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  • Richard Gappmayer
    Richard Gappmayer    Premium Member
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    13 May 2011, 4:11 pm
    Re^8: Geschichten zum NACH-denken
    Der Greis und die Früchte des Baumes

    Ein Unternehmer beobachtete einen schwachen alten Mann, der in einem Obstgarten einen Baum pflanzte.
    Schließlich sprach er den Greis an: „Wenn du in deinem hohen Alter noch Gemüse anpflanzen oder auch etwas bauen würdest, könnte ich das verstehen.
    Aber einen Baum pflanzen, der seine ersten Früchte erst in mehreren Jahren tragen wird, kann ich nicht nachvollziehen.“

    Der Greis erwiderte ihm mit einem Lächeln:
    „Das ist zwar mein Baum, aber ich pflanze ihn nicht für mich. Meine Nachkommen werden die Früchte ernten. So wie meine Vorfahren diesen Obstgarten angelegt haben, der mir reichlich Früchte mein Leben lang geschenkt hat.“

    Der Unternehmer bedankte sich für die Antwort und wurde nachdenklich. Der Greis schien die Gedanken des Mannes zu lesen: „Nun hat mein Baum, der erst in zehn Jahren abgeerntet werden kann, wohl jetzt schon Früchte getragen!“

    Autor unbekannt


    liebe Grüße
    Richard Gappmayer
    http://www.gappmayer-trainings.at
  • Richard Gappmayer
    Richard Gappmayer    Premium Member
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    25 May 2011, 1:32 pm
    Re^9: Geschichten zum NACH-denken
    Fasten des Geistes

    „Bewahre die Einheit deines Willens“, sagte Konfutse, „und höre nicht mit deinen Ohren, sondern mit deinem Geist. Höre nicht mit deinem Geist, sondern mit deinem Ursprünglichen Atem.

    Die Ohren können nicht mehr als hören, die Geisteskräfte können nicht mehr als berechnen. Der Ursprüngliche Atem jedoch wartet leer auf die Dinge.

    Nur durch den WEG kann man Leere ansammeln, und Leere ist das Fasten des Geistes.“



    Zhuangzi: Das Buch der Spontaneität – Über den Nutzen der Nutzlosigkeit und die Kultur der Langsamkeit

    liebe Grüße
    Richard
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  • Richard Gappmayer
    Richard Gappmayer    Premium Member
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    31 May 2011, 3:01 pm
    Re^10: Geschichten zum NACH-denken
    Eine Geschichte fürs Selbst-bewusst-sein

    Der Meister der Tee-Zeremonie

    Auf einer viel belaufenen Straße stieß ein Meister der Tee-Zeremonie eines Tages mit einem schlecht gelaunten Samurai zusammen.

    Der Meister entschuldigte sich sofort, doch der Samurai wollte die Entschuldigung nicht gelten lassen und forderte den Meister zum Duell. Die Tradition verlangte, dass der Meister dieses Duell annahm – ob er nun ein Schwertkämpfer war oder nicht. Die beiden vereinbarten also einen Ort, an dem das Duell stattfinden sollte.

    Der Meister suchte darauf hin einen berühmten Lehrer der Schwertkunst auf. Er erklärte, was ihm widerfahren war und fragte ihn, was er tun müsse, um ehrenhaft zu sterben. Der Lehrer wunderte sich über die ungewöhnliche Frage, willigte aber ein, dem Meister zu helfen. Der Lehrer fragte den kleinen Mann, ob er irgendeine Kunst beherrsche.

    "Ich bereite Tee zu", antwortete dieser.
    "Hervorragend! Dann bereiten Sie mir Tee zu", sagte der Lehrer.

    Der Tee-Meister nahm sofort die entsprechenden Utensilien hervor und begann äußerst konzentriert mit der traditionellen Zeremonie der Teezubereitung.

    Der Lehrer war beeindruckt von der offenkundigen Ruhe des Meisters, obwohl ihm klar sein musste, dass er in wenigen Stunden sterben würde.

    "Sie wissen bereits, wie man würdevoll stirbt", sagte der Lehrer.
    "Ich brauche Ihnen nichts mehr beizubringen."

    Der Tee-Meister verbeugte sich und dankte dem Lehrer der Schwertkunst. In Ruhe packte er seine Utensilien wieder ein und machte sich auf den Weg zu dem verabredeten Ort. Sein Herausforderer wartete schon voller Ungeduld. Der Tee-Meister legte seine Utensilien so vorsichtig auf den Boden, als wolle er sie in ein paar Minuten wieder aufheben. Danach verbeugte er sich respektvoll und mit größter Ruhe vor dem Samurai.

    Der Meister erhob sogleich sein Schwert mit dem Ziel den Samurai zu schlagen, was auch immer passieren möge. Während er ganz konzentriert mit erhobenem Schwert dastand, sah er, wie sich die Augen des Schwertkampf-Experten weiteten. Sie spiegelten zuerst Erstaunen wider, dann Respekt und zum Schluss Angst. Der Schwertkämpfer sah auf einmal keinen kleinen Meister der Tee-Zeremonie mehr vor sich, sondern einen furchtlosen Krieger, der seine Angst vor dem Tod überwunden hatte. Dem Samurai wurde jetzt klar, dass wahrscheinlich nicht sein Gegner, sondern er sterben würde.

    Nach einem kurzen Moment der Besinnung ließ er sein Schwert sinken und bat den kleinen Tee-Meister um Entschuldigung und um die Ehre, von ihm unterrichtet zu werden, denn auch er wollte lernen, seine Angst zu besiegen.

    Quelle unbekannt


    liebe Grüße
    Richard Gappmayer
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  • Ulrich Pommerenke
    Ulrich Pommerenke    Premium Member   Group moderator
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    31 May 2011, 6:43 pm
    Re^11: Geschichten zum NACH-denken
    Vertrauen

    Hoch über dem Marktplatz einer kleinen Stadt
    hatte ein Seiltänzer sein Seil gespannt und machte
    dort oben unter den staunenden Blicken vieler Zuschauer
    seine gefährlichen Kunststücke.

    Gegen Ende der Vorstellung holte er eine Schubkarre
    hervor und fragte einen der Anwesenden:
    „Sagen Sie, trauen Sie mir zu,
    dass ich die Karre über das Seil schiebe?“ –

    „Aber gewiss“, antwortete der Gefragte höflich,
    und auch mehrere andere der Umstehenden
    stimmten der Frage sofort zu.
    „Würden Sie sich meiner Geschicklichkeit anvertrauen,
    sich in die Karre setzen und von mir über das Seil fahren lassen?“
    fragte der Schausteller weiter.
    Da wurden die Mienen der Zuschauer ängstlich.
    Nein, dazu hatten sie keinen Mut!
    Nein, das trauten sie sich und ihm nicht zu.

    Plötzlich meldete sich ein Junge.
    „Ich setze mich in die Karre“, rief er,
    kletterte hinauf, und unter dem gespannten Schweigen
    der Menge schob der Mann das Kind über das Seil.
    Als er am anderen Ende ankam,
    klatschten alle begeistert Beifall.

    Einer aber fragte den Jungen:
    „Sag, hattest Du keine Angst da oben?“
    „O nein“, lachte der,
    „es ist ja mein Vater, der mich über das Seil schob!“







    Quelle
    Kawohl-Verlag 46485 Wesel
    Text übertragen von Maria Lorentz
 
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