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    Andreas Achtziger
    (not a XING member)
    EDI ante portas
    kennen Sie das?
    Sie schauen in Ihr System, wollen ein wenig "monitoren", den Datenfluss kontrollieren und freuen sich auf einen Entwicklungsarmen Tag . ( jaja, auch ich worcaholic, der ich manchmal sein kann, freut sich, wenn es "smooth" läuft)

    Und dann findet man einen Haufen fehlgschlagener Prozesse, unbekannte Inhalte, Umschläge unbekannter Absender.

    Was ist passiert?
    Oh, fein, ein neuer EDI Kunde.
    Ein langjähriger Kunde, der immer konstant seine 10 Artikel im Monat bestellt, kam auf den Gedanken, er müsse jetzt seine Bestellungen und seinen Forecast elektronisch versenden.

    Hmmm...darf der das denn einfach so? Nachfrage... Bestätigung- " Ja, wir haben einen Rahmenvertrag gemacht. Der Kunde wünschte dies so."

    Fein, nur leider wurde die Rechnung ohne den Wirt gemacht.
    Klingt doof , ist aber so.
    Denn leider läuft so was ja nicht mal eben nebenbei automatisch ( Eine Annahme, die immer noch bei vielen verankert ist), sondern Bedarf einer genauen Planung.
    Eine Trading Partnership muss ggf. eingerichtet werden, Kunden in den Konvertern/Integrationslösungen angelegt werden, Mappings entwickelt werden ( gut, vieles kann man kopieren), der Datenfluss sollte getestet werden und in den Applikationen hinter der EDI Schnittstelle liegen auch bereits alle auf der Lauer. Stammdaten, EDI Korrelationen, Business Modelle......

    Kaum Lohnenswert für 10 Artikel, oder?

    Meine Frage zur Problematik: wie stellen Sie ein internes Qualitätsmanagement sicher, gibt es genaue Ablaufpläne, die sie zwingend voraussetzen, damit alle Beteiligten auch wirklich mit der Kundenanbindung vertraut und betraut sind?

    Meine Frage zur Thematik: würden Sie gediegen ablehnen, eine EDI Partnerbeziehung einzurichten, wenn es dem Geschäft nicht erträglich ist, die Kosten dem Nutzen überwiegen? Oder doch alles im Sinne des Kunden?



    Beste Grüße

    Andreas Achtziger
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    Alexander Brömmelsiek
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    Re: EDI ante portas
    Naja, jede Firma hat doch ne Kostenstellen Organisation, oder nicht? Da sollen die jeweiligen Kollegen halt entscheiden ob sie die 1000 Euro (oder was auch immer) ausgeben wollen oder nicht.

    Ich habe festgestellt, daß die Kollegen / Abteilungsleiter dann schon zügig feststellen obs sich für den Kunden lohnt.

    Die Entscheidung ob können wir doch gar nicht treffen, da oft auch andere Faktoren ausschlaggebend sind. (Kunde ist Golffreund eines grösseren Kunden, also immer nett zum kleinen sein oder die Marge ist bei dem besonders gut oder oder oder...)

    Das geb ich immer mit nem KVA in die Abteilung runter, man muss sich ja nicht über alles den Kopf zerbrechen ^^
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    Andreas Achtziger
    (not a XING member)
    Re^2: EDI ante portas
    Hallo liebe Foristi,

    ist das die gängige Meinung?
    Ich neige ja dazu, allerdings auch aufgrund der Positionierung, bei meinen Beratungen auch darauf hinzuweisen, dass ein Geschäft sich auch lohnen sollte. Gegebenenfalls kann zusammen eine Lösung gefunden werden, die alle befriedigt.
    Zugegeben, es ist für ITler in einer Festanstellung und gerade im EDI Bereich immer noch sehr schwer , gestandenene Sales und die Managementebene davon zu überzeugen, dass nicht jeder eingeschlagene Weg auch sinnvollerweise durchgeführt werden sollte.
    Es kann sich der glücklich schätzen, der eine tatkräftige Abteilung hat und über eine große Lobby verfügt.

    Wie auch immer, ich halte es nicht für sinnvoll, wirklich jedes noch so kleine Business via EDI abzuwickeln. Sogar das vielgepriesene und niemals aus den Standardkinderschuhen heraustretende WEB EDI wäre in einigen Fällen zu Kostenintensiv in der Umsetzung.

    Beste Grüße

    Andreas Achtziger
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    Alexander Brömmelsiek
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    Re^3: EDI ante portas
    Naja, ich kenne Beispiele wo durch eine funktionierende EDI Anbindung ein Kunde plötzlich seinen Umsatz bei uns verXfacht hat. Am Anfang dachte man als IT "Warum für einen LKW pro Tag ne EDI Anbindung machen" und plötzlich wars ein Grosskunde. Das muss schon der Kunde/Kollege/Chef entscheiden.

    EDI ist - und das ist ja der Vorteil gegenüber anderen IT-Themen - knallhart kalulierbar und das sogar von Leuten die keine Ahnung von PCs haben.
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    Andreas Achtziger
    (not a XING member)
    Re^4: EDI ante portas
    Alexander Brömmelsiek schrieb:
    Naja, ich kenne Beispiele wo durch eine funktionierende EDI Anbindung ein Kunde plötzlich seinen Umsatz bei uns verXfacht hat.
    Ja, das ist genau der Aspekt der auch zu tragen kommt.
    Nur , es ist eigentlich Aufgabe des sales, so nah am Kunden zu sein ( auch am potentiellen) , dass er die Potentiale der Zukunft erkennt.
    Ob ein Unternehmen das Potential hat, größer zu werden oder geschluckt zu werden.


    Am Anfang dachte man als IT "Warum für einen LKW pro Tag ne EDI Anbindung machen" und plötzlich wars ein Grosskunde. Das muss schon der Kunde/Kollege/Chef entscheiden.
    naja...ich rede wirklich von 1-2 Paletten im Halbjahr :-)
     
    EDI ist - und das ist ja der Vorteil gegenüber anderen IT-Themen - knallhart kalulierbar und das sogar von Leuten die keine Ahnung von PCs haben.
  • Wolfgang Müller
    Wolfgang Müller    Premium Member   Group moderator
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    Re^5: EDI ante portas
    Hallo,
    aus meiner Erfahrung ist es ziemlich müßig sich über "Kosten/Nutzen" einer Anbindung Gedanken zu machen.
    Es gibt eine Menge von anderen Gründen warum ein Kunde/Lieferant angebunden wird und diese sind jeweils von Fall zu Fall zu analysieren und extra zu bewerten.
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    Andreas Achtziger
    (not a XING member)
    Re^6: EDI ante portas
    war lange meine Überzeugung.
    Bis ich sowohl in einer Festanstellung als auch bei Projekten die Erfahrung machte, dass durchaus die Wirtschaftlichkeit einer EDI Anbindung bewertet wird.


    Wolfgang Müller schrieb:

    aus meiner Erfahrung ist es ziemlich müßig sich über "Kosten/Nutzen" einer Anbindung Gedanken zu machen.
    Es gibt eine Menge von anderen Gründen warum ein Kunde/Lieferant angebunden wird und diese sind jeweils von Fall zu Fall zu analysieren und extra zu bewerten.
    This post was modified on 11 Oct 2007 at 10:36 am.
  • Jan Prochazka
    Jan Prochazka
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    Re^7: EDI ante portas
    Ich habe auch schon öfters gesehen, dass manchmal eine EDI-Anbindung dort gemacht wird, wo sie auf den ersten Blick wenig Sinn macht (wenig Umsatz > "unwirtschaftlich"). Natürlich macht es Sinn den Auftraggeber auch immer auf die Kosten-Nutzen-Rechnung hinzuweisen. Allerdings nicht alles was sich auszahlt, zahlt sich aus, und nicht alles was sich nicht auszahlt, zahlt sich nicht aus. Der Auftraggeber sollte die zu berücksichtigenden Aspekte besser einschätzen können als ein externer Berater. Der Berater kann immer nur auf etwas aufmerksam machen. Man könnte zu diesem Thema endlos diskutieren (ist sehr umfangreich), mein Input wäre zu diesem Zeitpunkt:

    1) Wenn eine innerbetriebliche Leistungsverrechnung implementiert ist, dann überlegen sich die Abteilungsleiter mehrmals ob/was im EDI-Bereich zu realisieren ist. Einfach deswegen, weil die Abteilung dann die Kosten zu tragen hat, und da rechnet man immer zweimal nach.

    2) Es gibt tatsächlich Fälle, wo nach der Implementierung einer EDI-Verbindung (welche vielleicht sogar der EDI-Verbindung der Konkurrenz überlegen ist) die Umsätze stark gestiegen sind. Dadurch ergibt sich der wirtschaftliche Sinn der Implementierung erst im Nachhinein.

    3) Manchmal spielen strategische Gründe mit. Man richtet beispielsweise EDI mit einem Kunden ein, und erhofft sich dadurch ein Argument mehr bei der Gewinnung der mit diesem Kunden verbunder Unternehmen. Oder: man möchte die Reputation und Innovationsfreudigkeit des eigenen Unternehmens vergrössern. Oder, oder, oder...

    4) Manchmal ist die Einrichtung von EDI nicht wirtschaftlich (Ersparnis ist nicht so hoch wie die Kosten), aber ohne EDI würde der entsprechende Umsatz komplett wegbrechen (Kunde droht mehr oder weniger offen ohne EDI abzuspringen), und das kann noch schwerwiegendere Folgen haben (EDI einzuführen ist dann so gesehen also doch wirtschaftlich).

    Ganz abgesehen von EDI: im Geschäftsalltag gibt es immer wieder auch Kunden, welche irgendwann aus irgendeinem Grund gewonnen wurden, welche aber aus welchem Grund auch immer einen negativen Deckungsbeitrag liefern. Wenn es keine strategischen Gründe gibt diesen Kunden weiterhin zu bedienen, dann muss es früher oder später zu einer Lösung dieser Situation kommen. Wobei es meistens die Bereinigung des Kundenportfolios ist. In so einem Fall wäre es natürlich nicht so sinnvoll vorher noch in eine EDI-Anbindung zu investieren (zumindest in den meisten Fällen...).

    Fazit: man muss es eben systematisch von Fall zu Fall betrachten. Als Externer kann ich auf bestimmte Dinge aufmerksam machen. Aber ohne eine genaue Kenntnis der formellen und informellen innerbetrieblichen Informationen ist es mir nicht möglich eine 100%ig passende "Handlungsempfehlung" abzugeben. Deswegen mache ich das auch nicht. Ich weise auf bestimmte Dinge hin, und implementiere dann das was der Kunde will, egal wie komisch es mir manchmal (selten) vorkommt.
    This post was modified on 11 Oct 2007 at 10:36 am.