D2D elektronische integrierte Patientenversorgung D2D
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Wolfgang D. LorenzThe company name is only visible to registered members.Ärztenetze - Grundkonzept AOK
Arztnetze
Arzt- oder Praxisnetze sind eine relativ neue Versorgungsform. Dabei schließen sich niedergelassene Ärzte einer Region zu einem Verbund zusammen. Ziel: Den Patienten eine effizientere und verbesserte Versorgung ermöglichen.
In einem Praxisnetz arbeiten verschiedene Ärzte bei der Behandlung eines Patienten Hand in Hand. Dieser profitiert so von dem spezialisierten Fachwissen der verschiedenen Ärzte. Da die Ärzte miteinander in Kontakt stehen, werden lästige und teure Doppeluntersuchungen vermieden.
Um auf dem neuesten Stand der Medizin zu sein, tauschen sich Praxisnetz-Ärzte untereinander aus, treffen sich auf Netzkonferenzen und arbeiten nach festgelegten medizinischen Leitlinien.
Einige Arztnetze schließen zusätzlich noch Kooperationen mit Krankenhäusern, Altenheim, Reha-Kliniken, Pflegedienste, etc.) in der Region ab. Hier kann die Effizienz der medizinischen Versorgung durch eine verstärkte Koordination und Kooperation mit ambulanten Pflegediensten, Rettungsleitstellen oder Apotheken erreicht werden.
Damit verbessern Arztnetze die Qualität der medizinischen Versorgung und sind — etwa durch die Vermeidung von Doppeluntersuchungen — auch wirtschaftlich.
Grundkonzept von AOK-Arztnetzen
Das heutige Grundkonzept der AOK für Arztnetze baut auf den Erfahrungen mit Arztnetzen der ersten Generation von etwa 1995 bis 2000 auf: Bei ihnen waren die Wirtschaftlichkeit, aber auch die Qualitätseffekte nicht eindeutig.
Ein Grund: Die aufwändigere Versorgung war zum einen für die Ärzte finanziell uninteressant und setzte zum anderen zu wenig klare Anreize für eine bessere und wirtschaftlichere Behandlung. Solche Arztnetze lebten vom starken Engagement weniger Ärzte, deren positive Effekte von der Passivität zahlreicher Mitläufer neutralisiert wurden.
Hinzu kam nicht selten eine großzügige Subventionierung seitens der Krankenkassen, die gleichermaßen wenig Anreiz für mehr Wirtschaftlichkeit der Versorgung bot.
Das heutige Grundkonzept setzt deshalb andere Akzente: Zum einen werden überschaubare Netze angestrebt, in denen nicht alle Ärzte vor Ort vertreten sein müssen. Zum anderen geht es um eine stimmige und konsequente Kombination folgender Kernelemente:
• Effektives und systematisches Qualitätsmanagement, um eine gegenüber der Regelversorgung besondere Qualität zu bieten und so genannte "Billigmedizin" zu vermeiden – unter anderem durch den Einsatz der Qualitätsindikatoren der AOK für Arztnetze.
• Übernahme von Budgetverantwortung durch die Netzärzte für die Gesundheitsversorgung der Netzversicherten, zumindest für die wichtigsten veranlassten Leistungen
• Schaffung des erforderlichen Steuerungsspielraums durch das Hausarztmodell (Gatekeeper-Prinzip) und durch die (freiwillige und kündbare) Einschreibung der Versicherten
• Mit Hilfe von Anreizen soll der Versicherte von der Einschreibung ins Arztnetz überzeugt werden. Im Vordergrund steht bei den Anreizen die besondere Qualität der Versorgung im Netz – ergänzt durch zusätzliche Angebote und/oder gegebenenfalls einen finanziellen Bonus.
- 10 Mar 2005, 12:50 pm
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Dr. Nils LöberThe company name is only visible to registered members.Re: Ärztenetze - Grundkonzept AOK
Sehr geehrter Herr Lorenz,
zu Ihren interessanten Ausführungen in Bezug auf Ärztenetze möchte iich gerne kritisch Stellung nehmen.
Grundsätzlich sind unter Berücksichtigung der momentanen Rahmenbedingungen im deutschen Gesundheitssystem (insbesondere auch in Bezug auf neue pressure factors aus dem EU Umfeld) entsprechende Kooperationsformen zwischen Anbietern medizinischer Dienstleistungen durchaus sinnvoll um einen für den Kunden wahrnehmbaren Mehrwert zu schaffen und somit Ansätze für strategische Wettbewerbsvorteile zu schaffen.
Das Phänomen der Kooperationsformen ist ja zumindest durch staatlich induzierte Formen kein neuer Ansatz (Stichwörter: integrierte Versorgung, managed care, etc.), immer mehr Anbieter sehen dabei jedoch auch in Eigeninitiative die Möglcihkeit des Handels. So sind horizontale und vertikale Kooperationsformen im Krankenhausbereich mittlerweile stark verbreitet und auch Ärztenetzwerke erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.
Dass Praxis- oder Ärztenetzwerke jedoch auch durchaus ernüchternde Ergebnisse aufweisen können hat das Sozialwissenschaftliche Institut München bereits in einer umfangreichen Delphi-Studie bewiesen.
Um die Länge dieses Artikels nicht zu strapazieren inkludiere ich einen Link, der kurz und knapp die kritischen Anmerkungen zu Ärztenetzen zusammenfasst:
http://www.medknowledge.de/praxis/praxisnetze/kritische_anme...
Gerne würde ich in einem regen Meinungsaustausch erfahren was Sie und andere Forumsmitglieder von den angesprochenen Problematiken halten.
In diesem Sinne
Beste Grüße
Nils Löber
- 28 Aug 2005, 10:44 am
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Ulrich PetersenThe company name is only visible to registered members.Re^2: Ärztenetze - Grundkonzept AOK
Ein Ärztenetz ist nur so gut wie die Akzeptanz der User ist.
Wir haben sehr gute Erfahrungen in diesem Bereich gemacht, weil aus Initiativgruppen die Netze gewachsen sind.
- 30 Jan 2006, 3:28 pm
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Benno HerrmannThe company name is only visible to registered members.Re^2: Ärztenetze
Hallo Herr Löber,
Ihren kritischen Ausführungen stimme ich zu. Ärztenetze sind darchaus keine relativ neue Form der Zusammenarbeit, wie im Artikel von Herrn Lorenz beschrieben. Mit dem §63 und dem §73 SGB V war die Grundlage für Ärztenetze gelegt. Jedoch waren diese Kooperationsformen bis auf Ausnahmen nicht erfolgreich. Auch jetzt sind Ärztenetze eher lose Zusammenschlüsse ohne konkrete Ziele. Dies wird in der Netzstudie 2006 belegt. Diese widerspricht auch der Aussage von Herrn Petersen. Kein Netz in Hamburg hat in dieser Studie seine Ziele und wirtschaftlichen oder medizinischen Erfolge belegen können. Gerade dies ist wahrscheinlich das Problem. Wie bei Herrn Knöfler angesprochen, sind die Ziele nicht definiert, keine entsprechenden einheitlichen Vorgehensweisen zu erkennen und damit auch keine messbaren Erfolge vorhanden. Lange Zeit war es ein Probelm, eine gemeinsame Datenbasis aufzubauen und somit die Arbeit transparent zu machen, d.h. gesetzte Ziele auch zuverlässig zu kontrollieren. Inzwischen gibt es Produkte, die es den Ärzten ermöglichen, Daten in strukturierter Form auszutauschen, Daten aufzubereiten und auszuwerten. Es gibt Software, die es ermöglicht, in der Routinearbeit die Verträge und Ziele des Netzes einzubauen und damit jeden Netzarzt mit seiner Arbeit in das Ärztenetz zu integrieren. Ein professionelles Management ist dabei im Netz unerlässlich. Im Laufe der Jahre haben wir sehr gute Ansätze kennengelernt. Durch die sehr guten Kontakte zu Ärzten und Krankenkassen hat sich gezeigt, dass die Erwartungen an Ärztenetze bei den beiden Gruppen manchmal weit auseinander gehen. Dies gilt es in Übereinstimmung zu bringen.
Mit freundlichen Grüßen
Benno Herrmann
- 28 Aug 2006, 09:15 am
