Confare - Meetingpoint

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  • Gudrun Ghezzo
    Gudrun Ghezzo    Premium Member   Group moderator
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    Chinesische Conclusio: Wenn ich wieder nach China komme, dann…
    Liebe Freunde der Berichtsserie „Confare in China“, zuerst mal freut es mich, dass es so viele Menschen interessiert, was meine Erlebniswelt in China zu berichten weiß. Mit dieser Conclusio möchte ich die Serie beenden, ich bin also rechtzeitig vor Weihnachten gut zurück. Confare war in China in Kooperation mit AMT Successfactory.
    Wenn ich wieder nach China komme, impliziert nach all dem, was ich dort erlebt habe, vor allem aber, was ich dort noch nicht gesehen habe, mein Vorhaben, dieses Land wieder zu bereisen.

    … dann werde ich mein Trainingskonzept gänzlich überdenken: Die sprachlichen Barrieren sind manchmal größer als ich das erahnen konnte. Nicht dass das in der Organisation ein Problem dargestellt hätte, man muss sich aber dessen bewusst sein, dass es nicht in China nicht üblich ist, ein „Defizit“ zuzugeben. Und ein sprachliches Hindernis wird dort als solches wahrgenommen. Hatte ich für einen deutschsprachigen Teilnehmerkreis englische Unterlagen vorbereitet, wird das auch schon mal als mangelndes Service ausgelegt und muttersprachliches Material explizit eingefordert. Im fernen Osten dagegen freut sich oberflächlich jeder über Information, sei es mündlich oder schriftlich, und dass die Sprache, die dafür verwendet wurde, dazu führt, dass man den Inhalt nicht voll erfassen kann, wird an der Oberfläche zur Nebensächlichkeit degradiert. In Summe führt das dazu, dass es viel Fingerspitzengefühl bedarf, um abzuschätzen, inwieweit die Inhalte tatsächlich den vorgesehenen Weg genommen haben – was mir nicht auf Anhieb gelungen ist. Bleibt als Verbesserungspotenzial in Zukunft zweisprachig zu arbeiten und dies auch aktiv ins Training einzubauen.

    … dann werde ich Gruppenarbeiten anders gestalten: Eine kleine Gruppenarbeit, die schon mal dazu gedacht ist, die Gruppen in eine kleine Wettbewerbssituation zu bringen, führt dazu, dass sich die Teams erst mal soziale Gedanken machen, welches Team denn nun gewinnen müsste, welches auf keinen Fall verlieren darf und mit welcher Strategie man bei der Gruppenarbeit nun einschlagen muss, damit das „Gewinnen lassen“ nicht allzu offensichtlich ist. Klarer Fall: So geht der ureigentliche Sinn und Zweck der Übung am Ziel vorbei.

    … dann werde ich versuchen, zu erkennen, wann Hilfsbereitschaft in hilflose Höflichkeit mündet. Insbesondere auf meiner Heimreise, die durch diverse Hindernisse in Summe über 24 h verspätet war, war ich immer wieder auf die Hilfe vor Ort angewiesen. Das sprachliche Thema hatten wir schon, und das hat sich auch an dieser Stelle durchgezogen. Selbst der mit Hilfe des Übersetzungsprogrammes ausgesprochene Satz „I need card to help you“ bleibt unverständlich, wenn niemand erklären kann, welche Karte denn nun vonnöten ist. (Im Übrigen weiß ich es bis heute nicht.) In der dem grundsätzlich sehr hilfsbereiten Chinesen hoch peinlichen Situation, dass er nicht mehr weiter weiß, welche Hilfe ich brauche und was er für mich tun kann, ist dann Zeitverzögerung eine Taktik, die nächste ist undurchsichtige Beträge zu verlangen, und wenn alles nichts mehr hilft, und ich immer noch „geduldig“ da sitze und auf die erhoffte Information über eine Zugsverbindung warte, dann kann schon mal der letzte Ausweg der sein, mich drei Straßen weiter zu schicken zu einer imaginären Bushaltestelle, damit ich dort einen Bus in eine Richtung nehme, die es ebenfalls nicht gibt, damit ich erst mal von der Bildfläche verschwunden bin. All diese Aufforderungen habe ich in meinem Selbstverständnis nicht gehört und gelte dort jetzt vielleicht als völlig unsensible Europäerin.

    … dann werde ich mich wieder über die Besonderheiten in Klima, Kultur, Menschen und Landschaften freuen, mir mehr Zeit nehmen, mich auf all diese noch mehr einzulassen, und endlich lernen, salonfähig mit Stäbchen zu essen.