Düsseldorfer Runde e.V. - Beraternetzwerk NRW

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  • Jens Bertram
    Jens Bertram    Premium Member
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    Für Europas obersten Währungshüter liegen die Dinge klar auf der Hand: Die seit Wochen schwelenden Sorgen um einen Austritt Griechenlands aus der Eurozone sind seiner Ansicht nach übertrieben, der Zusammenhalt der Währungsunion nicht in Gefahr. Trotzdem fordert der EZB-Präsident "grundlegende" Umbauten auf nationaler Ebene.

    EZB-Chef Jean-Claude Trichet hat Befürchtungen zurückgewiesen, der Euro sei angesichts der anhaltenden Schuldenkrise in einigen Mitgliedstaaten der Währungsunion in Gefahr. "Es gibt keine Krise des Euro", schrieb der Präsident der Europäischen Zentralbank in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Bild am Sonntag".

    "Was wir derzeit in einigen Ländern des Eurogebiets beobachten, ist in erster Linie eine Schuldenkrise der öffentlichen Haushalte", erklärte Trichet. Die derzeitigen Schuldenkrisen in einigen Euro-Ländern hätten vor allem nationale Ursachen: Mehrere Mitgliedstaaten des Euroraums müssten ihre Wirtschafts- und Finanzpolitik rigoros ändern, nachdem in der Vergangenheit Fehler gemacht worden seien.

    Alle Mitgliedsländer müssten "die Grundsätze einer soliden Finanzpolitik beachten", forderte Trichet und spielte damit offensichtlich auch auf den Weg der Griechen in die Schuldenkrise an. Grundlegende Reformen seien erforderlich, damit wirtschaftspolitische Regeln verbessert und von allen eingehalten würden.

    Stabilität in wilden Zeiten

    Trichet verwies auf die stabile Entwicklung der Gemeinschaftswährung in den vergangenen zwölf Jahren: "Wir haben die Kaufkraft des Euro bewahrt. Und dies trotz aller Widrigkeiten, mit denen die europäische Wirtschaft konfrontiert war", schrieb er in dem Gastbeitrag und nannte den steigenden Ölpreis, das Platzen der Internetblase sowie Kriege und Gewalt in einigen Teilen der Welt.

    "Ab 2008 hatten wir dann die schwerste globale Finanzkrise seit über 60Jahren zu bewältigen", schrieb der EZB-Präsident. An die anhaltenden Euro-Zweifel in Teilen der deutschen Öffentlichkeit gerichtet fügte er hinzu: "Wir können stolz darauf sein, dass unsere Währung stabil und glaubwürdig ist."

    In einem Interview mit der spanischen Zeitung "El Pais" sagte Trichet zudem, es sei absurd davon zu sprechen, dass das schuldengeplagte Griechenland den Euro aufgeben könnte. Zugleich bekräftigte er, dass die EZB gegen eine Umstrukturierung der griechischen Schulden sei.

    Spanien stellte er ein gutes Zeugnis bei der Finanzpolitik aus. Diese sei überzeugend. Allerdings müssten weitere Maßnahmen folgen. Das Erreichen der EU-Defizitobergrenze von 3 Prozent im Jahre 2013 sei "entscheidend für die Glaubwürdigkeit". Spanien kämpft nach wie vor mit den Folgen der geplatzten Immobilienblase.

    Quelle: http://www.ntv.de; URL: http://www.n-tv.de/wirtschaft/Trichet-meldet-sich-zu-Wort-ar... vom 15.05.2011
 
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