habe ich mich richtig über den Artikel vom Dienstag, 17. November in der Printausgabe geärgert.
Ich dokumentiere hier den "Brief an die Herausgeber". Hat den noch jemand gelesen?
Auf Faz.net war unter der Überschrift "Kindle & Co." ein toller Hintergrundartikel zum Thema ePub zu lesen
und dann diese Enttäuschung :-(
Ihr solltet alle mal einen Leserbrief schreiben.
Zu: Neues Lesefutter per Mobilfunk, Print: 17.11.2009, Seite T2
Liebe FAZ,
lieber Michael Spehr,
in Ihrem sehr informativen Artikel in "Technik und Motor" über den Kindle sind mir ein paar Ungereimtheiten aufgefallen. So gut wie der Artikel den Kindle beschreibt, soviel leidet aus meiner Sicht die Grundinformation.
Bei der Buchpreisbindung irren Sie, ePub-Versionen von Publikationen haben nicht automatisch den gleichen Preis wie die Buch-Version. Der Verlag legt für jedes Medium den Preis fest und der gilt. Zum Bespiel haben Hardcover einen anderen Preis als die Taschenbuchausgabe. Viele Anbieter bringen ihre ePubs zu deutlich günstigeren Konditionen als die gedruckte Version heraus. Es gibt umgekehrt die Möglichkeit, eBooks mit mehr Inhalten teurer anzubieten. Auf dem neuen Medium ist der Inhalt – entgegen einem konventionellen Buch – nicht limitiert (mehr Seiten, Multimediainhalte). In der Rechtsliteratur ist die Preisbindung des eBooks umstritten, da die Regelung auf körperliche Produkte zugeschnitten ist und das unterscheidet sich fundamental von Nutzungsrechten.
ePub-Formate kann man nur mit einem PC betreiben, stimmt genauso wenig wie die Aussage, dass Einkäufe nur mit Kabelverbindung oder beim Kindle übertragen werden können. Meine erworbenen Bücher können sowohl mit eReader-Programmen auf meinen Rechnern, wie auch mit einem Reader-Programm auf meinem iPhone gelesen werden. Es stimmt auch nicht, dass nur Adobe einen DRM anbietet, das macht z. B. Apple über ePublikationen als iApp (Softwareapplikation), lesbar z. B. auf dem iPod touch. Der Unterschied von ePub zu dem probrietären auf Mobipocket fußenden Kindle-Dateiformat ist ja, dass jeder Publisher sein eigenes DRM oder digitales Wasserzeichen einbauen kann. Ein weiterer ePub-Vorteil ist, dass der Nutzer unabhängig von eReadern die Inhalte konsumieren kann.
Mit freundlichen Grüßen,
Andreas Artmann
MarkStein
PS Meine Verbindung zum Thema: Mit unseren Produkten kann der Nutzer ePublikationen herstellen.
PPS Zur Rechtsliteratur lese auch "Auch E-Books sind preisgebunden" von Christian Russ, veröffentlich im Börsenblatt.
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