D2D elektronische integrierte Patientenversorgung D2D

D2D elektronische integrierte Patientenversorgung D2D

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  • Wolfgang D. Lorenz
    Wolfgang D. Lorenz
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    Pilotprojekte - Ärztenetze AOK
    Arztnetz-Pilotprojekte


    Die AOK engagiert sich bereits seit Mitte der 90er Jahre für Arztnetze als eine sinnvolle, neue Versorgungsform. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben konnten jedoch im Projektverlauf oft keine eindeutigen Effekte im Hinblick auf die Verbesserung der Qualität oder der Wirtschaftlichkeit beobachtet werden. Bei vielen Arztnetzen aus diesem Zeitraum wurden die Verträge daher nicht verlängert.

    Aufgrund veränderter gesetzlicher Rahmenbedingungen hat der AOK-Bundesverband ein neues Grundkonzept für Praxisnetze erstellt, in dem die bisherigen Erfgahrungen berücksichtigt werden. Die AOK unterstützt derzeit zwei Pilotprojekte bei der Umsetzung dieser neuen Strategie:
    • Hausarztmodell Rhein-Neckar
    • Praxisnetz Nürnberg-Nord

    Praxisnetz Nürnberg Nord der AOK Bayern

    Das Praxisnetz Nürnberg Nord e.V. (PNN) ist ein Zusammenschluss von rund 180 niedergelassenen Ärzten. Die AOK Bayern fördert diese Initiative seit einigen Jahren, zunächst als konventionelles Ärztenetz im Rahmen eines Modellversuchs und seit Anfang 2004 als Integrierte Versorgung (IV), an der etwa 40 Ärzte teilnehmen.

    Die Integrierte Versorgung zeigt sich im Nürnberger Praxisnetz insbesondere durch eine sektorübergreifende Koordination. Das bedeutet, dass die niedergelassenen Ärzte bei der Patientenversorgung auch mit dem stationären Sektor (Krankenhaus) zusammenarbeiten. Die wirtschaftliche Verantwortung bleibt dabei in der Hand der niedergelassenen Ärzte.

    Weiterhin führt das Praxisnetz in Nürnberg ein einheitliches Qualitätsmanagement ein. Es sind Leitlinien zu beachten und die Ärzte haben an zahlreichen Qualitätssicherungsmaßnahmen teilzunehmen. Es wird ein umfassendes medizinisches und ökonomisches Controlling eingeführt, das die Steuerung des Leistungsgeschehens unterstützt.

    Insofern stellt das PNN ein Beispiel für eine Integrierte Versorgung des Vollversorgungs-Typs dar, auch wenn noch nicht alle konstituierenden Merkmale einer solchen Versorgungsform erreicht sind (so wurde etwa die wirtschaftliche Eigenständigkeit der Praxen beibehalten, der stationäre Sektor ist noch nicht vollständig integriert und es fehlt eine einheitliche EDV-Plattform). Die Umsetzung dieser Bestandteile ist der weiteren Entwicklung des PNN vorbehalten


    Hausarztmodell Rhein-Neckar


    Das „Qualitäts- und Kooperationsmodell in der hausärztlichen Versorgung Rhein-Neckar“ wurde im April 2003 von der AOK Baden-Württemberg, der Kassenärztlichen Vereinigung Nordbaden und dem Mannheimer Hausarztnetz Qualinet e.V. als Modellvorhaben nach § 63 SGB V vereinbart. Die Einschreibung der Versicherten begann am 1. Januar 2004.

    Die Besonderheit des Projekts liegt in der konsequenten Kombination innovativer Elemente der Gesundheitsversorgung:
    • Qualitätsmanagement: Die teilnehmenden Hausärzte verpflichten sich zur Teilnahme an einer festgelegten Zahl von Qualitätszirkeln und Netzkonferenzen sowie zum Einsatz von Disease-Management-Programmen für chronisch Kranke und zur kontinuierlichen Einführung verbindlicher Leitlinien. Kommunikation und Kooperation der Hausärzte mit Fachärzten und anderen Spezialisten werden systematisch aufgebaut und optimiert.

    Die Maßnahmen zum Qualitätsmanagement werden im jährlichen Qualitätsbericht des Netzes transparent und nachvollziehbar gemacht. Zudem wird die geleistete Qualität anhand neu entwickelter Qualitätsindikatoren, das heißt anhand objektiver Werte gemessen und dargelegt. Die Ärzte stellen sich damit auch dem Vergleich mit der Qualität anderer Versorgungsformen.
    • Innovative Angebote für Versicherte: Über die Garantie dieser Maßnahmen zum Qualitätsmanagement hinaus erhalten die Versicherten im Modell eine Eintrittsuntersuchung und ein spezifisches Präventionsangebot. Es umfasst einen individuellen Präventionsplan und ein modellspezifisches Angebot an Kursen und Schulungen. Im Laufe des Projekts sollen spezielle Angebote zur geriatrischen Versorgung sowie zur Anschlussrehabilitation und aktivierenden Pflege hinzu kommen.
    • Controlling und Netzmanagement: Zur Herstellung von Transparenz über das Leistungs- und Ausgabengeschehen werden im Modell neuartige Instrumente eingesetzt, die ein sachgerechtes Controlling durch Ärzte und Kasse ermöglichen. Dazu gehören zum einen die erwähnten Qualitätsindikatoren und der Qualitätsbericht. Zum anderen ermöglichen eine eigens entwickelte Datenbank und ein standardisiertes Berichtswesen das differenzierte Controlling von Leistungen und Ausgaben im Netz. Der Datenschutz bleibt dabei gewahrt, der Einsatz der Instrumente erfolgt in Abstimmung mit dem Landesbeauftragten für den Datenschutz. Eine Netzmanagerin unterstützt die Ärzte und den Netzvorstand bei der Umsetzung und Steuerung des Projekts.
    • Ergebnisverantwortung der Ärzte: Neben ihrer medizinischen Ergebnisverantwortung für die Versorgung der eingeschriebenen Versicherten übernehmen die Ärzte im Modell auch schrittweise die Verantwortung für das ökonomische Ergebnis. Durch risikoadäquate Bewertungsmaßstäbe und eine Absicherung bei Hochkostenfällen wird das übernommene Risiko weitestgehend auf Bereiche fokussiert, die die Ärzte medizinisch beeinflussen und steuern können. Für die erforderlichen Steuerungsleistungen – insbesondere die ausgeprägte Lotsenfunktion sowie Dokumentations-, Management- und Controlling-Aufgaben – erhalten die Ärzte eine besondere, erfolgsabhängige Vergütung.
    • Hausarztprinzip: Grundlage für die Umsetzung dieser Elemente ist die Einschreibung der Versicherten in das Modell und ihre Verpflichtung auf das Hausarztprinzip, das heißt im Normalfall immer zuerst den selbst gewählten Hausarzt aufzusuchen und eine erforderliche Inanspruchnahme von Fachärzten und anderen spezialisierten Leistungserbringern jeweils mit ihm abzustimmen. Ausnahmen gibt es für Frauen-, Kinder- und Augenärzte sowie für Notfälle. Im Gegenzug werden die Versicherten im Hausarztmodell von der Praxisgebühr befreit.


    Das Modellvorhaben betritt schon mit seinen Einzelelementen, insbesondere Qualitätsindikatoren, Ergebnisverantwortung, Controlling, Netzmanagement und Einschreibung, weitgehendes Neuland. Zudem sind die spezielle Kombination dieser Elemente und ihre Einbettung in ein Hausarztnetz innovativ. Entsprechend wird mit der praktischen Umsetzung des Modellvorhabens an vielen Stellen Pionierarbeit geleistet, die über das Modell hinaus Impulse geben wird.

    Die AOK Baden-Württemberg setzt damit auf ihre Weise konzeptionelle Vorarbeiten des AOK-Bundesverbands für Arztnetze einer neuen Generation um. Das Modellvorhaben hat eine Laufzeit von acht Jahren und wird von einem uabhängigen Institut evaluiert.
  • Bianca Engelmann
    Bianca Engelmann    Premium Member   Group moderator
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    Re: Pilotprojekte - Ärztenetze AOK
    Hallo,
    ich bin neu hier im Forum und würde gerne hören, ob weitere Pilotprojekte möglich wären für den Bereich Niedersachsen und welche Indikationen für IV-Verträge am interessantesten sind.

    Falls vorher keine Zeit verbleibt wünsche ich schon einmal frohes Fest.

    Bianca Engelmann
  • Ulrich Petersen
    Ulrich Petersen
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    Re^2: Pilotprojekte - Ärztenetze AOK
    Über mehrere Jahre bieten wir schon diese Lösung.
    Sie ist Providerunabhängig mit ISDN oder DSL.
    Insgeamt 4 Netze sind in Schleswig-Holstein aufgebaut. Das größte Netz ist gleichzeitig nun zum Bundespilotprojekt zur Gesundheitskarte 2006 aufgerufen worden.
    Mit unsere Lösung wird in erster Linie die gesicherte Datenverbindung realisiert ( mit Genehmigung des Datenschutzes... sogar nach dem 1. Röntgenverordnung)

    DIe Plattform ist offen für eine Integration verschiedenster
    Anwendungen.
  • Bianca Engelmann
    Bianca Engelmann    Premium Member   Group moderator
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    Re^3: Pilotprojekte - Ärztenetze AOK
    Hallo,

    sponsern die Krankenkassen dieses Projekt oder wie wird finanziert?
    Gibt es noch Bedarf an "Pilotnetzen" unter Einbezug von Kliniken?

    Viele Grüße
    Bianca Engelmann
  • Ulrich Petersen
    Ulrich Petersen
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    Re^4: Pilotprojekte - Ärztenetze AOK
    Dazu vielleicht einige Erklärungen.
    Die Netze hier in Schleswig-Holstein sind mit großer Zusamenarbeit der KV, der gesetzlichen Krankenkassen, der Krankenhäuser und der Industrie entstanden.
    Am Anfang hat eine Krankenkasse auch finanziell unterstützt (deutlich sollte man hier die AKO SH nennen), insbesondere aber die Industrie.

    DIe ersten Netze sind aus eigenen Initiativen entstanden, da war das Thema Gesundheitskarte noch nicht im Focus.
    Heute allerdings ist eine Infrastruktur gewachsen, die genau die Grundanforderungen für eine Telematik-Infrastruktur abdeckt. Daher sind in unserem Pilotprojekt elektronisches Rezept, EPA, Arztbrief, Befunde, 2. Befunde, Röntgen- oder CT-Bild Übermittlung, Labor-Datenabfrage...Ja sogar Pilot-Gesundheitskarten schon praktiziert.
    Da die Infrastruktur so offen ist, kann jeder Hersteller sich mit verschiedensten Lösungen einbringen.
    Ob es die EPA ist, die Kartenleser, die Karten, die Praxissoftware im niedergelassenen Bereich, Terminplaner, Wissensdatenbank, Onlineschulung...
    Hunderte von Anwendungen sind denkbar und möglich.

    Das Netz ist inzwischen recht groß und finanziert sich selbst. Jedoch als eines der 8 Pilotprojekte wird dieses Netz sicherlich auch wieder aus dem Ministerium mitfinanziert.

    Weitere Pilotprojekte wird es sicherlich nicht geben.
    Aber weiter Netze schon. Wichtig ist, das diese Netze ja Grundlage für die IGV wird. ALso kann man eigentlich nicht früh genug damit anfangen um in Netzen Erfahrungen zu sammeln, ob Krankenhaus oder niedergelassener Bereich, oder Apotheke oder oder oder
    DIe IGV wird kommen, die Infrastruktur auch. Die Einbindung der Praxissoftware zur Versendung elektronischer Arztbriefe ebenso wie das elektronische Rezept.
    Die heute benötigten Komponenten werden später ebenso benötigt, daher ist es keine Fehlinvestition.
    Und die Kosten sind nun wirklich gering.
  • Bianca Engelmann
    Bianca Engelmann    Premium Member   Group moderator
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    Re^5: Pilotprojekte - Ärztenetze AOK
    Danke!

    wie kann ich in einem Netz die elektronische Vernetzung zur Erleichterung der Kommunikation so gestalten, das sich auch bei der Einführung der Gesundheitskarte etc. die Hard- und Software nicht erneut angeschaft werden muß, sondern das alles dann kompatibel ist. Gibt es hierzu Grundelemente zu beachten oder wissen Sie von adäquaten Refgerenten zu diesem Thema?

    Ich hoffe auf erneute HIlfe.
    Viele Grüße

    Bianca Engelmann
  • Ulrich Petersen
    Ulrich Petersen
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    Re^6: Pilotprojekte - Ärztenetze AOK
    Weitere Hilfe folgt :-)

    Das Informationsportal soll den als Teilnehmer registrierten Arztpraxen, Krankenhäusern und Reha-Kliniken mehrere Möglichkeiten bieten, den Arbeitsalltag und die Patientenbereuung zu optimieren.
    Die Grundfunktion des Portals besteht in der Entgegennahme, Zwischenspeicherung/ Archivierung und Weitergabe aller denkbaren medizinischen Dokumente ( Als Beispiel CT, konventionelles Röntgen, Herzkatheter, Sonographie, Laborbefunde...)

    Eine sichere elektronische und einfache und vor allem wirtschaftliche Kommunikation ist die gesamte Basis heute für eine breite Akzeptanz und sinnvolle Lösung. Unter Berücksichtigung der rechtlichen Rahmenbedingungen, Abstimmung mit dem Datenschutz und der Möglichkeit der Integration der verschiedenen Applikationen ist eine sichere, wirtschaftliche und optimierte Telemedizin schon heute möglich.

    Also. Wichtig ist, dass die Infrastruktur möglicht frei wählbar sein sollte.
    - Provider unabhängig / Mischung zulassen/ Wechsel zulassen
    - Anschlussart offen (ISDN/DSL...) je nach Bandbreitenbedarf, auch hier Veränderungen zulassen.

    VPN Netz daher sinnvoller als MPLS. Auch aus wirtschaftlichen Gründen!

    Jeder User erhält einen Router zur Anbindung an den ISDN/ DSL Anschluss. Dieser dient zum Aufbau VPN mit Verschlüsselung und auch als Firewall/Antivirus!

    Einige Ärzte haben bereits so einen Router der zur Pflege der Praxissoftware dient. Der sollte möglichst weiterverwendbar sein. Wichtig aber sind die Sicherheitsbedingungen.

    -Integration und Nutzung vorhandener Infrastrukturen als Stichwort.

    -Einsatz von Standard-Schnittstellen und Applikationen

    -Nutzung zentraler Ressourcen und wirtschaftliche Transportnetze

    -Einfache zu handhabende hohe Sicherheit

    -Akzeptanz bei allen Partnern

    -Integration von Standard-Systemen als Transportplattform. Keine extravagante Hardware

    -Offene Integration der Praxis-Software der unterschiedlichsten Hersteller.

    -Anbindung aller Krankenhaus Informations- Systeme

    -Nutzung der medizinischen Systeme über ein einheitliches Kommunikationsnetz

    -Zentrale Administration, Überwachung und Betreuung

    Referenzen gibt es auch:
    >Ärztenetz in Flensburg. Nennt sich MedicomNet. Ist Pilotprojekt Gesundheitskarte
    >Telemedizinportal Bayern (tempoBy) ebenso ausgerufenes Piklotprojekt EGK

    Einfach die Stichwörter in Google eingeben und schon wird man überaus reichlich fündig.

    Schöne Grüße und gerne weitere Hilfe
    Uli Petersen