CSR - Corporate Social Responsibility

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  • Dr. Josef Naef
    Dr. Josef Naef    Premium Member
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    Es wird alles gut! - wirklich?
    Philosophische Gedanken

    Wenn wir als nachdenkliche Menschen durchs Leben gehen, dann kann uns nicht verborgen bleiben, dass unsere (Welt-)Gesellschaft viele dringliche Probleme hat und unser Wirtschaftssystem dabei eine fundamentale Rolle einnimmt. Stichworte: ökologische Gefährdung, Armut, zunehmende Diskrepanz zwischen arm und reich, Arbeitslosigkeit, Macht der Global Players usf.

    Was mich immer wieder erstaunt, ist die Tatsache, dass viele nachdenkliche Menschen in Büchern und Essays davon ausgehen, dass es wegen der mannigfaltigen Probleme beinahe wie selbstverständlich eine Wende zum Guten hin gebe. Offensichtlich ist für viele Menschen der Gedanke schlecht möglich, dass etwas geschehen könnte, das wir uns heute überhaupt noch nicht vorstellen können. Aber ist dieses Selbstverständnis, dass es bald in eine andere Richtung gehe, nicht möglicherweise ein ganz gefährlicher Trugschluss?

    Auf die Gefahr hin, dass ich als einen Pessimisten eingestuft werde, bin ich eher der Ansicht, dass sich das zumindest partielle Versagen unseres Wirtschaftssystems so lange verstärkt, bis es zu einem heute noch gar nicht vorstellenbaren Crash kommt. Folgende Gedanken sind dabei für mich grundlegend:

    Erstens: Ich betrachte die längst ausdifferenzierte Weltgesellschaft als eine riesige Maschine, wo sämtliche Teile mehr oder weniger gut zusammenwirken, so dass Gesellschaftssysteme wie Politik, Wirtschaft, Bildung, Wissenschaft, Medien usw. funktionieren können. Wenn wir nicht an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden wollen, dann müssen wir selbst einen kleinen oder grösseren Beitrag in dieser riesigen Maschinerie übernehmen. Aber gerade dadurch sind wir selbst beteiligt am Megatrend dieser Maschinerie. Mit anderen Worten: Die Möglichkeiten, das System immanent zu ändern, sind bei einem Wirtschaftssystem, das derart dominant ist, sehr schwierig, wenn überhaupt möglich.

    Zweitens: Auffallend ist, dass die Prognosen in Richtung einer Winde hin zum Guten kaum je das menschliche Erkenntnisvermögen in den Blick nehmen. Aber gerade eine weitverbreitete Erkenntnis, dass wir Menschen dringend etwas ändern müssten, wäre für eine Wende doch notwendig. Wenn wir nun aber berücksichtigen, dass die Wirklichkeit stark durch soziale Systeme geprägt ist, Gewohnheiten uns weit mehr leiten als wir gemeinhin glauben und schleichende Veränderungen ohnehin nur schlecht wahrgenommen werden können, dann gibt es keine allzu grossen Hoffnungen, dass sich eine weitverbreitere Erkenntnis bilden kann, die uns eine Änderung der Handlungsmuster und Orientierungsideen nahelegen.

    Bleibt uns im Grunde genommen bloss die Hoffnung, die der amerikanische Anthropologe Gregor Bateson einst geäussert hat?

    „Wenn man einen Frosch dazu bringen kann, ruhig in einem Topf mit kaltem Wasser sitzenzubleiben, und wenn man dann die Wassertemperatur sehr langsam und sanft erhöht, so daß es keinen Augenblick gibt, der sich als der Augenblick abhebt, in dem der Forsch springen sollte, dann wird er niemals springen. Er wird gekocht werden. Verändert die menschliche Gattung ihre Umwelt mit langsam zunehmender Verschmutzung, und verdirbt sie ihren Geist mit langsam zerfallender Religion und Erziehung in einem solchen Topf?“

    Beste Grüsse
    Josef Naef