CSR Professional

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  • Achim Halfmann
    Achim Halfmann    Premium Member   Group moderator
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    Das Düsseldorfer Rüstungsunternehmen Rheinmetall arbeitet an der Erstellung eines Nachhaltigkeitsberichts. Die Geschäfte gehen prächtig, Umsatz und Gewinn erreichen Rekordmargen, aber das Unternehmen steht für seine Produkte immer wieder in der Diskussion. Aktuell geht es dabei um eine mögliche Lieferung von Leopard-Panzern an Saudi Arabien. Dass Rheinmetall an einem Nachhaltigkeitsbericht arbeitet, hat CSR NEWS bei Recherchen zu diesem Thema erfahren:
    http://csr-news.net/main/2011/07/06/rustungsexporte-regierun...

    Was denken Sie:

    Nachhaltigkeit und Rüstungsindustrie – passt das zusammen?
    Worüber sollte der Nachhaltigkeitsbericht eines Rüstungsunternehmens informieren?
    Und in Bezug auf Rüstungslieferungen: Wie sehen Sie die Unternehmen und wo die Politik in der Verantwortung?

    Diskutieren Sie mit! Wir freuen uns auf Ihren Beitrag.
  • Susanne Steinicke
    Susanne Steinicke    Premium Member
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    Solch ein Unternehmen sollte meiner Meinung nach ebenfalls andere Geschäftsbereiche führen, die explizit nachhaltig sind und nichts mit Waffen zu tun haben. Z.B. Metallteile für die Konsumgüterindustrie o.ä.

    Ich denke, dass es einem der Anstand verbieten sollte, mit Rüstungsexporten das Geschäftsvolumen zu mehren. In Nachhaltigkeit fließt nach meiner Auffassung auch die soziale Komponente mit ein wie Friedenssicherung. Das Unternehmen könnte sich in einem anderen Geschäftsbereich außerdem auf Kommunikation spezialisieren.(Z.B. die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg).

    Ansonsten finde ich es ein Schritt in die richtige Richtung, wenn er denn konsequent zu Ende gedacht und mit all seinen Konsequenzen umgesetzt wird. ...heißt für mich, die Devise zu führen, sich auf keiner Ebene am Leid anderer zu bereichern.

    Mit besten Grüßen
    Susanne Steinicke
  • Matthias Wühle
    Matthias Wühle    Premium Member   Group moderator
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    Solange es sich um ein ordentlich zugelassenes, legales und steuerzahlendes Unternehmen handelt (und dies kann man hier wohl voraussetzen), sollte ihm im Rahmen des Corporate Citizenship-Ansatzes auch die Publikation eines Nachhaltigkeitsberichtes zugestanden werden. Jede Verweigerung würde sonst unweigerlich auch zur ungerechtfertigten Diskriminierung all seiner Stakeholder (Mitarbeiter inklusive) führen.

    Dies ist schlechterdings keine banale oder allgemeine Voraussetzung, da z.B. Akteure der Drogenherstellung oder des Drogenhandels hiervon ausgeschlossen sind.

    Daß sich die Produktpalette bei Rheinmetall schwieriger als nachhaltig verkaufen lässt, als beispielsweise Solaranlagen, liegt zwar auf der Hand, tritt aber auch in anderen Branchen auf (z.B. Alkohol und Glücksspiel). Gestaltungsmöglichkeiten könnten z.B. in der Mitarbeiterführung und im Umweltbereich liegen.

    Generell muß man notwendig davon ausgehen, daß alle legal hergestellten Produkte irgendeinen gesellschaftlichen Nutzen erfüllen, um sich für einen legalen Vertrieb zu qualifizieren. Damit erwirbt das Unternehmen folgerichtig auch das Recht (und die Pflicht) auf Reporting.
  • Daniel Gerber
    Daniel Gerber    Premium Member
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    Ich stimme der Meinung von Matthias Wühle im Grundsatz zu. Wenn eine Firma gesetzeskonform arbeitet, dann sollte sie auch CSR-Aktivitäten in einem Bericht festhalten können.

    Für mich stellt sich jedoch die Frage, ob ein Rüstungsbetrieb, der in Länder wie Saudi Arabien Waffen liefert, überhaupt gesetzeskonform ist. Wie kommt es dazu, dass kein Exportverbot existiert oder angewendet wird? Eine Grundlage für CSR sind die Menschenrechte. Diese werden auf jeden Fall missachtet, wenn eine Rüstungsfirma Diktaturen oder andere Regierungen beliefert, welche ihre Bürgerinnen und Bürger unterdrücken.
  • Fritz Letsch
    Fritz Letsch
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    Die Grenze zum Zynismus wird hier fließend: Nachhaltig zerstörte Landschaften werden uns nicht wirklich glücklich machen, die Verwendung von Uran-Munition ist die beste Entsorgung der alten angesammelten "Werte" in der Bevölkerungs- und Rohstoffpolitik.

    Ist die Bildung in diesem Land wirklich so beruflich beschränkt, dass wir alle Vernunft im Geschäft beseitigen, bevor wir auch hier in nachhaltige Bürgerkriege, psychische Krankheiten und Armuts-Unruhen geraten?

    Innerhalb der NATO scheint alles möglich zu sein ...
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  • Pierre-Alain Michel
    Pierre-Alain Michel    Premium Member   Group moderator
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    Liebe Community

    Persönlich begrüsse ich es sehr, wenn Unternehmen mit einer für CSR "herausfordernden" Tätigkeit einen Nachhaltigkeitsbericht verfassen. Man darf dabei nie vergessen, dass die Kommunikation sowohl am Ende als auch am Beginn eines strategischen Entscheidungsprozesses steht. Es ist also sehr gut möglich (und sogar wahrscheinlich), dass die Berichterstattung heute das Kerngeschäft der Zukunft positiv beeinflussen wird, beispielsweise dank einem intensiveren Austausch mit den Anspruchsgruppen.

    Grundsätzlich schliesse ich mich der Meinung von Herrn Wühle an – Fundamentalkritik an der Tätigkeit von Rüstungsunternehmen halte ich für unproduktiv und dem Anliegen der CSR nicht förderlich. Dennoch interessiert mich als Mitglied der Öffentlichkeit besonders das Engagement dieser Unternehmen im Kerngeschäft. Themen wie Compliance und die Produktion von bzw. der Umgang mit kontroversen Waffensystemen sollten m. E. an erster Stelle stehen.

    Viele Grüsse aus der Schweiz

    Pierre-Alain Michel
    This post was modified on 10 Jul 2011 at 02:25 pm.
 
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