Online lernen

Online lernen

Posts 11-13 of 13
  • Meinrad Rombach
    Meinrad Rombach    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    Hallo Frau Ress,
    hallo Herr Hilgenstock,

    Ralf Hilgenstock schrieb:
    Webinare sind für mich Web-Seminare. Der Begriff wird - was ich ärgerlich finde, missbraucht als Web-inform (Webinformationsveranstaltung). Sie sprechen mir aus dem Herzen. Der Titel dieses Thread hat mich nicht dazu animiert, den Inhalt zu lesen, da es mich immer ärgert, wenn amerikanische Begrifflichkeiten via Marketingbla in die Europäische Lernkultur einsickern und die Bedeutung allein deshalb schon unscharf wird, weil das Wort (Seminar) dort etwas anderes meint als bei uns.

    Lore Reß schrieb:
    Stimmt, daher spreche ich lieber von Online-Trainings (wie vor der Webinar-Mode), wenn es um Schulungen/Trainings geht.
    Mode ist gut - wieder ein Begriff aus der Phrasendreschmaschine des medial vermittelten Lernens, wie wir sie seit nunmehr 15 Jahren kommen und gehen sehen. Umso mehr sind wir Praktiker dazu aufgerufen, die neu geschaffenen Worthülsen dort mit korrekter Bedeutung zu versehen, wo es nötig ist (ich würde mich nicht beschweren, wenn jemand seinen Blog nicht zum Tagebuch-Schreiben verwendet).

    Auch für die guten Tipps will ich mich bedanken, die sicher teilweise auch für Web-Infos, Web-Meetings, Web-Kurse, Web-Kongresse, Web-Symposien, Web-Zeremonien, Web-Erlebnispädagogik, Web-Erkundungstouren, etc etc
    wertvoll sein können, nicht nur für Web-Seminare.

    Die meisten Tipps betrachten ja einfach nur das Medium (mir graust es bei "virtuelle Klassenzimmer" - ich nenne es mal ganz undeutsch Live-Online-Space) und die Situation derjenigen, die es zum ersten Mal benutzen ( was z.B. die Gesamtdauer angeht, zählt auch Erfahrung auf Teilehmerseite).

    Natürlich sind die Veranstalter von Web-Infos (um mal bei dem Begriff zu bleiben) selten daran interessiert, dass Teilnehmer untereinander chatten (man bevorzugt dafür auch Systeme, die es erlauben, die Teilnehmerliste und Teilnehmerzahl zu verstecken). So ein Klassiker ist das Format:
    Erstmal Präsentation mit begleitender Einweg-Fragensammlung per Chat an den Moderator, anschließend akustische Beantwortung der Fragen, die aufgelaufen sind.
    Bei so einer Struktur ist es klar, dass die Präsentation kurz sein muss, viel kürzer, als bei Formaten mit mehr Interaktion (Ein Web-Seminar ist hoffentlich keine Web-Vorlesung ;-))

    Wir haben hier die eiserne Regel aufgestellt: Nach spätestens 5 Minuten müssen die Teilnehmenden zu einer Eigen-Aktivität aufgefordert werden, sonst schwindet die Konzentration (die will ich gern zu 100% behalten). Wie man das hinkriegt, so dass es nicht langweilig oder aufgesetzt wirkt, das ist eine Frage der oben genannten Erfahrung. Hier finden sich ja einige gute Beispiele für Interaktionen.

    Beisteuern möchte ich noch, dass man ( wenn es die Plattform zulässt ), durchaus auch das Malen auf dem gemeinsamen Whiteboard als Interaktion einsetzen kann. Ich animiere die Teilnehmer gern, zu Beginn mit ihrem Pointer mal zeigen, wo auf einer Landkarte sie sich gerade aufhalten.

    Mit passend gestalteten Whiteboards kann man wunderbare Gruppeninteraktionen auslösen (z.B. aus der Metaplan-Technik: Jeder Teilnehmer "klebt" seinen "Klebepunkt" auf eine Stelle des Whiteboards, die seine Meinung in einer Umfrage repräsentiert).

    Ich rate aber unerfahrenen e-Moderatoren. e-Tutoren, e-Trainern, e-Coaches,e-Dozenten, e-Seminarleitern und allen sonstigen Lernprozessgestaltern in Live-Online-Spaces davon ab, derartig freizügige Gruppen-Interaktionen ganz alleine auszuprobieren. Tun Sie sich zu einem Tandem zusammen und geben Sie sich gegenseitig Feedback, nicht nur während (das kann man im Chat sicher so einstellen, dass es die Teilnehmenden nicht sehen) als auch danach (ich würde allein schon dafür immer eine Aufzeichnung mit laufen lassen).

    <OT>
    Ob man eine solchermaßen konzentrierende Veranstaltung dann noch als "Web-Seminar" bezeichnen darf, ist allerdings eine (nicht ganz ernst gemeinte) Frage. Eines ist aber sicher:
    In Zukunft wird es weitere Veranstaltungsformate geben, die so nur in der Online-Welt funktionieren, also keine 1:1 Übernahme von Präsenzmethoden mehr sind. Dem menschlichen Wunsch nach Begriffen, die an Bekanntes anknüpfen, muss dann wohl weiterer Tribut gezollt werden, insbesondere, wenn nicht nur Lern-Profis, sondern auch Marketing-Experten auf dem weißen Fleck in der Landkarte rumrennen.
    </OT>

    Herzliche Grüße v.
    Meinrad Rombach
  • Lore Reß
    Lore Reß
    The company name is only visible to registered members.
    Hallo Herr Rombach,

    Live-Online-Space: gibt's denn keinen passenden deutschen Ausdruck?

    Gerade wieder erlebt: Die Rede war von einem "virtuellen Klassenzimmer". Für 6 von 7 Teilnehmern war klar, das ist ein virtueller Raum für Live-Online-Sessions. Für einen war zunächst das "virtuelle Klassenzimmer" der "Kursraum" auf der Lernplattform. Bei der Erwähnung von "VC" - virtual classroom - kam das "Ach so".

    Lore reß
  • Meinrad Rombach
    Meinrad Rombach    Premium Member   Group moderator
    The company name is only visible to registered members.
    Liebe Frau Reß
    Lore Reß schrieb:
    Live-Online-Space: gibt's denn keinen passenden deutschen Ausdruck?
    ... das ist ein virtueller Raum für Live-Online-Sessions.
    Im LOS geht´s LOS ... LOL

    Ich ringe wirklich mit mir, jedes Mal ;-) denn
    Xing schreibt dauernd:
    Die Spracheinstellung dieses Forums ist Deutsch. Bitte achten Sie darauf, > dass Ihr Artikel in dieser Sprache verfasst ist.
    Unseren Videokonferenzraum, in dem bis zu 16 Teilnehmer gleichzeitig auf dem Schirm zu sehen sind, nannten wir in den 90ern schon "Fern-Begegnungsstätte", "Tele-Kooperations-Zentrale" oder "Lern-Sozialraum" - da graust es mich, das aufzuschreiben, aber die Teilnehmenden fanden das regelmäßig erhellender als englisches Vokabular wie MCU (Multipoint Conferencing Unit) oder Video Conference Call...
    und je nachdem, wen man fragt, steht VC auch mal für videoconferencing.


    Mal im Ernst: Live-Online-Session ist so schlecht nicht als Oberbegriff für das, was ein synchroner multimedialer Gruppen-Interaktionsdienst heute leistet. Ich rege mal an, es dabei zu belassen und zur Begrifflichkeits-Schärfung einen separaten - hmm - Strang in diesem Forum aufzumachen.

    Herzliche Grüße