CSR - Corporate Social Responsibility

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  • Prof. Dr. Rudolf Lambert Voller
    Prof. Dr. Rudolf Lambert Voller
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    Greenwashing in der Bekleidungsindustrie
    Aus dem Publikforum Newsletter:

    Ungerecht und unökologisch
    Kleider machen Arme
    Viele Firmen geben sich anerkennenswerte Leitlinien, werben mit eingängigen werthaltigen Slogans und versprechen nachhaltiges, soziales und ökologisches Handeln. Das ist aller Ehren wert. Und es ist gut zu wissen, dass man so werben und Erfolg haben kann, weil inzwischen beachtliche Teile der zahlungskräftigen Bevölkerung selbst Wert auf entsprechende Werte legt. Doch in etlichen Fällen halten die Versprechen der Überprüfung nicht stand.
    Besonders für Leute unter 40 ist H&M das vertraute, trendige und preiswerte Bekleidungsgeschäft. Und obwohl H&M schon mehrfach Besserung gelobte, musste sich das Unternehmen vorhalten lassen, durch Subunternehmen Kleider mit Billigkräften produzieren zu lassen. Diese arbeiten bis zu 14 Stunden täglich sieben Tage die Woche, bekommen 30 Cent pro Stunde und müssen in die Gesundheit gefährdenden Fabriken aushalten, in denen z. B. Ende August 300 Arbeitskräfte zusammengebrochen sind. Die ARD-Tagesthemen berichteten darüber.
    H&M wehrt sich. In ihren Leitlinien heißt es nämlich: »Qualität bedeutet auch, dass die Produktion unter guten Bedingungen stattfindet und dass unsere Kunden mit uns als Unternehmen zufrieden sind. Verantwortung dafür zu übernehmen, wie Menschen und Umwelt von unserer Geschäftstätigkeit beeinflusst werden, ist darüber hinaus eine wichtige Voraussetzung für ein weiteres lukratives Wachstum von H&M.« In Bezug auf die aktuellen Vorfälle und Berichte schreibt das Unternehmen: »Die Umsetzung des Verhaltenskodexes ist für H&M ein zentrales Element in der Zusammenarbeit mit allen Lieferanten und wir unterstützen die vollständige Umsetzung mit zahlreichen Hilfestellungen. In Kambodscha ist H&M zusätzlich seit 2005 Mitglied der Organisation Better Factories Cambodia. Dies bedeutet, dass alle Lieferanten von H&M in Kambodscha unabhängig durch Auditoren der ILO, der Internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen, überprüft werden.« Sabine Ferenschild vom Südwind-Institut hingegen urteilt: »Das ist kein Einzelfall, sondern nur die Spitze des Eisbergs.« Denn in Kambodscha und Bangladesch gelten ohnehin niedrige arbeits- und sozialrechtliche Standards, deren Einhaltung selten kontrolliert wird. Die Überprüfungen sind oft nur Stichproben nach Vorankündigung. Wer das Korruptionswesen dieser Länder nur umrisshaft kennt, wird ahnen, wie das wirklich läuft.
    Es geht nicht nur um H&M, sondern um eine Reihe anderer Bekleidungshändler und Marken, u.a. Zara, C&A, Puma usw. Es geht auch um die politischen Rahmenbedingungen, die gesetzt werden. Am 12.8. wurden die Direktorin Kalpona Akter und ihr Stellvertreter Babul Akhter von der Nichtregierungsorganisation »Bangladesh Center for Worker Solidarity (BCWS)« verhaftet. Die NGO fürchtet um die Sicherheit der Angestellten des bangladeschischen Zentrums für Arbeitersolidarität.
    Die bangladeschische Regierung hatte am 29. Juli die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns angekündet. Gleichzeitig drohte sie, keine »Anarchie« in der Bekleidungsindustrie zuzulassen. Die Lohnerhöhung sieht einen Monatsmindestlohn von ca. 32 € vor, was weit unter den Forderungen der Gewerkschaft bleibt und die Grundbedürfnisse nicht deckt. Gegen Hunderte von ArbeiterInnen sowie mehrere ArbeitsrechtlerInnen, die sich für höhere Grundlöhne engagierten, wurden in der Zwischenzeit Haftbefehle erlassen.
    Beim Kauf von Kleidung kann jeder Verbraucher massiv auf Unternehmens- und Regierungspolitik nehmen, denn Kleidung spielt global eine große Rolle bei Umsatz und Gewinn. Dazu kann man sich schlau machen bei der Kampagne für Saubere Kleidung, bei Südwind-Institut und bei der Initiative für öko-fairen Handel. Und auch andere dafür mehr interessieren. Denn es gibt sie: die ökologisch und fair gehandelte Kleidung. Norbert Copray
    This post was modified on 17 Sep 2011 at 12:59 pm.