CSR - Corporate Social Responsibility

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  • Thomas Leppert
    Thomas Leppert
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    (Change) Management oder: Die Entdeckung der Langsamkeit
    Wenn CSR u.a. als nachhaltiger Umgang mit allen Stakeholdern eines Unternehmens verstanden werden kann, machen vielleicht auch einige Gedanken zum Management von Veränderungsprozessen Sinn. Diese nehmen MitarbeiterInnen häufig sehr belastend in Beschlag. Soziale Verantwortlichkeit von innen heraus gelebt kann bedeuten, sich auch dieses Problems anzunehmen. Das birgt die Chance, durch authentisches soziales Verhalten nach innen auch positive Wirkungen nach außen zu erzeugen.

    Eine wichtige theoretische Grundlage für nachhaltiges und auf die Menschen Rücksicht nehmendes Change-Management kann daher lauten:

    „Der Gestaltbarkeit im Management und der Formbarkeit von Organisationen sind enge Grenzen gesetzt.“

    - dieser Satz stammt nicht etwa aus dem Tagebuch eines frustrierten Konzernmanagers, sondern aus einem Lehrbuch zum renommierten St. Galler Management Modell (Rüegg-Stürm 2003: Das neue St. Galler Management-Modell. S. 19/20).

    Das Buch folgt damit einem systemisch-konstruktivistischen Managementansatz, der Unternehmen als hochkomplexe Systeme begreift. In diesem Systemen agieren die einzelnen Elemente in vielfältiger Weise miteinander. Das Verhalten komplexer Systeme ist daher oft nur schwer vorhersehbar.

    Der Begriff des Managements steht im St. Gallener Management-Modell für eine unternehmerische Funktion mit dem Ziel, Organisationen zu gestalten, zu lenken und weiter zu entwickeln. Gleichwohl sind die Wirkungen dieser Funktion aufgrund der Komplexität der Organisation ebenfalls schwer vorhersehbar und nur sehr eingeschränkt.

    Was folgt aus einem solchen Organisations- und Management-Verständnis?

    Zum einen, dass das Management einer Organisation deren einzelne Bestandteile und insbesondere die darin und daran arbeitenden Menschen im Blick haben muss.

    Zum anderen, dass die Erwartungen an Veränderungsbereitschaft und -fähigkeit einer Organisation nicht zu hoch geschraubt werden dürfen: Wandel in komplexen Systemen bedarf der nachhaltigen Einbindung vielfältiger Anspruchsgruppen. Solche Einbindungsprozesse benötigen Zeit. Gleichzeitig darf die Anzahl und Frenquenz der einzelnen Veränderungsprojekte die Leistungsfähigkeit der Organisation und des Managements nicht übersteigen.

    „Die Entdeckung der Langsamkeit“ – in seinem Buch von 1983 verdeutlicht uns Sten Nadolny, dass beharrliches Festhalten an Langsamkeit und Bedächtigkeit als menschenfreundlichem Prinzip letztlich zum Erfolg führt. In Verbindung mit einem differenzierten Verständnis von Organisation und Management mag dies als Postulat für modernes Führungshandeln gelten.

    (Im Original erschienen auf meinem Blog http://www.politom.com)
    This post was modified on 20 Dec 2010 at 02:00 pm.