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  • Was macht einen guten Trainer/in aus? 31 Mar 2008, 9:05 pm

    Liebe Trainerinnen, liebe Trainer!

    In einem Thread hatten wir Diskussionen, was eine gute Trainerin respektive Tainer ausmacht. Nachdem dies nicht ganz zu der Ursprungsfrage passte, hier eine Frage an Euch/Dich/Sie mit der herzlichen Bitte um Beantwortung:

    1. Was macht eine gute Trainerin/einen Trainer in der Erwachsenenbildung aus?
    2. Was macht eine gute Trainerin/einen Trainer in der Kinder- und Jugendbildung aus?
    3.Was hättet Ihr/Du/Sie gerne für einen Lehrer/in in Euren Kinder/Jugendtagen gehabt. Wie hätte Sie/Er unterrichten sollen, oder mit Ihnen/Euch umgehen sollen? Was hättet Ihr Euch gewünscht?

    Vielen herzlichen Dank für Eure Mitarbeit, Euer feedback!


    Herzliche Grüße
    Daniela Baumgartner
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  • Re: Was macht einen guten Trainer/in aus? 31 Mar 2008, 9:42 pm

    Liebe Frau Baumgartner,

    1. Was macht eine gute Trainerin/einen Trainer in der Erwachsenenbildung aus?
    Ich denke,

    - Empathie für die Teilnehmer, um aus deren Warte auf den Lehrstoff zu blicken
    - die Fähigkeit, teilnehmerbezogen den Ablauf zu gestalten
    - das Wissen, das Wissen nicht weitergegeben werden kann und dementsprechende Konzepte
    - das Selbstbewusstsein, nicht im Mittelpunkt stehen zu müssen
    - der volle Handwerkskoffer systemisch-konstruktivistischer Lernmethodik
    - die Gabe zuzuhören
    - die Stärke Inhalte mit Erfahrungshorizonten zu verknüpfen
    - reflektierte eigene Lernerfahrungen
    - das ausgeprägte Vermögen, "echtes" Feedback zu geben
    - Respekt vor dem Anderen, Bedingung Respekt vor sich selbst
    - umfassende eigene Erfahrungen mit dem Inhalt
    - reflektierte Vorurteile (da vorurteilsfrei nicht im Angebot ist)
    - Abkehr vom "Besserwisser"
    - Zulassen können anderer Lösungen
    - Humor

    2. Was macht eine gute Trainerin/einen Trainer in der Kinder- und Jugendbildung aus?
    M.E.
    - alles obige in verschärfter Form
    - Zugang zu den Kids, ohne Anbiederei
    - Kompetenzen eines "digital Natives"
    - Vorbild

    3.Was hättet Ihr/Du/Sie gerne für einen Lehrer/in in Euren Kinder/Jugendtagen gehabt. Wie hätte Sie/Er unterrichten sollen, oder mit Ihnen/Euch umgehen sollen? Was hättet Ihr Euch gewünscht?
    Ich hatte Glück, ich hatte ein paar gute.
    Ansonsten wie oben, oder aber z.B. wie im Konzept der PHORMS-Schule. Wünschte ich mir für meinen Filius.

    Vielen herzlichen Dank für Eure Mitarbeit, Euer feedback!
    Gerne, bin gespannt

    Herzlichst

    Nils J. Engelhard
  • Re: Was macht einen guten Trainer/in aus? 31 Mar 2008, 11:18 pm

    Sehr geehrte Frau Baumgartner,

    "was macht einen guten Trainer aus?" ist Ihre Frage. Ich bin froh, dass diese nicht so leicht beantwortet werden kann, denn gäbe es das Patentrezept hätten wir schnell ein paar wenige Gurus zusammen, die aller Wahrscheinlichkeit nach dieses Rezept gnadenlos ausschöpfen würden. Um strategisch an diese Frage heranzugehen müssen wir ja zuerst einmal unterscheiden, wen ich als Teilnehmer vor mir habe, entweder den freiwilligen und sehr wahrscheinlich motiviert- , veränderungsbereitschaften oder den seitens eines Unternehmens zugesendeten Teilnehmer, bei dem die Änderungsbereitschaft eher nicht so weit oben angesiedelt ist. Zentraler Punkt bei der Weiterbildung, dem Training oder wie wir das auch immer nennen möchten ist ja das Thema "ÜBERZEUGEN" und nicht "Überrreden". Und wenn Sie mir jetzt verraten können, wie ich mein pubertierendes Kind davon überzeugen kann, abends um 7. 00 Uhr freiwillig ins Bett zugehen, dann haben Sie das Geheimrezept. Unter Überzeugung verstehe ich, dass Meinungen, Anregungen etc. eines anderen ohne inneren Widerstand akzeptiert, bzw. übernommen werden. Alles andere ist praktisch Überredung. Und diese Praktiken kennen wir aus der Erziehung. Erst die Argumentation, "wenn Du um 7.00 Uhr ins Bett gehst, dann schreibst Du morgen auch eine gute Mathearbeit", nächster Schritt die Belohnung, " wenn Du abends um 7.00 Uhr ins Bett gehst, dann darfst Du am Samstag bis 10.00 Uhr die Simpsons schauen, eskalierender Schritt.,
    " wenn Du abends nicht um 7.00 Uhr ins Bett gehst, darfst Du am Wochenende nicht die Simpsons sehen". Kennen Sie das?? Alles überzeugend gemeint aber überredend angewendet.
    So, was kann einen guten Trainer ausmachen? Ersteinmal NICHT: Überall Liebkind zu sein, denn er hat auch eine Anforderung dem Auftraggeber gegenüber und der sendet nicht immer seine besten Schäfchen ins Training. Man muss es sich auch leisten können, unangenehm zu sein, wenn man im Unternehmenssinne tätig ist. Klar, gibt oft ein negatives Feedback oder gar Auftragsverlust ( Aber dann ist das ganze Unternehmen noch nicht bereit!!!!) Es bringt nichts für den Trainer und den Auftraggeber, wenn es heisst: " Das war echt ein ganz Toller aber letztendlich hat sich nicht viel geändert" oder wenn die anderen Mitarbeiter nach absolvierter Schulung sagen: " Ach der/die war gerade auf einem Training aber warte mal ab, in 5 Tagen ist der / die auch wieder normal". Ich kann nicht davon leben, ein guter Clown zu sein. Aber wenn ich es schaffe, mit meinen Mitmenschen kritisch, motivierend, hinterfragend und zielgerichtet zu arbeiten und diese Mitmenschen Ihren eigenen Benefit erkennen, dann nähere ich mich in meinem Verständnis zur Beantwortung Ihrer Frage. Warum ich das hier jetzt noch am Abend schreibe ist, dass ich schon zu viele Kollegen/innen kennengelernt habe, die mit solch absolut zur geistigen Demenz tendierenden "Eisberg - Modellen" als der Weisheit letzter Schluss und der höchsten Stufe der geistigen Erkenntnis (natürlich auf eigenem Mist gewachsen) heute noch in ihre Veranstaltung rennen und am Ende dieser, triefend nach Anerkennung ihre Feedbackbögen ( "Umgang mit der Gruppe") aufsaugen.

    Damit wünsche ich eine gute Nacht und liebe Grüsse

    Stephan Kutscher
  • Re^2: Was macht einen guten Trainer/in aus? 31 Mar 2008, 11:52 pm

    Moin Herr Kutscher,

    sind Sie sicher?

    Stephan J. Kutscher schrieb:
    Zentraler Punkt bei der Weiterbildung, dem Training oder wie wir das auch immer nennen möchten ist ja das Thema "ÜBERZEUGEN" und nicht "Überrreden".
    Zeugt "Überzeugen" nicht von "Ich habe mehr Zeugen als Du und damit Recht"?
    Ist Training in der Position "bezeugte" Wahrheiten zu vertreten, zu vermitteln?
    Das was Sie sonst vertreten, konnte ich ganz gut nachvollziehen - das hier klingt mir etwas "old fashioned", wenn Sie gestatten.

    Das auch Trainer in Erziehungsfragen scheitern dürfen (Wenn Du jetzt nicht Zähneputzt, fällt der Film heute aus) ist eine ganz andere Frage - weil scheitern zum Lernen dazugehört...

    denkt

    Nils J. Engelhard
  • Re^3: Was macht einen guten Trainer/in aus? 01 Apr 2008, 03:08 am

    Nils J. Engelhard schrieb:

    Stephan J. Kutscher schrieb:
    Zentraler Punkt bei der Weiterbildung, dem Training oder wie wir das auch immer nennen möchten ist ja das Thema "ÜBERZEUGEN" und nicht "Überrreden".
     
    Zeugt "Überzeugen" nicht von "Ich habe mehr Zeugen als Du und damit Recht"?

    Hallo Herr Engelhard,

    a)
    ich denke, im Training geht es immer auch ums überzeugen, allerdings nicht
    in der Urbedeutung aus dem 16. Jhdt, sondern in der modernen
    Bedeutung, wo es einfach nur darum geht, dafür Sorge zu tragen, dass die
    Teilnehmer überzeugt sind, d.h. "sicheren glauben, begründete ansicht haben".
    (Als Zeuge für die Bedeutungen :-)) : Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm. Leipzig: S. Hirzel 1854-1960).

    Dass gerade deswegen der Weg "Ich habe mehr Zeugen als Du und damit Recht"
    eben zum Überzeugen fast immer der schlechtere ist, finde ich auch.

    Ist Training in der Position "bezeugte" Wahrheiten zu vertreten, zu vermitteln?
    b)
    sollten wir nicht vergessen, dass mengenmäßig Trainings mit dem Auftrag der
    ausdrücklichen Vermittlung einigermaßen präzise zu fassender Wahrheiten, im Sinne
    von „Stand des wiss. Diskurses“,
    sicher nicht zu vernachlässigen sind, und da kommen dann auch die Zeugen,
    also Literatur, ins Spiel, oder?

    Es geht ja im Trainingsbereich nicht nur um Persönlichkeitsentwicklung.

    c)
    fällt mir während ich dies schreibe die Standard-Trainer-Methode (mein Erleben) ein, um zu
    überzeugen: „Eine Studie hat gezeigt, dass“.
    Ich bin überzeugt, bevor es auch nur die Hälfte der behaupteten Studien gibt, können Elefanten fliegen.

    Bisschen abgeschweift :-))

    Herzliche Grüße aus Hamm

    Timm Reinisch
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  • Re^4: Was macht einen guten Trainer/in aus? 01 Apr 2008, 08:38 am

    Moin Herr Reinisch,


    Timm Reinisch schrieb:

    sollten wir nicht vergessen, dass mengenmäßig Trainings mit dem Auftrag der ausdrücklichen Vermittlung einigermaßen präzise zu fassender Wahrheiten, im Sinne
    von „Stand des wiss. Diskurses“,
    sicher nicht zu vernachlässigen sind, und da kommen dann auch die Zeugen, also Literatur, ins Spiel, oder?
     
    Es geht ja im Trainingsbereich nicht nur um Persönlichkeitsentwicklung.

    Im Prinzip ja, die Frage bleibt ob der Trainer so agiert:

     
    c)
    fällt mir während ich dies schreibe die Standard-Trainer-Methode (mein Erleben) ein, um zu
    überzeugen: „Eine Studie hat gezeigt, dass“.

    oder einen (mich) methodisch mehr "überzeugenden" Weg zu bieten hat, denn

    Ich bin überzeugt, bevor es auch nur die Hälfte der behaupteten Studien gibt, können Elefanten fliegen.
    Ich auch.

    Herzlichst

    Nils J. Engelhard
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  • Re^2: Was macht einen guten Trainer/in aus? 01 Apr 2008, 09:08 am

    Das unterschreib ich vorbehaltlos!

    herzlichst

    NJE
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