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Georg Parlow Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Stimulation ist jede Art von Eindruck, jeder Reiz, jede Anregung, die wir erhalten. Wir meinen damit alle Eindrücke, ob sie nun von außen, aus dem Inneren unserer eigenen Körper, oder aus der eigenen Gedanken- und Gefühlswelt kommen.28 Feb 2008, 10:10 amStimulation und Überstimulation
Jedes Wesen braucht Stimulation, um sich wohl zu fühlen, doch auf die Dosis kommt es an. Jeder Mensch fühlt sich mit einem gewissen Maß an Stimulation am wohlsten. Stimulation unter der persönlichen Behaglichkeitszone wird als langweilig bis sehr unangenehm erlebt, und führt auf Dauer zu Degeneration und aggressiven oder autoaggressiven Verhaltensstörungen. Stimulation über der persönlichen Behaglichkeitszone ist Überforderung und negativer Stress – hier sprechen wir von Überstimulation.
Die Grenze zwischen Stimulation und Überstimulation ist erstens fließend, und zweitens sowohl von Individuum zu Individuum, als auch von Mal zu Mal verschieden. Überstimulation ist für alle Menschen unangenehm und belastend. Ein wichtiger Punkt ist, dass hochsensible Menschen die Schwelle zur Überstimulation auffällig früher erreichen als der Rest. Überstimulation ist Stress, der allerdings oft nicht als solcher erkannt wird, weil die zur Überstimulation führende Situation an der Oberfläche sehr subtil sein kann. Zur Überstimulation können folgende Situationen führen:
* Zu intensive Außenreize (z.B. Lärm),
* Schwache (monotone) Außenreize über einen zu langen Zeitraum (z.B. tropfender Wasserhahn, enge Schuhe),
* Schwache, aber viele verschiedene Außenreize gleichzeitig (z.B. Menschenmengen),
* Zu intensive Innenreize (z.B. Verliebtheit, Zorn, Magenschmerzen),
* Schwache (monotone) Innenreize über einen zu langen Zeitraum (z.B. eine vor uns her geschobene Entscheidung),
* Schwache, aber viele verschiedene Innenreize gleichzeitig,
* bzw. eine Kombination verschiedener Varianten von Innen- und Außenreizen.
Menschen reagieren auf Überstimulation mit Rückzugsbedürfnis oder Aggression, körperlichen Erregungssymptomen wie Erröten, Herzklopfen oder Schweißausbrüchen, Zittrigkeit, oder Verwirrtheit. Wenn Menschen überstimuliert sind sinken ihre Leistungen, sie können oft nicht mehr klar denken, werden tollpatschig, reagieren emotional oder irrational. Dauert der belastende Zustand an, werden sie krankheitsanfällig und neigen zu Neurosen oder Depressionen. Somit ist Überstimulation ein ernsthaftes Alarmsignal, denn wenn sie zum Dauerzustand wird, kann es zu vielerlei körperlichen und seelischen Beschwerden kommen.
In akuten Stresssituationen werden die Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin ins Blut ausgeschüttet. Ersteres bereitet den Körper auf eine Flucht- oder Kampfsituation vor, zweiteres ist ein Neurotransmitter, der das Gleiche mit dem Gehirn macht - es wird für schnelle Bewertungen und Entscheidungen in Schwung gebracht. Erfährt der Metabolismus innerhalb einer gewissen Zeitspanne mehrere Adrenalinstöße, so wird das für Dauerstress zuständige Hormon Cortisol ausgeschüttet, was Körper und Geist in nachhaltige Alarmbereitschaft versetzt. Wie viele bzw. wie starke Aufregungen oder Störungen dafür notwendig sind variiert von Mensch zu Mensch, bei manchen hochsensiblen Personen (HSP) können jedoch schon drei relativ geringfügige Unterbrechungen der Konzentration innerhalb einer halben Stunde dazu führen. Untersuchungen an einer amerikanischen Universität haben gezeigt, dass hochempfindliche Kleinkinder schon bei einer einzigen Konfrontation mit etwas Unbekanntem in den Cortisolzustand wechseln, wenn sie davor zwei Stunden lang mit einer nur mäßig aufmerksamen Betreuungsperson verbracht haben, war die Betreuungsperson jedoch sehr aufmerksam, sind die Kinder viel belastbarer.
Diese chemischen Botenstoffe und die von ihnen hervorgerufenen Zustände haben ihre evolutionäre Bedeutung und Funktion. Cortisol, das dem Cortison sehr verwandt ist und auch sehr ähnlich wirkt, schärft unsere Wachsamkeit und sorgt in Krisenzeiten dafür, dass wir nicht durch oberflächliche Krankheitssymptome an der Bewältigung der Krise gehindert würden. Vorstellbar wären da die tagelange Flucht vor einem Feind, herbstliche Arbeitsspitzen zum Anlegen von lebenswichtigen Wintervorräten, oder - zeitgemäßer - das Betreuen eines kranken Kindes. Es gibt einfach Zeiten, in denen wir besonderen Anforderungen gegenüberstehen oder über einen längeren Zeitraum hinweg besonders viel am Spiel steht. Weil es in solchen Ausnahmefällen kontraproduktiv oder gefährlich wäre, Rücksicht auf die eigene Befindlichkeit zu nehmen, wird diese hormonell in den Hintergrund geschoben.
Prof. Dr. med. G. K. Stalla, Internist und Endokrinologe am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München
http://www.mpipsykl.mpg.de/, sagt "Cortisol ist gewissermaßen Superbenzin für den Körper, wenn es anstrengend wird". Wird dies jedoch über Monate oder gar Jahre hinweg zum Dauerzustand, ist die Gesundheit ernsthaft bedroht, unsere Körper sind nicht dafür gebaut. Zu den beobachteten körperlichen Veränderungen, die ein langfristig hoher Cortisolspiegel hervorrufen kann, gehören in erster Linie immunologische Störungen, die zu einer erhöhten Infektanfälligkeit und einer Zunahme von Krebserkrankungen führen, aber auch Diabetes, Hypertonie, Arterienerkrankungen, Muskelschwund (v.a. an den Beinen), Knorpelabbau und folglich Probleme mit Gelenken, Aufbau von Fettgewebe, v.a. auf Kopf ("Mondgesicht") und Rücken ("Büffelrücken", früher "Witwenhöcker"), Osteoporose und bei Kindern Wachstumsstörungen. Zu den psychischen Veränderungen zählen Launenhaftigkeit, Verwirrung, Burnout, Depression und Selbstmordneigung. Auch Schlafstörungen mit allen bekannten Auswirkungen auf Psyche und Körper sind zu nennen, ebenso - insbesondere bei Frauen - ein merklich schlechteres Kurzzeitgedächtnis und Störungen des verbalen Gedächtnisses, was zu mehr oder weniger amüsanten Wortverwechslungen und Missverständnissen führen kann.
Die meisten Menschen werden nur in lange anhaltenden extremen äußeren Umständen einen über Monate hinweg gefährlich erhöhten Cortisolspiegel aufweisen, etwa in Kriegszeiten, oder wenn sie tagtäglich ausgeprägtem Mobbing ausgesetzt sind, oder - wie die alte Bezeichnung "Witwenhöcker" andeutet - wenn beispielsweise eine durch Partnerverlust in Armut geratene Frau ohne Unterstützung durch Familie oder ein entsprechendes Sozialsystem eine Kinderschar durchbringen musste.
HSP hingegen erreichen diesen Zustand häufig bei viel geringeren Anlässen. Interessanterweise lassen sich bei ihnen selbst in längeren Phasen der Ruhe und Entspannung höhere Basiswerte von Noradrenalin und Cortisol im Blut nachweisen als bei nicht hochempfindlichen Menschen. Während Adrenalin und Noradrenalin relativ rasch wieder abgebaut werden, kann es bei Cortisol auch einige Tage dauern, bis der Normalzustand wieder hergestellt ist. Gibt es innerhalb dieser Frist wieder eine kleine Häufung von Aufregungen oder Konfrontationen, so wird der Zustand verlängert und vertieft.
Speziell für uns HSP ist es somit wirklich wichtig, ihren Cortisolspiegel immer wieder zu senken. Dies geht am besten durch Schlaf (speziell Tiefschlaf), Ruhe, Aufenthalt in freier Natur, Streicheleinheiten, Gebet und religiöse Rituale, meditative Tätigkeiten und Meditation selbst, alles was Geborgenheit vermittelt, vertraute, mechanische Tätigkeiten, Kunstgenuss – wobei klar ist, das sich nicht alles für jeden Menschen eignet. Empfehlenswert ist die von mir initiierte und veröffentlichte binaurale Komposition Deep Harmony :: peace
http://deepharmony.net – sie versetzt den Großteil des Gehirns in Schwingungen, die sich üblicherweise nur im Tiefschlaf einstellen, und ist somit für fast alle Menschen ein höchst geeignetes Werkzeug, um schnell und effizient nach Stress zur Ruhe zu kommen.
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Florian Konnertz Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Hier passt es ja ganz gut hin - ich wollte eigentlich dazu im Sensibilitätsforum schreiben - bzw werde es auch noch mal ausführlicher tun, weil ich gleich auch noch lieber noch programmieren werde.10 Mar 2008, 10:57 pmRe^2: Stimulation und Überstimulation
Aber nun denn..
hallo Georg
+ hi Nils
Ich bin klar hochsensibel, speziell für emotionale, subtile Schwingungen und Zwischentöne der Kommunikation zwischen Menschen, bekannt oder unbekannt.
So richtig bewußt bin ich mir dessen erst seit paar Jahren, oder sagen wir zehn Jahren, seit meinen tiefgreifenden mystischen Erlebnissen unter LSD (+extasy)
Was bei mir seit Pubertät an physiologischem Symptom auftritt und was klar mit dieser Art von Sensibilität korreliert ist
Narkolepsie -
Ich "hab" das seit damals in einer (glücklicherweise) schwachen Ausprägung. Mal mehr oder weniger, aber im Schnitt schlaf ich am Tag 3-7 mal für ne viertelstd. Der Übergang ist fließend, Wach- und Traumbewußtsein gehen ineinander über, mit der Zeit lernt man unterscheiden und Verwechslungen zu entdecken. Wenn es möglich ist schlafe ich "freiwillig", setze mich hin und bin nach den paar minuten wieder da, erfrischt wie nach 12h Schlaf. Der Geist ist hellwach, empfänglich für geistige Eingebungen, wobei dies erst seit den erleuchtungserfahrungen so ist. Mein Körper hinkt da dann sehr hinterher und ist in der Kreislauf-Aufwachphase, die man sonst morgens paar Minuten (? stimmt das etwa?) hat, teilweise ne halbe Stunde und länger. Ich helf da (wenig erfolgreich) mit viel Kaffee nach - nicht _wirklich_ gesund für viele Lebensjahre...
Für mich ist diese "charakter"-eigenschaft, dieses individuelle psychosomatische "profil" absolut stimmig und ich hab es über die Jahre akzeptiert. Wenn man mal seinen Lebensweg und dessen Mißerfolge als sinnig erkannt hat so hadert man nicht mehr damit daß man zB in meinem Fall bei nem neuen Job befürchten muß, gekickt zu werden, weil man nicht acht bzw vier stunden durchmachen kann.
Diese "erkrankung" ist schlicht der Not-Aus für über-Stimulation mit genannten schlechten Stimmungen. Wobei dieses zuviel an Stimulation auch, wie von Georg erwähnt von inneren Prozessen herkommen kann. Bei mir sind das zB Gedanken über die Gesellschaft und nicht-alltagsbezogene verallgemeinerte Situationen zwischen Menschen, die mir kommen und die ich vor- und nachdenke und wenn das in die Quere kommt mit Alltagsanforderung wie sich um die Kinder kümmern, dann ist es auch bald mal wieder Zeit für ein Nickerchen.
Und dies ist - bzw es sollte - auch absolut OK sein.
die Gesellschaft, wir ich du er sie es werden ja wohl es hinkriegen da vermehrt Rahmenbedingungen für ein Leben zu schaffen.
( zu psychosomatik bei Narkolepsie, (zb.Traurigkeit) hab ich vor nem jahr mal 7min. auf video berichtet - wer das noch sehn will - ist halt etwas wüst weil aus dem Stegreif und schlechte Qualität
http://video.google.de/videoplay?docid=9166085573452674133&a... )
nun ists ja doch ein gutes Stück geworden... die Materie taugt mir nun halt mal und derzeit kommen in meinem umfeld in xing ja auch paar Menschen zusammen so daß da was vorwärtsgeht.
Freut mich!
LG florian
PS wie immer bei solch spontenen texten zu komplexer Materie hab ich sicher siebeneinhalb sachen vergessen - aber das kann man ja einfach nachtragen...
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Nils Sautter Group moderatorThe company name is only visible to registered members.wie, Du kannst dann schlaf und wachzustand verwechseln?15 Mar 2008, 12:51 amRe^3: Stimulation und Überstimulation
ist das eine hürde, die man dann meistern lernen müsste?
welche erfahrungen hast Du dann mit trance, hypnose oder mediation?
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Georg Parlow Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.hallo florian:22 Mar 2008, 4:10 pmRe^4: Stimulation und Überstimulation
erfreulich, dass du hier den mod machst :-)
als kaffee-ersatz kann ich dir eine kleine energie-übung vermitteln, die das ganz gut ersetzt - zwar nur für ca. 1,5 stunden (dann fällt die energie wieder ab, falls man echt unausgeschlafen ist oder so), aber dann kann mensch es ja einfach nochmal machen. lass uns telefonieren - oder bist du auf skype? mein unsername ist gparlow.
Nils Sautter schrieb:
wie, Du kannst dann schlaf und wachzustand verwechseln?
vor 20 jahren hab ich mal einige jahre intnsiv traumarbeit betrieben, viel luzid geträumt, und da hab ich es mir auch angewöhnt, regelmäßig zustandskontrollen durchzuführen, damit ich weiß, auf welcher ebene ich mich gerade befinde. und zum thema schlaf am tag: ich werde am mittag regelmäßig müde, und lege mich oft vor dem kochen oder essen kurz hin - schlafe meist nur 5 minuten, und bin dann sehr ausgeruht. ist was anderes, aber ein verwandtes thema, drum erwähne ich das.
liebe grüße,
georg
