Dublin
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Stefan Plattmann Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Ein Weihnachtsgeschenk vom Taxifahrer
Nun, meine Geschichte ist ziemlich genau 6 Jahre her, genauer gesagt ereignete sie sich in der fortgeschrittenen Adventszeit im Jahr 2000. Damals gehörte ich noch zu den Glücklichen, die in Dublin leben, studieren und/oder arbeiten durften.
Ich lebte damals in Glasnevin, genauer gesagt im Willow Park Grove, nahe der Dublin City University. Ich besaß damals zwar ein Fahrrad, doch aufgrund des anstrengenden Rückweges wegen der doch erheblichen Steigung vom Zentrum Richtung Finglas, nutzte ich meistens die öffentlichen Verkehrsmittel, besonders wenn ich größeres in der Stadt vor hatte. Und an diesem Abend war das der Fall. Ich wollte zwar keine Einkaufstaschen, vollgepackt mit Weihnachtsgeschenken transportieren, sondern unter anderem auch alkoholische Getränke zu mir nehmen. Und wie die meisten wohl von Euch wissen kann das böse enden.
An dieser Stelle lasse ich den Verlauf des Abends mal außen vor, nur soviel, es war ein erfolgreicher Abend und ich hatte jede Menge Spaß. Obwohl ich noch in einem NIght Club ausgiebig das Tanzbein geschwungen habe, hatte ich Glück noch einen Nachtbus nach Glasnevin zu bekommen. Gezeichnet von Guinness, Lager und Whisky war ich froh es mir im Bus gemütlich zu machen. Ich stieg also ein, ging nach oben, setzte mich in die erste Reihe und .... schlief ein! Wie lange ich schlief weiß ich nicht, auf jeden Fall länger als 15 Minuten, denn so lange dauert in etwa die Rückfahrt nach Glasnevin. Was ich aber wieder weiß ist, dass mich der Busfahrer irgendwann weckte und mich bat auszusteigen. Woher wußte der wo ich hinwollte, fragte ich mich? Kurz darauf fragte ich mich was ganz anderes: Wo bin ich? Ich hatte anscheinend die 3 Pfund (soviel kostete damals meine ich der Nachtbus, korrigiert mich wenn ich falsch liege) komplett ausgenutzt und bis zur Endstation gefahren.
Der Busfahrer fuhr leider nicht mehr Richtung Stadt. Er hatte Feierabend. Zunächst suchte ich nach meinem Nickerchen einen klaren Kopf und mein Gleichgewicht, was mir nur schwerlich gelang. Dann suchte ich ein Taxi, denn ich hatte nicht vor dort zu übernachten. Ich weiß übrigens bis heute nicht wo ich gelandet bin. Ich habe es versäumt nachzuschauen was die Endstation des Nachtbusses war. Es war mir auch egal. Nach einer gefühlten Ewigkeit konnte ich endlich ein Taxi anhalten, welches mich nach Hause brachte. Ich erzählte dem Taxifahrer während der ca. 15 minütigen Fahrt von meinem Abend und dem bitteren Ende. Als ich schließlich zu Hause war wollte ich den Taxifahrer bezahlen, es war mir egal wie teuer es war, ich war ihm einfach nur dankbar und hätte jeden Preis akzeptiert und bezahlt. Dieser jedoch winkte ab und sagte: Such a brilliant night shouldn't have a bad end, should it? Er wünschte mir frohe Weihnachten, einen guten Rutsch und noch viele solcher Nächte und erließ mir den Fahrpreis.
Und so nahm eine grandioser Abend ein noch grandioseres Ende.
- 29 Dec 2006, 2:55 pm
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Volker Boelsch Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re: Ein Weihnachtsgeschenk vom Taxifahrer
Yäp! Danke für die Story. Das sind die Sorte Dinge, die in Irland (zumindest war das damals so) tatsächlich vorkommen, und von denen ich mir einbilde, sie geschähen in Deutschland (oder Österreich, Claudi!) nie.
An alle, denen diese Geschichte gefallen hat, und denen ähnliches widerfahren ist: bitte diese Anekdoten hier posten!
Gruß und einen erfolgreichen Jahresabschluß wünscht
Volker
- 30 Dec 2006, 06:57 am
