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Danny Bonewitz Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Deutsche Soldaten bei Anschlag in Afghanistan verletzt
Deutsche Soldaten bei Anschlag in Afghanistan verletzt
Sonntag, 16. November 2008, 12:47 Uhr
Berlin/Kabul (Reuters) - Bei einem Anschlag auf eine deutsche Patrouille in Afghanistan sind am Sonntagmorgen nach Bundeswehrangaben zwei Soldaten verletzt worden.
Einer von ihnen habe leichte, der zweite schwerere Verletzungen erlitten, teilte die Bundeswehr mit. Der Angriff habe sich in der Provinz Baghlan ereignet, die südlich der Provinz Kundus liegt.
Zur Art des Anschlags gab es unterschiedliche Angaben. Während das Einsatzführungskommando in Potsdam von einer Sprengfalle sprach, ging die afghanische Polizei von einem Selbstmordattentäter aus. Der Angreifer sei mit seinem Wagen in einen deutschen Konvoi gerast, erklärte die Polizei. Dabei seien ein Zivilist getötet und zwölf weitere verletzt worden. Auch ein deutscher Soldat sei verwundet worden.
Der schwerer verletzte deutsche Soldat wurde nach Angaben der Bundeswehr im ungarischen Lager Pol-i-Khomri nahe der Stadt Baghlan ärztlich versorgt. Ein Sprecher des Einsatzführungskommandos in Potsdam erklärte, zur Schwere der Verletzungen könne er noch nichts sagen. Die Soldaten seien zwischen den Bundeswehr-Lagern in Kundus und Masar-i-Scharif unterwegs gewesen. Auch die Provinz Baghlan gehört zum deutschen Verantwortungsbereich im Norden Afghanistans.
Seit Beginn des Bundeswehr-Einsatzes am Hindukusch sind 30 deutsche Soldaten umgekommen. Zuletzt wurden Ende Oktober bei einem Selbstmordanschlag auf einen deutschen Konvoi in der Unruhe-Provinz Kundus zwei Bundeswehr-Soldaten getötet. Schon Ende August war in der Region um Kundus ein deutscher Soldat bei einem Anschlag mit einer Sprengfalle ums Leben gekommen. Derzeit sind knapp 3700 deutsche Soldaten am Hindukusch im Einsatz.
- 16 Nov 2008, 2:03 pm
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Sascha Rauschenberger Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re: Deutsche Soldaten bei Anschlag in Afghanistan verletzt
Die Strecke Baghlan-Kunduz ist eine Nahtstelle für den Nord-Süd-Verkehr in Nord-AFG auf der sog. Ringstrasse. Im Zuge der Reformation der Polizei wurde u.a. die sog. Highway-Police 2006 abgeschafft. Diese Polizeitruppe (damals insg. ca. 5000 Mann) besserten ihr 50 Dollar-Monatseinkommen durch Zwangsabgaben an CPs auf. Inzwischen muss damit gerechnet werden, dass Teile dieser Truppe, soweit nicht in die reguläre ANP oder ANA übernommen, andere Aufgaben wahrnehmen. Also Überfälle auf Transportverkehr, Talibanaktivitäten, örtliche Mafia, ...
Darüberhinaus kommen immer wieder Wanderprediger in diesen Bereich, die mit Geld (und netten Worten) Anschläge "einkaufen".
Die Strecke südlich Kunduz (südlicher Entrypoint Kunduz 15 km nach Süden) ist die bevorzugte Anschlaggegend, da das Gelände diese Angriffe, gerade bei Dunkelheit oder Dämmerung begünstigt.
Anschläge auf Allianz-Truppen werden als Drohung verstanden. Sie dienen nicht dazu wirklich töten zu wollen. Sondern eher als Argument, dass ISAF nicht alles angeht, was da passiert, da momentan alte Warlords nach der Schwächung von Dosdum (Nordallianz) ihre Claims neu abstecken. Und das auf afg. Art.
Mit dem Einbruch des Winters wird diese Aktivität aber abnehmen, da selbst Fanatiker ungerne mit Sandalen und mieser Ausrüstung bei minus 25 Grad durch die Landschaft rennen. Allerdings sollte im Frühjahr mit Beginn der Schalfmohnanbauarbeiten die Aktivität wieder sprunghaft ansteigen.
- 27 Nov 2008, 5:01 pm
