Further Education

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  • Steffen Henkel
    Steffen Henkel    Premium Member   Group moderator
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    Schon öfters habe ich auf meinem Blog erfolgreich-veraendern.de darüber geschrieben, dass interkulturelle Seminare und Trainings sinnvoll sind, jedoch bei weitem nicht immer.

    Meiner Ansicht nach werden sie inflationär durchgeführt – oftmals völlig ohne Beachtung der Frage, ob sie in einer jeweiligen Situation Sinn machen oder nicht.

    Für manche Ziele ist die Trainingszeit schlicht zu schade. Wenn es beispielsweise um reine Wissensvermittlung geht, dann bin ich der Ansicht, dass es bessere, nachhaltigere und günstigere Formen gibt, um Wissen zu vermitteln. Bücher, Filme und ähnliches können diese Aufgabe erfüllen.

    Ebenso gibt es eine Reihe von Zielen, die mit Trainings nicht zu erreichen sind. Dazu gehört beispielsweise alles, was mit den Erfahrungen in der internationalen Zusammenarbeit und der Entsendung und vor allen Dingen deren Integration ins eigene Leben angeht.

    Es tauchen dort Fragen auf, die sich im Training nicht vorweg nehmen lassen und die man nur klären kann, wenn es soweit ist. Besser geeignet dafür wären beispielsweise interkulturelle Coachings.

    Warum also werden oft einerseits kostbare Trainingszeit zur Wissensvermittlung aufgewendet und andererseits eine Haltungsänderung oder Verhaltensänderung versprochen, die gar nicht möglich ist? Weshalb suchen wir nicht lieber nach Möglichkeiten die besser sind Expats und international arbeitende Menschen zu unterstützen?

    Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

    Mit freundlichen Grüßen

    Steffen Henkel
  • Bertram Barthel
    Bertram Barthel    Premium Member   Group moderator
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    Hallo!

    Ein interessanter Anstoß. Es ist schon mitunter festzustellen, dass Trainings mitunter da stattfinden, wo sie gar nicht nötig sind - und andererseits bei Firmen, in denen sie dringend gebraucht würden, nicht einmal erwogen werden.

    An sich sollte man die Wichtigkeit solcher Trainings/Coachings aber keinesfalls unterschätzen. Man kann einfach zu viel "falsch machen" im Umgang mit anderen Kulturen. Es wird auch immernoch viel zu viel falsch gemacht, was zu Kommunikationsproblemen und Auftragsabbrüchen führt. Das Bewusstsein für globale Geschäfte muss auch mit einer Sensibilität für verschiedenste Kulturen einhergehen.

    Mit besten Grüßen,

    Bertram Barthel
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  • Steffen Henkel
    Steffen Henkel    Premium Member   Group moderator
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    Hallo Herr Barthel,

    vielen Dank für Ihre Antwort und die Zustimmung.

    Ich hoffe, ich bin nicht so rüber gekommen, dass ich der Ansicht bin, dass Trainings keinen Sinn machen. Ganz im Gegenteil, ich halte Trainings für einen wichtigen Bestandteil von Personalentwicklung, gerade auch in der interkulturellen Weiterbildung.

    Es geht mir vielmehr um den richtigen Einsatz und die Ergänzung durch andere Methoden. Dadurch kann die Wirkung und Nachhaltigkeit deutlich erhöht werden. Die Ergänzung durch ein Coaching beispielsweise unterstützt bei der gewünschten Veränderung.

    Mit besten Grüßen

    Steffen Henkel
  • Steffen Henkel
    Steffen Henkel    Premium Member   Group moderator
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    Sehr geehrte Frau A.M.W.

    vielen Dank für Ihren Kommentar und die Impulse die Sie mir dadurch gegeben haben.

    Meine Erfahrung ist gerade bei der Nachfrage nach interkulturellen Trainings, dass eine andere Herangehensweise als mittels eines Trainings gar nicht angedacht wird. Beratung, die zu wirkungsvolleren Methoden führen würden wird oft eher als Störung betrachtet. Dafür gibt es Gründe, deren Er-gründung mir am Herzen liegt, um darauf entsprechend reagieren zu können.

    Der Schwerpunkt liegt weniger auf der Frage, warum interkulturelle Trainings angeboten und nachgefragt werden, als vielmehr auf dem Wort "inflationär". Oftmals gilt ein interkulturelles Training als Lösung von Problemen, die so gar nicht gelöst werden können. Somit stelle ich nicht das Training an sich in Frage, sondern eher die oftmals unreflektierte Art des Einsatzes.

    Der heiße Tipp hilft mir nicht recht weiter. :) Schließlich geht es darum, einem Kunden - und dazu gehört die/der PersonalerIn - die sich mit einer Anfrage an uns richten.

    Mir geht es um eine Erhöhung der Qualität von interkulturellen Personalentwicklungsmaßnahmen. Dabei möchte ich nicht nur immer weitere an Trainings "rumschrauben" sondern vielmehr mal über den Tellerrand blicken und sehen, wie wir durch eine geeignete "Lernarchitektur" den Job besser machen, internationale Arbeit zu unterstützen. Besondere Beachtung findet dabei für mich, dass das Angebot sowohl für die Teilnehmer als auch für die Personaler passen muss.

    Für Ihr Projekt wünsche ich viel Erfolg. :)

    Mit besten Grüßen

    Steffen Henkel
  • Steffen Henkel
    Steffen Henkel    Premium Member   Group moderator
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    Sehr geehrte Frau B.,

    vielen Dank für Ihren Kommentar. Der durch Ihre Arbeit gewonnene Eindruck ist sehr interessant. Die beschränkte Fähigkeit alleine von Trainings tatsächlich interkulturelle Kompetenzerweiterung zu erreichen, wird auch durch eine Reihe anderer Studien gestützt.

    Dass Trainings nicht die alleinige Lösung für die Schwierigkeiten interkultureller Zusammenarbeit sind, ist mittlerweile common sense - hoffe ich zumindest. Trotzdem sind sie immer noch das Mittel der Wahl - unabhängig davon das es bessere und wirksamere Methoden gibt.

    Es muss also Wirkmechanismen geben, die zu diesem Zustand führen und den status quo aufrecht erhalten. Die Suche nach diesen Mechanismen und die Reaktion darauf wird uns in die Lage versetzen, zukünftig bessere bzw. qualitativ hochwertige Trainings ergänzend einzusetzen - und auch bei den Teilnehmern und Kunden zu platzieren.

    Ein begleitendes Coaching ist eine der Lösungen für eine wirkungsvolle Unterstützung. Probleme werden dann bearbeitet wenn sie auftreten und es erfolgt - wenn man es mit einem guten Coach zu tun hat - eine reflektierte Kompetenzerweiterung.

    Leider ist gerade Coaching etwas, dass im interkulturellen Bereich nur sehr spärlich eingesetzt wird. Zu erklären ist dies durch die schwere Handhabbarkeit und entstehenden Kosten wegen zurück zu legender Entfernungen. Eine Möglichkeit dem zu begegnen bietet das Internet. (Anmerkung: Wir haben auf crossculture-academy.com daher unterschiedliche Möglichkeiten für Coachings angeboten, die Reisen unnötig machen.)

    Interessieren würde mich, inwieweit Beratungsunternehmen den Erwerb interkultureller Kompetenzerweiterung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstützen. Meine Erfahrung ist, dass gerade die international sehr viel eingesetzten Berater da recht alleine gelassen werden. Ich lasse mich natürlich sehr gerne eine besseren Belehren.

    Über Ihre Einschätzung würde ich mich sehr freuen.

    Mit besten Grüßen

    Steffen Henkel
  • Bernd Stelzer
    Bernd Stelzer    Premium Member   Group moderator
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    Hallo Herr Henkel,

    Ich gebe ihnen da völlig recht. Ich gehe noch weiter.
    Wissensvermittlung ist kein Training. Training heißt,
    Neuerlerntes anwenden lernen, lernen neue
    Herausforderungen selbstorganisiert meistern zu können.

    Etwa 80% aller Kompetenzen lernen Menschen nicht in
    Seminaren oder institutionell (Pareto-Prinzip) sondern
    durch tun, erfahren und handeln.
    Interkulturelles Training ist insofern hilfreich, weil oft
    Faktenwissen fehlt. Doch das können sich sogenannte
    initiative Lerner selbst aus Literatur und Internet holen.
    Leider gibt es nur 15% initiative Lerner in Deutschland.

    Große Erfolge feiern derzeit in Deutschland die sogen.
    schriftlichen Lehrgänge, die nur gezielt Faktenwissen liefern
    und keine tutorielle Unterstützung bieten. Eine handvoll
    Lernhefte kosten bis zu € 2.000. Der initiative Lerner fasst
    sich dabei an den Kopf. Der abhängige Lernen nimmt es
    an.

    Herr Henkel, wahrscheinlich sind sie ein initiativer Lerner
    oder gar ein Autodidakt. Jedoch sollten Sie von sich nicht
    auf andere schließen. Pareto lässt grüßen, 80% aller
    Deutschen ticken anders, im Hinblick auf das Lernverhalten.

    Persönlich habe ich den Eindruck,

    .... dass Unternehmen heute fast alles "trainieren" wollen außer
    die Selbstlernkompetenzen der Mitarbeiter, die ich zu den wichtigsten Schlüsselkompetenzen unserer Zeit zähle.
    ... dass Unternehmen alles entwickeln wollen, außer die Lern-
    kultur im Unternehmen selbst.


    Beste Grüße
    Bernd Stelzer
    Berufspädagoge und Trainer
    This post was modified on 21 Jun 2012 at 07:58 am.
  • Steffen Henkel
    Steffen Henkel    Premium Member   Group moderator
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    Hallo Herr Stelzer,

    vielen Dank für Ihren Kommentar, den ich sehr interessant finde, da er mir mal wieder eine ganz andere Sicht auf die Dinge gibt.

    Ich Stimme Ihnen durchweg zu. Im interkulturellen Bereich ist das Wort "Training" zwar üblich, jedoch eigentlich falsch gewählt. "Trainiert" so wie Sie es auch beschreiben, wird dort eigentlich nicht viel. Meiner Erfahrung nach, findet in so einem "Training" viel Wissensvermittlung statt. Darüber hinaus werden dort Ereignisse die im Ausland passieren können simuliert um sie anschließend zu reflektieren.

    Letzteres ist das, was meiner Ansicht nach hauptsächlich passieren sollte. Sogar noch besser ist es, wenn die Trainings stattfinden, wenn bereits einige interkulturelle Erfahrungen gesammelt wurden. So kann tatsächlich Erlebtes reflektiert werden.

    Der Hinweis, dass ich vielleicht von Teilnehmer zu viel erwarte, macht mich sehr nachdenklich. Vielleicht ist das so... Wobei ich schon davon ausgehe, dass die Entsandten, ihre Familien und alle anderen die international arbeiten, einfach ihren Job erleichtert sehen wollen. Dies zu erreichen ist die zentrale Aufgabe für uns Anbieter. Eine geschickte Kombination aus Trainingselementen und anderen Methoden kann dies meiner Ansicht nach, sehr gut erreichen.

    Gerne würde ich dieses Thema - gerade auch die Aspekte der Selbstlernkompetenz vertiefen. Ich hoffe, dazu ergibt sich eine Gelegenheit.

    Beste Grüße

    Steffen Henkel