E-Government

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  • Peter Hense
    Peter Hense    Premium Member   Group moderator
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    Vorstellung
    Sehr geehrte Forenteilnehmer,

    ich bin erfreut, dass sich auf Xing eine Gruppe findet, die sich über ein derart facettenreiches und auch kontroverses Thema wie das E-Government austauscht.

    Ich beschäftige mich seit längerem mit den rechtlichen, technischen und praktischen Aspekten des E-Government (insb. E-Justice) und habe mir auf diesem Gebiet einiges an Erfahrungen erarbeitet.
    Juristen agieren oft als Bedenkenträger und werden zu häufig als Hemmschuhe und Stolpersteine auf dem Weg zur Einführung neuer Arbeitsmethoden und technischer Neuerungen wahrgenommen. Ich versuche, mich nicht in eine solche Schublade stecken zu lassen.
    Wer sich jedoch einem derart komplexen Thema wie E-Government ernsthaft widmet und wirkliches Interesse am Erfolg seiner Ideen und Produkte hat, der muss sich zwingend auch eine intensive Analyse der einschlägigen Rechtsgrundlagen zu Gemüte führen und mögliche Konflikte rechtzeitig ansprechen, um nicht am Ende Schiffbruch zu erleiden.
    Dazu zählen nicht nur Aspekte des Datenschutzes -oft zu Unrecht geschunden und als Hemmschuh Nr. 1 wahrgenommen-, sondern z.B. auch des Verwaltungs- und Gerichtsverfahrens, des einschlägigen Verfassungsrechts und, nicht zuletzt, der ungeschriebenen und geschriebenen Abläufe in Verwaltung und Justiz.

    Ich werde mich in die hier stattfindenden Diskussionen gern fachlich einbringen und wünsche allen viel Erfolg und Freude an der Arbeit.

    Herzlich
    Peter Hense
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  • Peter Hense
    Peter Hense    Premium Member   Group moderator
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    Re^2: Vorstellung
    Danke für das herzliche Willkommen,

    zu Ihrer Frage ein paar Worte: Juristen gehören einem der ältesten Berufszweige an, die auf dieser Erde existieren. Ganz wesentliche Elemente der Rechtsanwendung sind Erfahrung, Beständigkeit und Vertrauensschutz. Jedes gut funktionierende und faire juristische System vertraut auf diese Werte, denn ohne sie geht der Rechtsstaat baden.
    Nun kostet es den Juristen viel Zeit und Kraft, sich die notwendigen Denkprozesse und Abläufe vom Staatsexamen bis zum ersten Schriftsatz, von der Beweisaufnahme bis zum Urteil in der Revision anzueignen.
    Jede Neuerung bedeutet Umdenken, jede Änderung erfordert Mehrarbeit. Die Abläufe z.B. in der Justiz sind derart komplex dass, wer an einem kleinen Schräubchen dreht, leicht das gesamte Gefüge in Schieflage versetzt. Änderungen an einem bewährten, wenn auch nicht optimalen System werden deshalb skeptisch betrachtet. Man lebt eben besser mit den Fehlern, die man kennt und beherrscht.
    Zudem sind Juristen mitnichten lebensunerfahren, sondern kennen die Fehlbarkeit menschlichen Handelns und marktwirtschaftlicher Produkte, die ihnen alltäglich in Form pathologischer Sachverhalte vorgeführt wird.
    Insgesamt male ich aber kein düsteres Bild, es gibt auch ausreichend positive Beispiele für Aufgeschlossenheit gegenüber Neuerungen.
    Auch für Juristen gilt: Never change a running system - es sei denn, es muss sein.
    Nur dauert es manchmal etwas länger, die Juristen von dieser Notwendigkeit zu überzeugen.

    Viele Grüße
    Peter Hense
    This post was modified on 18 Jan 2009 at 05:17 pm.