Further Education

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  • Bettina Stackelberg
    Bettina Stackelberg    Premium Member   Group moderator
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    Schönen guten Sonntagmittag, allerseits!

    Weil ich die Diskussion hier: https://www.xing.com/net/education/ich-biete-stellenangebote... nicht weiterführen möchte, da sie evtl. dem thread Eröffner nicht gerecht wird, gehts hier weiter - haben Sie Lust dazu?

    Also: Ich hab mich in dem oben genannten thread empört über die Tatsache, dass es Angebote für Trainer gibt zu unterirdisch schlechten Stundensätzen von z.b. 14 Euro.

    Es gibt ja unterschiedliche Standpunkte:
    Die einen sagen: Für jeden Preis gibts Kunden und Zielgruppen. Für 250 Euro Tagessatz und für 5000 Euro Tagessatz - für alle ist genug da.

    Dann gibt es Leute, die sagen: Unsägliches Dumping, zu niedrige Sätze machen den Markt kaputt. Solange so wenig noch gezahlt wird, wirds immer Trainer geben, die dafür arbeiten.

    Wieder andere sagen: Was sollen den die Anfänger oder die nicht-allzu-Erfolgreichen machen? Sie müssen ihre Miete zahlen und - grad Anfänger sagen dies oft - sie wollen erstmal überhaupt auf den Markt kommen. Dann halt zu niedrigen Preisen.

    Wie sehen Sie das, liebe Kollegen?

    Mein Standpunkt dazu: Sicher, Anfänger können nicht so hohe Sätze verlangen wie langjährig Etablierte. Aber sie können ganz schnell Gefahr laufen, sich unter Wert zu verkaufen..........
    und in dieser Schublade sich allzu schnell zu etablieren. Brauchste nen Preiswerten - nimm den XY!
    Spätere Argumentationen, warum auf einmal die Sätze viel höher sein sollen, werden schwierig.

    Die Frage ist immer wieder: Was bin ich (mir) wert? Was ist meine Arbeit wert?
    Und noch ein m.E. enorm wichtiger Aspekt:
    Für wieviel Euro in der Stunde / am Tag arbeite ich zumindest einigermaßen - besser: sehr engagiert, erfüllt, gern!? Ich kenne viele Kollegen, die so grauselig abgestumpft und zynisch geworden sind mit den Jahren - u.a. deshalb, weil sie herumkrebsen in neidrigsten Preiskategorien und den Zorn darauf die Teilnehmer spüren lassen.

    wie sehen Sie das!? Ich bin sehr gespannt :-))

    Einen schönen Sonntag ansonsten noch,
    herzlichst, Bettina Stackelberg
  • Angelika Dorsch
    Angelika Dorsch    Premium Member   Group moderator
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    Sehr interessantes Thema, dass du da anstößt Bettina, danke dafür ;o}

    Meinem Eindruck nach braucht es für Trainer tatsächlich so etwas wie eine Honorar Tabelle, wie sie zum Beispiel für Architekten und Ingenieure existiert. Abrechnungen können sich dann daran orientieren und die Auftraggeber erkennen dann auch gleich, ob der Anbieter ein ausgebildeter Trainer oder einer der vielen "ich schreib jetzt mal Trainer in mein Profil" Tausendsasa ist, die nie einen Cent in eine fundierte Trainerausbildung investiert haben. Wer nämlich -wie ich- einen fünfstelligen Betrag und zwei Jahre Zeit, in seine Ausbildung investiert hat, muss auch von Anfang an entsprechende Stundensätze veranschlagen.
    Vielleicht können sich da ja die Verbände, die inzwischen eben jene Ausbildungsmöglichkeiten anbieten, zusammen setzen und entsprechendes entwickeln? Hat dann ja auch den Vorteil, dass wesentlich mehr "Möchtegern Trainer" eine Ausbildung machen. Die Qualität und der Ruf der gesamten Branche kann dabei nur gewinnen.
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  • Claudia Kimich
    Claudia Kimich    Premium Member
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    Hallo Bettina,

    schönes Thema ;-) Du sprichst mir aus der Seele!

    Mein Lieblingssatz dazu:

    Wer Peanuts zahlt, muss damit rechnen vom Affen bedient zu werden.

    Diesen Satz spreche ich gegenüber Kunden auch oft aus, dann schauen die zwar ein bissl bedröppelt, aber der Kapier-Faktor steigt sehr schnell.

    Vorletzte Woche habe ich bei einem Telefonat über ein Preiverhandlungstraining für Vertriebler im Gespräch mit dem Geschäftsführer sehr gelacht: Alles war klar und dann wollte er mit mir über den Preis verhandeln.
    Und das Zehnerl ist auch wirklich erst gefallen, als ich ihn gefragt habe, wie bitteschön ich seinen Leuten beibringen soll, sich im Preis nicht runterhandeln zu lassen, wenn ich selber in meinen Preisen instabil bin....

    Meine Empfehlungen dazu:

    1. Für Einsteiger: Nehmen Sie einen anständigen Stundensatz und verschenken Sie lieber eine halbe Stunde oder was Sie für angemessen haben, das ist wesentlich leichter als später den Stundensatz rauf zu setzen.


    2. In schwierigen Situationen: Suchen Sie sich 1-3 Kunden oder Situationen, die nicht Ihre erste Wahl sind, da lässt sich einiges andres rangehen. Ich verlange z.B. nach wie vor vor 10 Uhr morgens den doppelten Stundensatz, da mag ich nämlich nicht oder zumindest nur mit Schmerzensgeldaufschlag arbeiten!

    Fröhliches und spaßiges Verhandeln!!!

    Herzliche sonnige Grüße
    Claudia Kimich
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  • Bettina Stackelberg
    Bettina Stackelberg    Premium Member   Group moderator
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    Yessas ...... (sagt die Bayerin *g*) - so spannende Antworten, danke dafür!! Bevor ich den Anschluss verliere, hier einige Antworten:

    Angelika Dorsch schrieb:

    Meinem Eindruck nach braucht es für Trainer tatsächlich so etwas wie eine Honorar Tabelle, wie sie zum Beispiel für Architekten und Ingenieure existiert. Abrechnungen können sich dann daran orientieren und die Auftraggeber erkennen dann auch gleich, ob der Anbieter ein ausgebildeter Trainer oder einer der vielen "ich schreib jetzt mal Trainer in mein Profil" Tausendsasa ist, die nie einen Cent in eine fundierte Trainerausbildung investiert haben.
    Uhh, hier seh ich einen großen Haken:
    Nicht nur die Ausbildung zum Trainer oder Coach macht einen GUTEN Trainer/Coach. Sicher, die Gefahr, auf Vollpfosten zu stoßen, ist bei anerkannten Ausbildungen evtl. geringer, ja.
    Doch die Qualität setzt sich meines Erachtens aus deutlich mehr Faktoren zusammen.

    Anja L. van Offern schrieb:

    Wenn beide Seiten Verantwortung für ihre Preise übernehmen ist es ok. Schräg wird es aus meiner Sicht erst, wenn einer der Beiden anfängt zu stöhnen, zu jammern und sich als Opfer darzustellen.
    Sehr schön - das gefällt mir!! Jammern, Opferhaltung.........
    und ein gerüttelt Maß an NEID erlebe ich häufig. Wenn ein Trainer die Chuzpe hat, hohe Preise zu verlangen, ist er ganz fix in der Schublade "Schaumschläger, Tschakkaaa Typ, Aufschneider...... ich leiste ja im Gegensatz dazu seriöse Arbeit". Da lang ich mir immer ans Hirn, ganz ehrlich.
    Anstatt, dass wir sagen: "Hey, der traut sich was. Unverschämt. Wie macht der das? Das will ich auch können!".

    Das Thema fundierte, seriöse und effektive Eigen-PR ist hier ein wichtiges, oder? Schreibt ja auch Christian Braun.


    D.C.S.E. schrieb:
    Die Trainer-Verbände, die ich kenne, sind klein, zerstritten, und achten vor allem darauf, dass ihr bisschen Zertifizierung auch ja intern geschützt bleibt. Globales Denken und Visionen für den gesamten Berufsstand kenne ich nicht.
    Ooh ja, wie wahr - ist ja bei Coaching Verbänden nicht anders. Solange die nicht begriffen haben, dass Konkurrenz hier kontraproduktiv ist und gemeinsam-sind-wir-stark stattdessen gilt......seh ich diesen Weg als fragwürdigen an.

    *lufthol und Kaffee hol, gleich schreib ich noch was.

    Bis gleich,
    Bettina Stackelberg