Consulting Business

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  • Christian Robbin
    Christian Robbin    Premium Member   Group moderator
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    Sehr schön, wenn die Lesbarkeit / Sichtbarkeit von Prozessbeschreibungen von der Version des Browsers abhängt.

    In der Regel soll eine Prozessdarstellung auch nach einiger Zeit als Dokumentation dienen und wenn man dann erst überlegen muß, brauch ich jetzt IE6 oder 7 oder 8, dazu ActivX oder sonstwas oder sogar das Erstellungsprogramm des Beraters, dann ist irgendetwas schief gelaufen. Dann ist man bei einer Systemdiskussion wie hier jetzt.

    Denn leider kann auch ich mit meinem FF und IE den ersten Link ebenfalls nicht öffnen und sehe daher keinen inhaltlichen Beitrag zur ursprünglichen Fragestellung.
    Denn auch mich interessiert, wie Prozesse "attraktiv" aber auch gut dokumentierbar dargestellt werden können.

    Ich setze zur Prozessdarstellung für "normale Mitarbeiter" ebenfalls die Pfeile ein, plaziere quer darunter aber auch die betroffenene Abteilungen und kann dann den Workflow von links nach rechts einzeichnen. Eventuell stelle ich im unteren Bereich noch die eingesetzten Systeme dar.
    Das mag Entwicklern und BPM-Spezialisten nicht gefallen, aber die "normalen" Mitarbeiter verstehen es und finden sich wieder in der Darstellung und erkennen Zusammenhänge.

    Und das beste, es geht mit einfachen Mitteln, z.B. PowerPoint, und kann dann in diesem Format oder pdf ausgegeben werden.
  • Guenter Nolte
    Guenter Nolte    Premium Member   Group moderator
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    Hallo allerseits,

    Abhängigkeit vom Browser halte ich für eine sehr schlechte Lösung - ich sehe im ersten Beispiel mit dem IE 8.0.6001... nur eine waagerechte Linie, auf der grüne Abschnitte von links nach rechts wandern. Wäre es Kunst, hätten wir den Gipfel der Abstraktion erreicht.

    Prozessdarstellungen sind insbesondere für diejenigen langweilig, die sie nicht verstehen. Hört sich ketzerisch an, ist aber sehr häufig so. Da sitzt man mit den Usern, mit denen man gemeinsam die Prozesse dokumentieren und anschliessend optimieren soll, in etlichen Sitzungen zusammen, die nicken auch immer, als hätten sie alles verstanden - und wenn dann mal einer eine Änderung machen soll, gibts grosse Augen ...

    Das Muster mit den Pfeilen von links nach rechts und den Kästchen drunter ist natürlich allgemein beliebt und hat sich ein wenig zum Standard entwickelt. Wenn man als Top-Berater min. 80 Powerpoints in der Stunde schaffen will, kann man nicht auch noch lange über die Form nachdenken - und ich habe auch schon mal in so ein Kästchen unter einem Pfeil reingeschrieben "Meine Oma hat Geburtstag" - hat keiner gemerkt ...

    Aber im Ernst: oft fehlen schon die gemeinsamen Grundlagen. Der Berater ist in seiner Routine bisweilen etwas "abgehoben", die User haben bisweilen das erste Mal überhaupt eine graphische Prozessdarstellun gesehen - und ob sie die Prozesse in ihrem Betrieb auch tatsächlich verstanden - ja, verinnerlicht haben, das ist auch nicht so sicher.

    Da für Schulungen oft kein Geld und keine Zeit da ist, stürzt man sich hopplahopp in die Action und ist auf Ergebnisse gespannt. Mich wundert da nichts so besonders.

    Beste Grüsse
    Guenter Nolte
  • Uwe Grensing
    Uwe Grensing    Premium Member   Group moderator
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    Guenter Nolte schrieb:
    Prozessdarstellungen sind insbesondere für diejenigen langweilig, die sie nicht verstehen.
    Ich gehe noch einen Schritt weiter:

    In vielen (insbesondere großen) Projekten ist Form und Inhalt der Prozessbeschreibungen vollkommen irrelevant. Vielmehr geht es um den rituellen Aspekt des "Prozesse dokumentierens" (siehe auch http://www.amazon.de/dp/3593361884/ref=sr_1_1?ie=UTF8&s=... ) - oder ganz böse ausgedrückt - um eine Beschäftigungstherapie für Projektmitglieder.

    Ich habe mal in einem Projekt jemanden gefragt: "Was glauben Sie, warum wir das hier dokumentieren?"

    Antwort: "Wegen dem Signoff Ende des Monats."

    Für Prozessdiagramme kann ich auch den Blueprint Modeler von Lombardi (bzw: in Zukunft IBM) http://www.lombardisoftware.com empfehlen.

    Gruß

    U. Grensing
  • Guenter Nolte
    Guenter Nolte    Premium Member   Group moderator
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    Hallo Herr Grensing,

    100% Zustimmung. Ich kenne Fälle aus der Automobilindustrie, die ja sehr änderungsfreundlich ist, da werden Prozesse dokumentiert, sagen wir von einem Team von 5 Leuten, und wenn die mit allen Prozessen einmal "durch" sind, hat sich schon wieder so viel geändert, dass man gleich wieder neu durchgehen kann.

    Solche Projekte sind zwar nicht aufregend, können die betreffenden Berater aber bis zu ihrem einstigen Ruhestand durchgehend beschäftigen. Und die Tagessätze sind da alles andere als schlecht. Man muss nur einmal den Fuss in die Tür bekommen....

    Beste Grüsse
    Guenter Nolte
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  • Guenter Nolte
    Guenter Nolte    Premium Member   Group moderator
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    Hallo Herr Dr. Uhr,

    ich gebe Ihnen ja recht - eigentlich. Solche Projekte entwickeln sich erfahrugnsgemäss jedoch oft nach einer Logik, die vielen verborgen bleibt. Dass der fleissige Dokumentierer nicht selbst zum Projektauftraggeber geht und ihm sagt, dass das irgendwie keinen rechten Sinn ergibt, kann man nicht erwarten, wer sägt schon an dem Ast, auf dem er sitzt?

    Und hinzu kommt, dass die Sache ja im Endeffekt doch jemandem nutzt, auch wenn man ihn vielleicht gar nicht kennt. Es ist das Delegieren der Verantwortung, das da "gespielt" wird. Oder in Englisch "cover my ass". Es dient zur Absicherung eines bestimmten Hierarchen, damit ihm keiner "in die Stiefel pinkeln" kann.

    Solch schöne Projekte finden allenfalls ein jähes Ende, wenn ein Führugnswechsel eintritt und alle Projekte auf den Prüfstand gestellt werden oder wenn der Nutzniesser befördert wurde und daher die Notwendigkeit der Absicherung entfällt ...

    Beste Grüsse
    Guenter Nolte
    This post was modified on 31 Jan 2010 at 12:05 pm.
  • Christian Robbin
    Christian Robbin    Premium Member   Group moderator
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    Ich gebe Ihnen Recht, eine reine Dokumentation für das Archiv ist wenig sinnvoll, wenn sich die Abläufe ständig ändern. Aber vermutlich ist meine Sicht auf Prozesse auch etwas anders, als die von PBM- oder IT-Spezialisten, die eng an und mit Systemen Workflows gestalten.

    Ich benötige Prozessdarstellungen, um z.B. mit verschiedenen Abteilungen Abläufe durchzusprechen oder Sachverhalte zu klären, warum etwas wann sinnvoll zu tun ist (weil es z.B. Auswirkungen auf einen anderen Prozess hat).
    Und dazu bedarf es einfache selbsterklärende Darstellungen, die auch anderen Mitarbeitern zu einem anderen Zeitpunkt den Sachverhalt möglichst einfach darstellen. Und letzendlich sollen diese Darstellungen der Kommunikation des Prozesses auf Anwender-Ebene dienen und nicht zu einem Datenbank-Design o.ä. taugen, diese technische Ebene will ich gar nicht erreichen.
  • Uwe Grensing
    Uwe Grensing    Premium Member   Group moderator
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    Christian Robbin schrieb: -
     
    Ich benötige Prozessdarstellungen, um z.B. mit verschiedenen Abteilungen Abläufe durchzusprechen oder Sachverhalte zu klären, warum etwas wann sinnvoll zu tun ist (weil es z.B. Auswirkungen auf einen anderen Prozess hat).

    Aber dann ist es ja gut. Problematisch wird es immer nur dann, wenn "niemand" die Darstellungen benötigt - oder der Spruch kommt: "ich hab jetzt von zwei Abteilungen gehört, dass die das ganz unterschiedlich machen. Ich beschreibe das deswegen mal so generisch, dass das für beide passt."

    Gruß und allen Lesern eine schöne, spannende und erfolgreiche neue Woche

    U. Grensing
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  • Gerhard Fessler
    Gerhard Fessler    Premium Member
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    Ich antworte mal mit Gegenfragen:

    Weil die wenigsten Prozessdokumentierer angemessen ausgebildet sind?

    Weil unklar ist, wie die Prozessdarstellungen verwendet werden sollen?

    Weil eine einzige Prozessdarstellung für viele verschiedene Zwecke (Schulung, Einweisung, Dokumentation, Umsetzung, Verbesserung, Simulation usw.) verwendet werden soll?

    Weil unklar ist, dass Prozessdarstellungen Abstraktionen der vorhandenen Arbeitsabläufe zu sein haben?

    Weil Alternativen zur textuellen bzw. zur flussdiagrammähnlichen Prozessdarstellung nicht bekannt sind? Z. B. Templates, Checklisten, Swim Lanes ...

    Weil die Nutzer der Prozessdarstellung nicht angemessen ausgebildet sind?

    Weil unklar ist, was sich hinter und unter dem Begriff "Prozess" verbirgt?

    Weil der Begriff "Prozess" mit dem Begriff "Vorschrift" gleichgesetzt wird?

    Weil untaugliche Tools verwendet werden (HTML usw.)?

    Weil Prozesse beschrieben wurden, ohne dass es ein Meta-Modell gibt?

    Weil kein Referenzmodell zur Strukturierung der Prozessdarstellungen benutzt wird?

    Weil der Begriff "Prozessarchitektur" nicht bekannt ist?

    Weil Theoretiker (z. B. Besserwisser) die Prozesse beschrieben haben?

    Weil kein Wissen und keine Fähigkeiten im technischen Schreiben vorhanden sind?

    Weil Prozesse beschrieben wurden, weil es heute üblich ist, Prozesse zu beschreiben?

    Weil ein Auditor vorgegeben hat, dass Prozesse beschrieben werden müssen und man eine folgsame Organisation ist?

    Weil man den Auditor zum Einschlafen bringen will?

    Weil man hofft, durch Prozessdarstellungen auf Aus- und Weiterbildung verzichten zu können?

    Weil man hofft, dass durch die Erstellung einer Prozessdarstellung der Prozess bereits eingeführt ist?

    Zusammengefasst:
    Es gibt viele Möglichkeiten, bei der Prozessdokumentation etwas falsch zu machen und jede einzelne davon führt zu "langweiligen" Prozessdarstellungen.
 
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