidend ist. Und es macht ja nun wirklich keinen Sinn, da zu sparen und dann evtl. eine Menge Arbeit in "kostenlose" Lösungen zu stecken. Man muss eben einfach auch solche Projekte professionell angehen und wenn man keine eigenen Leute dafür hat, dann muss man sich wenigstens übergangsweise das Knowhow extern besorgen.
>> Deshalb stimme ich mit Ihnen überein, wenn Sie sagen "...auf Basis bestimmter OSS-Lösungen (!)..."
Genau. Wenn ich mir so die Halbwertszeit diverser "kommerzieller" Produkte ansehe, dann frage ich aber auch, wo da der Investitionsschutz liegt. Geht ein Produkt oder Unternehmen vom Markt, dann erleidet der Kunde oft einen "Totalschaden". Verwendet er halbwegsgängige OSS-Software, dann wird er sicher Leute finden, die ihn weiter unterstützen. Klassisches Beispiel für mich sind da z.B. CMS-Systeme, die für 199 bis 1999 EUR verkauft werden, aber nicht auf nennenswerte Stückzahlen kommen, die eine Weiterentwicklung und Wartung erlauben. Mit etwas Glück wird solche Software dann ins OSS gegeben, bevor sich das kommerzielle Experiment verabschiedet.
Es ist nun mal so, dass ein extrem hoher Anteil kommerzieller "Start-Ups" gerade in diesem Bereich die ersten 3 Jahre nicht überlebt ... und nur mässig begeisterte Kunden hinterlässt.
- 24 Apr 2006, 5:39 pm
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Wolfgang Sprick Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^2: VM 1.1, OSS generell
>>Was die Kauffreudigkeit "gestandener" Unternehmer betrifft, bin ich geteilter Meinung. Viele wissen, dass Sie investieren müssen und tun es auch. Andere glauben aber, mit "wir versuchen es mal mit einem Minibudget" stemmen zu können. Auch wenn ich denen deutlich vorrechne, dass es mit relativ wenig mehr Investition viel besser laufen könnte, komme ich dort nicht immer weiter.
Das ist nicht so weit weg von meinen eigenen Erfahrungen. Lässt man mal das Thema "Shop" weg und betrachtet nur eine CMS-basierte Web-Site. Das ist eigentlich keine sooo grosse Sache, man muss es nur einmal gescheit konzipieren, die Komponenten zusammenstellen und ein Template schaffen. Es gibt Leute, die sowas für 495 EUR machen (es gab dazu im openBC mal eine heftige Diskussion). Aber egal ob es 300 EUR oder 2 - 5.000 EUR sind, die damit erzielbaren qualifizierten Kontakte, die Möglichkeiten zur interaktiven Kundeninformation, kostengünstige Möglichkeiten für Support usw. sind gemessen an den Kosten sehr gut. Anerkanntermassen hat eine gescheite Web-Site z.B. die geringsten Kosten je 1000 qualifizierte Kontakte verglichen mit anderen Medien im Rahmen des Kommunikationsmixes.
Aber trotzdem wollen die Unternehmen hier sparen ... koste es was es wolle. Gleichzeitig wird aber noch vergleichsweise sehr viel Geld in Direct Mail, klassische Werbung, Messe-Auftritte usw. gesteckt. Wirklich rational ist dieses Handeln m.E. nicht ...
- 24 Apr 2006, 10:47 pm
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Wolfgang Sprick Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Re^4: VM 1.1, OSS generell
>> Ich sage diesen Leuten immer, Sie sollen sich mal vorstellen, dass sie ein normales Ladengeschäft in bester Verkehrslage eröffnen. Hat das dann auch nur 10 qm, die billigste Tapete an den Wänden, keinen Bodenbelag, nur eine 25-Watt-Beleuchtung und weniger als 2 Artikel in einem 50 Meter breiten Schaufenster?
Guter Vergleich! :-))
>> Hinzu kommt, dass bei vielen Betrieben eine saubere Einbindung des neuen Zweiges in gewachsene Strukturen nötig ist bzw. auch diese alten Strukturen oftmals etwas verändert werden müssen.
Das ist fast immer der Fall und wird fast immer übersehen bzw. nicht von Anfang an mit betrachtet. Was man da an "Baustellen" und "Übergangslösungen" sieht ...
>> Nicht zu vergessen ist die Einweisung der betroffenen Mitarbeiter in die neuen Verfahren und Techniken. Nur so kann davon ausgegangen werden, dass der neue Betriebsteil möglichst verlustarm integriert werden kann.
Ja, das ist oft hauptsächlich ein Verständnisproblem, das man aber recht schnell in den Griff bekommt - wenn man auch dafür Zeit einplant.
- 25 Apr 2006, 08:43 am
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