Trends in der digitalen Marketing-Kommunikation
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Matthias Schweizer Premium MemberThe company name is only visible to registered members.Marketing im Stellenmarkt Schweiz
Der „Stellenmarkt“ (als Teil des Rubrikengeschäfts) ist ein Geschäft, welches zwar ohne Fremdeinfluss durchaus funktioniert, gleichzeitig aber auch sehr gefährlich ist, da er im Gegensatz zu anderen Marktsegmenten kaum beeinflusst werden kann. Die ökonomischen Steuergrössen aus dem Stellenmarktgeschäft, wie Gewinn, Umsatz und Deckungsspanne, sind freundliche Zustupfe der „unsichtbaren Hand“.
Obwohl der „Stellenmarkt“ und alle anderen Rubrikanzeigen in Printmedien einen spannenden Inhalt bilden, welcher von den Lesern auch geschätzt wird, sind die meisten Schweizer Printmedien bzw. Grossverlage, ohne, nicht mehr überlebensfähig.
Anstrengungen diesem Trend entgegen zu wirken gibt es viele, aber die meisten sind kurz- bis mittelfristig wirkungslos. Und ob die Stelleninserate in vollem Umfang in die Printmedien zurückkehren werden oder aber der Ablöser „Internet“ definitiv gesetzt ist, weis niemand.
Betrachtet man nur das Internet, gibt es in der Schweiz noch keinen richtigen Marktplayer für das Stellenmarktgeschäft. Wir haben zwar einige (durchaus innovative) Online-Anbieter, welche jedoch meist nur halbherzig und mit grösster Vorsicht aus der Firmenkasse finanziert werden. Obwohl der Trend zum Wachstum im 2008/9 ungebrochen sein wird.
Aber das grösste Problem dieser Online-Stellenmarkt-Anbieter, ist der verkrampfte Umgang mit dem klassischen Transaktionsmarketing (im Fachjargon „4P“), welches im Dienstleistungssektor unlängst mit dem sogenannten CRM (Customer Relationsship Management; im Fachjargon „3R“) hätte ergänzt werden müssen. Dieser Paradigmenwechsel im Marketing hat im Bereich Online-Stellenmarkt (noch) nicht alle erreicht!
Nicht mehr der klassische TV-Spot bringt die Stellenausschreibenden auf die Plattformen (höchstens die Stellensuchenden), sondern das Relationsship-Marketing, beginnend mit Erfolgsfaktoren wie Mitarbeiterzufriedenheit gleich Kundenzufriedenheit, Kundenbindung und Kundenrückgewinnung. Die „neuen“ ökonomischen Erfolgs- und Steuergrössen sind Kundendeckungsbeitrag, Kundenwert und Customer Lifetime Value.
Im Gegensatz zum Denkschema im klassischen Produktlebenszyklus des Transaktionsmarketings (4P) betrachtet das Relationsship-Marketing (3R) den Kundenlebenszyklus, um die Kundenbeziehungen dauerhaft aufrecht zu erhalten. Auch im vermeintlich kurzfristigen Internet-Stellenmarkt-Business ist eine langfristige Betrachtungsweise der Kunden zwingend, da Stellen auch in den nächsten paar Jahren ausgeschrieben werden. Es fragt sich nur wo und über welchen Kanal.
Hat man einmal den ausschreibenden Kunden gebunden, stellt man ihm das Medium oder den Kanal zu diesem Medium kostenpflichtig zu Verfügung. Quasi ein Vertrauensverhältnis auf Zeit (Erfolgsfaktor Mensch). Die Instrumente wie Links, Schnittstellen, Datenbankanbindungen usw. sind unlängst vorhanden. Eigentlich ist alles vorhanden, ausser dem Bewusstsein, das der Kunde eben König und das die Ausstrahlung von Zufriedenheit, Engagement und Loyalität des Verkäufers, gegenüber seinem eigenen Produkt bzw. Leistung und seinem Arbeitgeber, entscheidend ist.
Exzellente Dienstleistungsunternehmer zeichnen sich durch das Denken in der Erfolgskette aus, in dessen Zentrum ein professionelles Qualitätsmanagement steht. Oder einfacher ausgedrückt; Unsicherheit reduzieren, Anreize setzen und Transaktionskosten senken. Nur die Kundenbeziehungen entscheiden über Sieg oder Niederlage.
Recruiting, Retention and Recovery, gemixt mit intensivem Kundendialog (u.a. das unterschätzte Beschwerdemanagement) und Mitarbeiterzufriedenheit (internes Marketing; Moral Hazard), analysiert und umgesetzt auf der Basis der Principal-Agent-Theorie, können einen möglichen Ansatz bilden.
Und der Marketingleiter, der das (noch) nicht verstanden hat, darf die Schulbank drücken. Denn Qualifizierung der Arbeitskräfte (inkl. dem freiwilligen Bewusstsein für Lebenslangeslernen) ist ein weiterer Ansatz, oder fast schon ein Theorem.
- 01 Apr 2008, 08:45 am
