CSR Professional
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Reinhard Jesberger Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Eine CSR-Berichtspflicht würde meines Erachtens nicht zum Fortschritt von CSR beitragen. Die Unternehmen würden sich einer weiteren Zwangsläufigkeit ausgesetzt sehen, ohne das Thema CSR positiv auf ihre Organisation anzuwenden.14 May 2012, 1:43 pmRe: Hilft eine CSR-Berichtspflicht weiter? - Zur Diskussion im Bundestag
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Achim Halfmann Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Für CSR NEWS habe ich die Repräsentanten CSR-naher Unternehmensnetzwerke nach Ihrer Einschätzung einer CSR-Berichtspflicht gefragt. Das Ergebnis haben wir heute veröffentlicht:14 May 2012, 3:39 pmRe: Hilft eine CSR-Berichtspflicht weiter? - Zur Diskussion im Bundestag
http://csr-news.net/main/2012/05/14/expertenmeinungen-zur-cs...
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Hardy Nitsche Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Ich stimme Herrn Feldmann zu, dass ein Unternehmen, welches einen Nachhaltigkeitsbericht erstellt – aus welcher Motivation heraus auch immer – sich per se ja schon mal mit dem Themen beschäftigen muss. Dies alleine dürfte dafür sorgen, dass Fortschritte gemacht werden. Und sei es nur deshalb, weil dem Unternehmen dann potentielle ökonomische Vorteile bewusst werden (z.B. Einsparpotenziale im Energieverbrauch).14 May 2012, 3:50 pmRe: Hilft eine CSR-Berichtspflicht weiter? - Zur Diskussion im Bundestag
Eine gesetzlich Verpflichtung sollte aber m.E. immer die Ultima Ratio sein. Insbesondere, da viele Unternehmen ja schon jetzt den Wunsch und die Motivation haben, über Ihre CSR-aktivitäten zu berichten, aber hierfür einfach nicht die Ressourcen besitzen und es auch an mittelstandsgerechten Werkzeugen für die Berichterstellung mangelt. Ich denke, dass es durchaus alternative Mittel und Wege für den Gesetzgeber gibt, die Unternehmen diesbezüglich zu motivieren. Z.B. könnte die öffentliche Hand bei Ausschreibungen Unternehmen bevorzugen, die einen CSR-Bericht erstellen.
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Günter Horniak Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Eine sehr interessante Diskussion.14 May 2012, 9:32 pmRe: Hilft eine CSR-Berichtspflicht weiter? - Zur Diskussion im Bundestag
Ich spreche mich für eine verpflichtende Berichterstattung verbunden mit gewissen Vorgaben aus. Zumindest für Österreich. Wobei es hier aber noch keine politischen Aktivitäten in diese Richtung gibt.
Vielleicht daher ein paar Zahlen aus Österreich dazu. Eine aktuelle Studie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung von Ernst & Young ("Werte schaffen. Verantwortung zeigen." Jänner, 2012): Untersucht wurde bereits zum zweiten Mal der gegenwärtige Stand der Nachhaltigkeitsberichterstattung bei führenden österreichischen Unternehmen im internationalen Vergleich. Herangezogen wurde das Jahr 2010.
Von den 100 umsatzstärksten Unternehmen sowie den fünf Top-Kreditinstituten und den fünf Top-Versicherungen (also 110 Unternehmen) erstellten demnach nur 25 einen Nachhaltigkeitsbericht (23 %)!
Vergleicht man diese 23 % mit unseren Nachbarländern wird das Ergebnis noch beschämender. Europaweit führt in diesem Zeitraum Großbritannien das Spitzenfeld mit 100 % an, gefolgt von Frankreich mit 94 % und Dänemark mit 91 %. In Spanien liegt der Anteil bei 88 %, in Finnland bei 85 %, in den Niederlanden bei 82 % und in Schweden berichten 72 % der Top-100-Unternehmen nach Umsatz. Auch in unseren Nachbarländern Schweiz (64 %) und Deutschland (62 %) berichten mehr Unternehmen als in Österreich, was uns auf einen der hintersten Plätze im Ranking verweist.
Und manche dieser Reports sind mangels CSR/Nachhaltigkeits-Handlungen von Marketingagenturen erstellt und weisen keine wirklichen Inhalte, keine Verbesserungen und keine (glaubhaften) Zukunftsperspektiven auf. Aber sie sind schön bunt und sehr kreativ gestaltet.
Die Freiwilligenkomponente oder das Berichten hat letztendlich also keine wirkliche Verbesserung in der Übernahme von Verantwortung gebracht.
Die o.a. Untersuchung widerspiegelt demnach auch die Realität. Die (wenigsten) Unternehmen interessieren sich für CSR und Nachhaltigkeit. Weil Managern das Wissen fehlt, sie sich keine Zeit nehmen, um sich zu informieren und sie die Chancen und Möglichkeiten nicht erkennen (können). Und sich – wir haben ja Krise – mit den nächsten Wochen, Monaten beschäftigen und die Zukunft aus den Augen verlieren.
Eine Berichterstattung würde zu mehr Berichten führen, was vorerst ja eigentlich bedeutungslos ist. Es müssten daher gewisse Schlüsselkennzahlen verbindlich vorgegeben sein. Z.B. Energie-/Papier-/Wasserverbrauch pro MitarbeiterIn, CO2 Ausstoß pro MitarbeiterIn, Aufschlüsselung der verwendeten Energie-/Papierformen, Anti-Korruptionsrichtlinien/Geschenkannahmerichtlinien/Anti-Diskriminierungsrichtlinien und wie diese überwacht werden, Stundenanzahl MitarbeiterInnenausbildung, Verteilung auf Männer/Frauen/nach Alter, wie viele Frauen in Führungspositionen (und auf welchem Hierarchielevel) und alles in einer Zeitreihe dargestellt (z.B. die letzten drei Jahre) usw. usw. usw. Alles inklusive einem Maßnahmenkatalog der geplanten Verbesserungsmaßnahmen (und Berichterstattung über deren Zielerreichung). Es geht also auch um Zukunftsfähigkeit!
Dies würde einen Vergleich ermöglichen. Den Unternehmen selber wichtige Kennzahlen liefern und aufzeigen wo es Optimierungspotential gibt. Und Unternehmen müssten wieder in die Zukunft denken, also noch einmal: zukunftsfähig werden. Ein Geschäftsbericht spiegelt immer nur die Vergangenheit wieder – und wie wir wissen, nicht einmal eine aktuelle Situation.
Als jemand, der drei CSR Reports Wort für Wort erstellt hat (inkl. Daten- und Faktensammlung), weiß ich, dass es mühsam und anstrengend ist. Sich aber bezahlt macht – für das Unternehmen. Die Kosten sind daher kein wirkliches Argument (außer man beauftragt die Erstellung eines hübschen PR-Bilderbuches und bezahlt eine Agentur dafür, denn dann möchte man es ja auch drucken lassen ;-). Es würde jedenfalls reichen, einen Bericht online erscheinen zu lassen.
Den Unternehmen, die CSR ehrlich meinen und auch entsprechend handeln, stünden noch genügend Möglichkeiten zur Differenzierung zur Verfügung.
Und begleitet von weiteren politischen Rahmenhandlungen, vor allem im Beschaffungswesen, könnte man mit einer Berichtspflicht vielleicht den notwendigen Anstoss geben.
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