eLearning für Hochschulen, Unternehmen und Lebenslange Lerner

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  • Dr. Heinz Gralki
    Dr. Heinz Gralki    Premium Member
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    06 Jul 2012, 8:22 pm
    Der Niedergang des e-Learning
    Geahnt habe ich es schon lange: e-learning – ein umbrella Begriff unter dem sich alles Mögliche verbergen kann – hat seine hohe Zeit hinter sich. Seit vielen Jahren habe ich “google alert“ mit dem Begriff “e-learning“ abonniert und jeden Tag bekam ich alle veröffentlichen Pressemeldungen auf den Bildschirm, in denen der Begriff “e-learning“ auftauchte.

    Waren es früher 10 bis 20 sind es heute selten mehr als 1 bis 2.

    Selbst habe ich als Anbieter von Trainings und Lehrveranstaltungen eigene Erfahrungen mit e-Learning an der Universität und bei großen Firmen. Und erheblich mehr Erfahrungen als traditionell arbeitender Dozent – ebenfalls an Unis und Betrieben. Vor allem als Dozent für Hochschuldidaktik und “Train-the-Trainer“- Veranstaltungen - aber auch in Empirie/Statistik und Soziologie.

    Vieles ist problematisch am e-learning Konzept unter anderem der Tod der klassischen Didaktik, der Mathetik und der Mäeutik. Aber eines ist besonders gravierend: dass die E-Learning Anbieter so sehr darauf bauen, dass Lernende sich über Wikis und Blogs an Diskussionen beteiligen, also im "social web" aktiv werden. Tun sie aber nicht. Und das ist bitter, denn alles andere ließe sich durch ein ganz normales E-Mail Konto und eventuell eine veranstaltungsspezifische Homepage besser und kostengünstiger realisieren. Ich hatte an der Uni in jedem Semester vier Hompepages!

    Studenten habe keine Lust, Diskussionen schriftlich zu führen. XING Mitglieder übrigens auch nicht – vergleicht man die Zahl der Mitglieder mit der Zahl der Aktiven.

    Wenn man bei eigenen Veranstaltungen eine ungefähre Beteiligungsquote von 5% im Forum hat, glaubt man zunächst an eigene Fehler.

    Nun ist mir aber eine sehr präzise Arbeit über den Weg gelaufen, in denen die Autoren Petra Grell und Franco Rau 16 internationale empirische Arbeiten sorgfältig unter die Lupe genommen haben und die Ergebnisse mit unterkühlter wissenschaftlicher Akkuratesse beschreiben.

    Das Ergebnis ist deprimierend.

    Aber das sollte man selber lesen:

    Partizipationslücken – Social Software in der Hochschullehre
    Petra Grell und Franco Rau

    http://www.medienpaed.com/21/grell_rau1111.pdf

    Viel Spaß

    Heinz Gralki
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  • Dr. Stephan Gromer
    Dr. Stephan Gromer
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    06 Jul 2012, 11:15 pm
    Re: Der Niedergang des e-Learning
    Ich denke nicht das E-Learning auf dem absteigenden Ast ist. Es ist nach meiner Erfahrung vielmehr so, dass es inzwischen so alltäglich ist, dass es keine Pressemitteilung mehr wert ist. In Firmen werden sehr viele Schulungsinhalte - schon aus Dokumentationsgründen - mit E-Learningmodulen "erledigt".
    Das die Mehrheit dieser Module nicht nur aus didaktischer Sicht höflich formuliert Optimierungspotential besitzt ist leider nur zu wahr. AUch die im Vergleich zu "old fashioned" F2F-Unterricht zu beobachtende Eingleisigkeit der Kommunikation ist überaus bedauerlich, aber im Grund verständlich: Wer tippt schon gerne Texte die man in einem Bruchteil der Zeit gesprochen hätte und das auch noch zu einem Thema das man vielleicht nur zwangsweise "lernt". Auch der bleibende Charakter von im Netz geschriebenem im Vergleich zum gesprochenen Wort wirken abschreckend. Wer mag schon eine vermeindlich "dumme Frage" von sich im Netz auf Jahre verewigt wissen.
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    Norbert Woiwod
    (not a XING member)
    07 Jul 2012, 7:36 pm
    Re: Der Niedergang des e-Learning
    Ich würde Ihre Meinung zu 100% teilen, hätte ich nicht vor einigen Monaten ein 3d tool mit dem Namen "Open Wonderland" kennengelernt.

    Besuchen sie meine Gruppe https://www.xing.com/net/vbowl/ und überzeugen sie sich. E-Learning ist auf dem steigenden Ast.

    VG Norbert Woiwod
  • Dr. Heinz Gralki
    Dr. Heinz Gralki    Premium Member
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    Besuchen sie meine Gruppe https://www.xing.com/net/vbowl/ und überzeugen sie sich. E-Learning ist auf dem steigenden Ast.
     
    Lieber Herr Woiwod

    Ich bin Ihrem Rat gefolgt und habe mir die Seite angesehen.

    Zugegeben, ich habe mich schon lange nicht mehr um SL gekümmert, weil es mir - für ernsthafte Zwecke - immer zu absurd erschien. Jetzt habe ich mal wieder reingeschaut, um Ihre Seite zu sehen. Mein damaliger Eindruck ist bestätigt worden.

    Vielleicht nennen Sie mir auch nur eine Lehrveranstaltung einer deutschen Universität, die geeignet wäre mit Hilfe von SL - und sei es nur in Teilen - durchgeführt zu werden.

    Oder eine Veranstaltung im betrieblichen Training - sagen wir "Train the Trainer".

    Nicht nur das didaktische Konzept ist aus meiner Sicht höchst problematisch. Die Lehrenden müssten auch noch bereit sein, ihre Zeit für die Vorbereitung und Durchführung solcher events zu opfern. Ich wette, Sie werden niemand finden.

    Finden Sie das Gehampel der Avatare denn nicht auch hochgradig peinlich? Mit ihren marionettenhaften Bewegungen und der doch recht tumben Mimik? Mit Ihrer obskuren Verkleidung und ihrer Fähigkeit zu fliegen.

    Schon die Aufforderung in einen Avatar zu schlüpfen ist eine Zumutung.

    Stellen Sie sich einmal vor, in Ihrer Vorlesung hätten sich alle Teilnehmer Attac-Masken aufgesetzt.

    Absurd Oder?

    Oder Teilnehmer der mittleren oder höheren Managements wären in Ihrer Veranstaltung.

    Oder, noch schlimmer, Ihre Veranstaltung wäre international besetzt! Sie hätten Führungskräfte aus Asien oder Lateinamerika im Seminar.

    Nein, das SL-orientiere didaktische Setting hat mit richtigem Unterricht so viel zu tun, wie ein Tamagotchi mit meiner Katze Mimi.

    Mit freundlichen Grüßen

    Heinz Gralki