-
So, mal eine kleine Grundsatzfrage:
Durch die Renaissance, die klassische Cocktails seit wenigen Jahren erleben (ob nun im wirklichen Original oder als Variante) geraten auch klassische Zubereitungsweisen und Zutaten wieder in den Fokus. Eine dieser Zutaten ist sicherlich Rohes Ei. Früher ist es recht "häufig" genutzt worden, viele Klassiker deuten mit dem Beinamen Silver oder Gold auf die Verwendung hin- andere wie zB der Eggnogg sind diekt danach benannt.
Die Verwendung von Rohem Ei ist aber sicherlich- gerade heute nicht ganz unumstritten. So birgt die Verwendung von Roheimasse bei unsachgemäßer Handhabung doch ein immenses Risiko der Kontamination mit Mikroorganismen (Salmonellen zB). Schon seit einer Weile gibt es zumindest für Eiweiss Ersatzprodukte wie das oben genannte Frothee Creamy Head, die ein ähnliches Ergebnis versprechen aber in Ihrer Handhabung sicherer - und auch simpel einfacherer sind.
Was aber halten WIR davon- diejenigen, die damit arbeiten "müssen"? Schmeckt es genauso? Ist das Ergebnis wirklich gut? Ist der Einsatz vom Ersatz Frevel an der Tradition?
Freue mich eure Meinungen und Erfahrungen zu hören!
LG der Bernd

-
Bernd Althof Premium-Mitglied Gruppenmoderator
Die Firma ist leider nur für registrierte Mitglieder sichtbar.
-
Hallo Bernd. Was ist denn Deine Meinung? Das klingt sehr interessant. Aber ich mache so etwas nur zu Hause privat. Daher habe ich keine Vorstellung von diesen Profidingen.

-
Marianne Keuch-Lorenz
Die Firma ist leider nur für registrierte Mitglieder sichtbar.
-
Meine Meinung....
Also ich sehe das aus drei Richtungen.
Erstens- Traditionen sind eine tolle Sache, gerade an der Bar gibt es viele Dinge, die damals schon gut waren und es immer noch sind. Von diesem Standpunkt aus, spricht erstmal nichts gegen den Einsatz von richtigem Ei- zumal viele Kenner darauf schwören, das durch das Ei nochmal ein ganz besonderer Geschmack an den Cocktail abgegeben wird. Nichts desto trotz halte ich persönlich in diesem einen Punkt einen Bruch mit Althergebrachtem für zu verantworten- unter anderem ergebend aus den anderen zwei Gesichtspunkten.
Zweitens- mich selber gruselt es vor rohem Ei. Selbst Rührei machen ist bei mir schon grenzwertig- für mich selber würde ich also def. nicht mit rohem Ei mixen. Ich habs mal probiert, fand es nicht wirklich bereichernd und kann somit darauf verzichten.
Drittens- der Gesundheitliche Gesichtspunkt. Bei industriellen Eiern kann man mit ziemlich hoher Sicherheit davon ausgehen, das sie keine Salmonellen enthalten. Dafür sind sie ethisch bedenklich. Trotzdem werden auch in der Küche Gerichte mit rohem Ei wirklich nur in Ausnahmefällen zubereitet, auch dort ist man zunehmend mehr dazu über gegangen, auf Eiersatz umzusteigen, oder die Garzeiten anzupassen. In der heutigen Zeit mit Tierseuchen, verdorbenen Lebensmitteln etc. finde ich persönlich es leichtsinnig, in diesem Punkt ein auge zu zu drücken, um es "genau wie damals" zu machen.
Ergo- ich arbeite mit Eiweißersatz, finde das voll und ganz vertretbar und bin mir ziemlich sicher, trotzdem Qualitativ dadurch keine Einbußen zu haben.
Wie seht ihr das? Sowohl Berufsbarkeeper als auch Privatmixer angesprochen....
LG Bernd

-
Bernd Althof Premium-Mitglied Gruppenmoderator
Die Firma ist leider nur für registrierte Mitglieder sichtbar.
-
Hmmm....
Wo ist der Protest? Eigentlich hatte ich fest damit gerechnet, das zumindest einige von euch anmerken, das man doch auch homogenisiertes Eiweiß aus dem Tetra-Pack bekommt (mit Herstellergarantie auf Salmonellenfreiheit). Außerdem (davon halte ich persönlich garnix) wird in einigen Cocktailbüchern die Empfehlung ausgesprochen, Eierlikör anstatt frischem Ei zu verwenden, wenn man sich nicht sicher ist. Meiner Meinung nach bringt man damit Aromen mit dazu, die nicht vorgesehen waren, aber gemacht wird es trotzdem.
Wie seht ihr das? Oder verzichtet ihr einfach auf Rezepte, für die "Ei" verwendet wird?
LG der Bernd

-
Bernd Althof Premium-Mitglied Gruppenmoderator
Die Firma ist leider nur für registrierte Mitglieder sichtbar.