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Danny Bonewitz Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Afghanistan: Deutsche Polizeiausbilder bei Anschlag verletzt
In Nordafghanistan hat ein Selbstmordattentäter einen Anschlag auf ein Fahrzeug deutscher Polizeiausbilder verübt. Sieben Menschen wurden verletzt. Deutschland ist im Rahmen der EU-Polizeimission mit etwa 60 Ausbildern in Afghanistan im Einsatz. Geheimdienste warnen seit einiger Zeit vor der zunehmenden Radikalisierung des Landes.
In Nordafghanistan hat ein Selbstmordattentäter einen Anschlag auf ein Fahrzeug deutscher Polizeiausbilder verübt und sieben Menschen verletzt. Unter den Verletzten waren drei Ausbilder und ihr afghanischer Dolmetscher, wie eine Sprecherin der EU-Polizeimission in Afghanistan, Andrea Angeli, erklärte. Anderen Angaben zufolge wurden nur zwei Deutsche verletzt.
Die Ausbilder waren in einem gepanzerten Fahrzeug im Norden der Provinz Kundus unterwegs, als ganz in der Nähe ein Auto explodierte. Ein Sprecher des Gouverneurs von Kundus sagte, auch drei vorbeigehende Schulmädchen hätten Verletzungen erlitten. Das Fahrzeug sei zerstört worden.
Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums in Berlin sagte, noch sei unklar, ob das Fahrzeug der Beamten von einem Attentäter angegriffen wurde oder ob ein Sprengsatz explodiert sei.
Ein Sprecher der EU-Polizeiausbilder sagte, die Deutschen und der Übersetzer seien nur leicht verletzt worden. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam teilte mit, die Bundeswehr sei nicht in den Vorfall verwickelt gewesen. Deutsche Soldaten würden jedoch bei der Bergung und Versorgung helfen.
Deutschland ist im Rahmen einer europäischen Polizeimission Eupol mit bis zu 60 Ausbildern in dem Land vertreten und hat die Führung des Einsatzes inne.
Die Mission soll nach dem Willen der EU bald aufgestockt werden. Ursprünglich hatte die Gemeinschaft lediglich 200 Ausbilder angeboten, um in Afghanistan Polizisten zu trainieren. Doch laut einem Beschluss von Ende Mai sollen nun doppelt so viele Experten an den Hindukusch geschickt werden. Auch Berlin entsendet mehr Beamte. Die internationale Gemeinschaft erhofft sich, dass das krisengeschüttelte Land möglichst bald mit einer eigenen Armee, einer verlässlichen Justiz und gewissenhaften Polizisten eigenständig für Ordnung sorgen kann. "Selbsttragende Sicherheit" nennt das Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU), der das deutsche Kontingent auf "über 100" Personen aufstocken will.
Eupol berät afghanische Ausbilder, die dann wiederum einheimische Polizisten im Land schulen. In fünf Jahren soll auf diese Weise eine verlässliche Polizei von mehr als 80.000 Afghanen stehen.
Die westlichen Geheimdienste registrieren momentan eine zunehmende "Irakisierung“ Afghanistans. „Der Brennpunkt der Auseinandersetzungen mit den islamistischen Terroristen hat sich vom Irak nach Afghanistan verlagert“, berichtete ein hochrangiger Geheimdienstler.
Besonders die Terrororganisation Al-Qaida habe in jüngster Zeit viele ihrer Kämpfer vom Irak zur Unterstützung der Taliban nach Afghanistan geschickt. Die neue Schnelle Eingreiftruppe der Bundeswehr am Hindukusch werde „viel zu tun bekommen“. Die Taliban haben angekündigt, in diesem Jahr mehr Selbstmordanschläge zu verüben. Im Norden des Landes sind solche Angriffe bislang jedoch relativ selten vorgekommen. Die Kämpfe konzentrieren sich vor allem auf den Süden und Osten des Landes.
Quelle: welt.de
- 06 Jul 2008, 1:17 pm
