Co2 Charity

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    Richard Wipfelder    Group moderator
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    Biokraftstoff: ADM, Bayer und Daimler starten Jatropha Biodiesel-Projekt
    Die Einsatzmöglichkeiten der tropischen Wildpflanze Jatropha in der Biodieselindustrie stehen im Mittelpunkt einer Forschungskooperation, zu der sich der US-amerikanische Agrarkonzern Archer Daniels Midland Company (ADM), Decatur/Illinois, die Bayer CropScience AG in Monheim und die Stuttgarter Daimler AG zusammengetan haben.

    Eine entsprechende Vereinbarung wurde jetzt von den Unternehmen unterzeichnet, teilt Bayer mit. Demnach sehen die drei Kooperationspartner die Jatropha-Pflanze (Jatropha curcas L) aus der Familie der Wolfsmilchgewächse als einen viel versprechenden Rohstoff für die Erzeugung von Biodiesel an. Denn der aus den Samen der Jatropha-Nuss hergestellte Biodiesel weist ähnliche Eigenschaften wie Treibstoff aus Ölsaaten auf und zeichnet sich darüber hinaus durch eine positive CO2-Bilanz aus, betonen die beteiligten Unternehmen.

    Sie wollen jetzt zunächst klar definierte Produktions- und Qualitätsstandards für den Jatropha-Biokraftstoff entwickeln. Die Jatropha ist eine Wildpflanze, ein nicht-essbares, winterhartes, dürre-tolerantes Gewächs, das in tropischen und subtropischen Klimagebieten und sogar auf ausgelaugten Böden gedeiht. Die Pflanze wird bislang noch nicht gewerbsmäßig angebaut.

    Ihre Samen bestehen zu über 30% aus Öl. Insofern könnten sie nach Ansicht der Experten eine hervorragende Quelle für erneuerbare Energien sein. Jatropha zeichnet sich ferner dadurch aus, dass sie auch auf ertragschwachen Böden gedeiht, auf denen sonst nichts anderes mehr wächst. So konkurriere die Pflanze nicht mit Flächen, die für die Produktion von Nahrungsmitteln genutzt werden, heben die Experten hervor.

    Zudem ist der Anbau von Jatropha vergleichsweise ertragreich: Nach Auskunft von Fachleuten reift - je nach Standort - auf 1 ha mindestens 1 t Ölsamen heran, aus der sich wiederum mindestens 0,5 t Biodiesel gewinnen lassen. Das entspricht demnach etwa der zehnfachen Ausbeute eines Maisfeldes bzw. dem Vierfachen einer Sojabohnenkultur.

    Jatropha kann 30 bis 40 Jahre lang wirtschaftlich angebaut werden. Ihr Anbau trägt dazu bei, Bodenerosion zu verhindern, die durch Wasser und/oder Wind verursacht wird. Neuste Studien weisen für die Pflanze weltweit ein Anbaupotenzial von rund 30 Mio ha aus, insbesondere in Südamerika, Afrika und in asiatischen Ländern wie China, Indien und Indonesien. Damit eröffnet Jatropha den dortigen Landwirten eine zusätzliche Einnahmequelle.

    Die nachhaltige Produktion von Jatropha ohne Beeinträchtigung der Lebensmittelproduktion sei gerade für Grenzertragsböden eine interessante Option, stellt Rüdiger Scheitza, Vorstandsmitglied von Bayer CropScience, fest. Sie könne insofern eine wesentliche Rolle in zukünftigen Strategien für erneuerbare Energien spielen. Prof. Herbert Kohler, Leiter Fahrzeugbau und Antrieb, Forschung und Vorentwicklung sowie Umweltbevollmächtigter der Daimler AG, verweist zudem auf Forschungsergebnisse von Daimler aus den vergangenen Jahren, denen zufolge Jatropha-Biodiesel mit nahezu gleicher Qualität hergestellt werden kann wie Biodiesel aus Raps. Jetzt sei es an der Zeit, das wirtschaftliche Potenzial des Jatropha-Biodiesels zu bewerten, betont Kohler.

    Die Partner der Jatropha-Kooperation bringen für dieses Projekt spezifische Kompetenzen mit: Der Agrarkonzern ADM betreibt weltweit eine Reihe von Biodieselraffinerien. Bayer CropScience plant die Entwicklung und Registrierung von Herbiziden, Bodeninsektiziden und Fungiziden zur Schädlings- und Krankheitsbekämpfung bei Jatropha-Pflanzen. Die Daimler AG wies in einem kürzlich beendeten, fünfjährigen Forschungsprojekt die Möglichkeit des Einsatzes und der Produktion der Jatropha-Pflanze zur Erzeugung von qualitativ hochwertigem Biodiesel nach und erprobte den Einsatz des Kraftstoffes in Testfahrzeugen.

    Quelle: Dow Jones TradeNews Emissions / djnewsletters (11.01.2008)