Dublin
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Volker Boelsch Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Damit dieses Board sich auch mal füllt - meine erste Dublin-Erlebnis-Geschichte
Jeder kennt den Harbourmaster - den Pub mit den leckersten Chickenwings von ganz Dublin. Bevor die Tram gebaut und das komplette Custom House aufgebohrt wurde, war der Harbourmaster am Ende einer schmalen Sackgasse gelegen, umsäumt von einem strikten Parkverbot.
An einem Tag, der so richtig durstig macht, kann es schon einmal passieren, daß man - ein frisches Guinness vor Augen - das Parkverbot übersieht. So auch ich, und folgende Geschichte trug sich dann zu:
Ich kam nach einer Thekenladung Pints aus dem Pub und fand mein Auto mit einer Parkkralle geschmückt. Schlecht, aber nicht niederschmetternd, denn - ohnehin in der richtigen Laune für das Ungewöhnliche - ich begann, ohne Zeit zu verlieren, mit der Demontage des Hinterrades. Werkzeug raus, Wagenheber, hier gezerrt, da gehebelt und - das Unglaubliche wurde wahr - plötzlich war die Kralle in zwei Teile zerlegt, wovon ich das erste in gemäßigtem Unwillen ins nahe Gebüsch warf. Das Rad war noch nicht wieder angeschraubt, da verspürte ich das längst fällige Tippen auf der Schulter von hinten. Die Uniformierten waren erschienen.
Muß ich dazusagen, daß sich Mr. Security rechtschaffen echauffierte, insbesondere über die Tatsache, daß ich ein Teil des Staatseigentumes im Gebüsch deponiert hatte? Aber der 'Highest Officer' war bereits unterwegs, um sich der Sache persönlich anzunehmen, denn schließlich war dies ein ungeheuerlicher Akt der Respektlosigkeit und damit eine Tat, die ich 'mit Sicherheit noch bereuen werde'. In alkoholschwangerer Seelenruhe montierte ich mein Hinterrad und verstaute die Werkzeuge im Kofferraum.
Es hat etwas nachteiliges, wenn man zuviele Pints getrunken hat: man darf nicht autofahren. Es hat aber auch etwas positives, wenn man zuviele Pints getrunken hat: man stört sich nicht an den Nachteilen.
Enter the Officer-on-duty
Der dienstgradhöchste Offizier der Streife ließ auch nochmal Dampf ab: ob ich das Schild denn nicht gesehen habe (unter dem ich parkte: Parkverbot, Zuwiderhandlungen folgt die Parkkralle, die nur bei Zahlung von 60 Punt wieder entfernt wird)? 'Jetzt, wo Sie mit dem Finger drauf zeigen, Officer...' Und dann noch, wieso ich das überhaupt getan habe. 'Ja, Officer, wieso habe ich das getan?' Und schließlich noch die Frage, was ich überhaupt hier will. 'Einen Freund besuchen, der hier wohnt'. In so einem Fall muß ich das Auto in der Parkbox parken, die zu dem Appartment gehört.
'Do you mean that?'
Also bestieg ich meinen Wagen und rollte im Schrittempo am immer noch leicht erregten Officer vorbei, der wohl annehmen mußte, daß ich mich hernach zwecks Abholung meiner gerechten Strafe wieder bei ihm einfinden würde. Iwo. Dank 110 PS aus dem Zweiliter-Benziner meines Passats Baujahr '92 machte ich mich unter Zurhilfenahme eines Burnoutes vom Gelände und fuhr heim.
In dieser Nacht schlief ich sehr unruhig, wogegen auch die Pints nicht halfen.
Nachtrag: in der Nacht zum 28.3.1998 wurde Volker Boelsch in seinem Appartment in der Herbert Park Lane in Ballsbridge/Dublin weder im Schlaf gestört noch an einem der darauffolgenden Tage verhaftet. Stattdessen grinst er heute noch über diesen Vorfall und gibt die Geschichte bei jeder sich bietenden Gelegenheit zum besten...
This post was modified on 12 Apr 2005 at 10:27 am.- 11 Apr 2005, 9:13 pm
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Alice Peters-BurnsThe company name is only visible to registered members.Re^2: Damit dieses Board sich auch mal füllt - meine erste Dublin-Erlebnis-Geschichte
Oh, sind die Zeiten vorbei, wo man als Kunde des Harbour Master nach einer freundlichen Frage den Wagen hinter der Schranke parken durfte? Auch wenn man danach Stunden woanders becherte? Und die Schranke dann nachts schön auf war und man gemütlichst nach Hause fahren konnte?
- 30 Nov 2005, 10:07 am
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Volker Boelsch Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^3: Damit dieses Board sich auch mal füllt - meine erste Dublin-Erlebnis-Geschichte
Alice,
wo lebst Du? Der Parkplatz des Harbourmaster existiert überhaupt nicht mehr, sondern ist jetzt eine Tramstation... daneben geht eine Rampe zur Connolly Station hoch, drunter fährt die Tram in einen frisch gebohrten Tunnel....
Die Zeiten sind schon laaaaange vorbei. Schätze, so vier-fünf Jahre oder so...
Gruß,
Volker
- 30 Nov 2005, 4:19 pm
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Alice Peters-BurnsThe company name is only visible to registered members.Re^4: Damit dieses Board sich auch mal füllt - meine erste Dublin-Erlebnis-Geschichte
Klar ist das vorbei, wäre ja auch zu schön gewesen. Das war zu Zeiten, als gerade mal Phase II der Docklands anfing. Aber die Schranke hat auch schon viele ins Schwitzen gebracht:)
Damals gab es viele gute Parkecken, aber man musste ebenso gute Nerven mitbringen.
- 05 Dec 2005, 10:55 am
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