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  • Landingpage. Warum eigentlich? 15/10/2009, 17h02

    Wir arbeiten gerade an einer neuen noch besseren Version unserer Startseite. Oberstes Ziel ist die Erhöhung der Conversion Rate für Neuanmeldungen ;)

    Besonderer Augenmerk gilt dabei Interessenten, die über unsere Google Adwords Kampagnen auf die Seite gelangen. Zuerst haben wir überlegt, dafür eine spezielle Landingpage einzurichten. Aber eigentlich sollte doch die Startseite einer jeden Website die Funktion einer Landingpage übernehmen. Von daher ist es nur konsequent, die Seite an die speziellen Bedürfnisse von Neukunden auszurichten. Das wichtigste auf einen Blick. Und vor allem eine
    neue und einfache Ein-Klick-Registrierung. Wer will schon lästige Daten eintippen, um eine Online-Software zu testen? Genau! Niemand!

    Seien Sie gespannt. Wir werden den aktuellen Fortschritt hier
    veröffentlichen.

    Weitere Infos unter:
    http://cleverelements.posterous.com/neue-startseite-in-arbei...

    Was sind Ihre Erfahrungen mit Landingpages? Wir freuen uns über Kommentare!

    Mit freundlichen Grüßen

    Manuel Kistner
  • Re: Landingpage. Warum eigentlich? 18/10/2009, 17h21

    Manuel Kistner schrieb:

    Adwords Kampagnen auf die Seite gelangen. Zuerst haben wir überlegt, dafür eine spezielle Landingpage einzurichten. Aber eigentlich sollte doch die Startseite einer jeden Website die Funktion einer Landingpage übernehmen. Von daher ist es nur konsequent, die Seite an

    Grüß Sie Her Kistner,


    Startseite als Landeseite? Das ist doch wenig professionell.

    Auf der Landeseite verkaufen Sie - entweder eine Dienstleistung, ein
    Angebot, ein Produkt oder sonst was.

    Ziel einer Landeseite:
    Der Besucher soll "Ja, ich will ..!" sagen und auf den Bestellknopf
    klicken.

    Deshalb werden aus einer Landeseite alle Navigationselemente
    und alle weiteren "störenden" Elemente entfernt, die sonst auf
    einer Startseite vorherrschen.

    Der Besucher muss zielsicher zum "Ja! geführt werden. Alles
    andere ist zum Fenster raus geschmissenes Geld.


    Hier lesen Sie weiteres dazu:
    http://www.mairoth.com/landeseite.html



    Auf Wiedersehen, -hören, -lesen
    herzlichst aus Nürnberg

    Guenther P. Mairoth
  • Re^2: Landingpage. Warum eigentlich? 19/10/2009, 15h54

    Hallo Herr Mairoth,

    Auf der Landeseite verkaufen Sie - entweder eine Dienstleistung, ein
    Angebot, ein Produkt oder sonst was.

    Vollkommen richtig. Bei Clever Elements haben wir auch nur ein Produkt, das wir verkaufen. Nämlich unsere Online-Software. Und die wollen wir natürlich jedem Besucher ans Herz legen, egal woher er kommt. Ob er also von einer Google-Anzeige auf unsere Seite geleitet wird, oder die URL direkt eintippt, ist in unseren Augen vollkommen egal.

    Ziel einer Landeseite:
    Der Besucher soll "Ja, ich will ..!" sagen und auf den Bestellknopf
    klicken.

    Das soll er doch immer. Dafür gibt es unsere Portalseite schließlich.

    Deshalb werden aus einer Landeseite alle Navigationselemente
    und alle weiteren "störenden" Elemente entfernt, die sonst auf einer Startseite vorherrschen.

    Punkt 1: Die Navigationselemente halte ich auch durchaus auch auf einer speziellen Landingpage sinnvoll. Man kann nicht alle Infos auf dieser Seite unterbringen. Nur die wichtigsten. Klar, sollte man diese Infos so aufbereiten, dass man in wenigen Sekunden alles erfährt. Einige Leute wollen jedoch detaillierte Informationen. Und die können dann Verlinkungen bzw. die Navigation benutzen.

    Punkt 2: "Störende Elemente" sollten auf KEINER Website vorhanden sein. Auch nicht auf einer normalen Startseite. Daher sollte - zumindest halte ich dies für uns sinnvoll - die normale Startseite ebenfalls sofort zum Kauf oder besser gesagt zur Registrierung für Neukunden führen.


    Der Besucher muss zielsicher zum "Ja! geführt werden. Alles
    andere ist zum Fenster raus geschmissenes Geld.

    Wie oben schon erwähnt, sollte dies nicht nur das Ziel einer speziellen Landingpage, sondern das Ziel der gesamten Website sein. Eine Landingpage macht daher nur Sinn, wenn das Unternehmen verschiedene Produkte anbietet und ein ganz spezielles gezielt bewerben möchte.

    Unsere Portalseite http://www.cleverelements.com hat das einzige Ziel, Neukunden zu gewinnen. Und zwar für unser einziges Produkt.

    Was würde in diesem Fall denn die Startseite von einer Landingpage unterscheiden?

    Freue mich natürlich auf Ihr Feedback.

    Mit freundlichen Grüßen

    Manuel Kistner
  • Re^3: Landingpage. Warum eigentlich? 07/11/2009, 11h50

    Sehr geehrte Herren,

    ich darf als Rechtsanwältin die Angelegenheit einmal von einer ganz anderen Seite aus beleuchten.

    Im Jahre 2008 hatte das OLG Frankfurt über einen Fall zu entscheiden, in dem ein Anbieter einen Service im Internet anbot. Der User konnte auf der Homepage selber nirgendwo klar und eindeutig sehen, dass er mit dem Anklicken einer Checkbox einen kostenpflichtigen Vertrag einging; das ergab sich nur ganz versteckt aus den AGB, die man per Link anklicken konnte (OLG Frankfurt 6. Zivilsenat, Urteil vom 04.12.2008, Az.: 6 U 187/07).

    Das OLG Frankfurt entschied zurecht - quasi auf einem "Nebenkriegsschauplatz", denn in der Hauptsache ging um den sehr, sehr teuren Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht und die Preisangabenverordnung - dass es sich bei so einem Fall um arglistige Täuschung handelte (sog. "Kostenfalle") und der "Vertrag" jedenfalls anfechtbar war mit der Wirkung, dass er so behandelt wurde, als sei er von Anfang an nie geschlossen worden.

    Diese Prämissen gelten übrigens auch im B2B-Geschäft.

    Nun gehen die Probleme aber erst richtig los. Auf der einen Seite der Skala haben wir also die "Kostenfalle". Dem User werden dabei alle möglichen Informationen um die Ohren gehauen und die Tatsache, dass er einen Vertrag schließt, worüber er einen Vertrag schließt und zu welchem Preis, befindet sich dermaßen versteckt irgendwo an einer Stelle, wo niemand hinguckt, dass ein derartiger "Vertrag" zumindest angreifbar ist.

    Auf der anderen Seite der Skala haben wir eine ordentliche Landingpage mit einer Checkbox. Daneben steht klar und deutlich, worum es geht: Inhalt des Vertrages, Preis, evtll. Laufzeit. Wenige, gut sichtbare Sätze, große Schrift, auf der Mitte des Bildschirms positioniert. Der User klickt die Checkbox aktiv an und erklärt sich so mit dessen Inhalt einverstanden.

    Und dazwischen liegt eine weite, weite Grauzone, zu der noch viele fleißige Juristen ihren Senf geben werden.

    Ich persönlich halte die Lösung mit der Landingpage - unter bestimmten Voraussetzungen - für eine der sichersten Möglichkeiten, soweit darin allen Anforderungen der Preisangabenverordnung, des allgemeinen Wettbewerbsrechts, des Verbraucherschutzrechts usw. usf. entsprochen wird und alle wesentlichen Vertragsbestandteile gut sichtbar sind - auch, salopp gesagt, für Blinde und für Doofe.

    Weil es daneben so gut wie nichts zu lesen gibt, eignet sich die Landingpage i.d.R. nicht nur für Doofe, sondern sogar auch für ganz Doofe (auf Kundenseite! Und davon gibt es ja genug). Landingpages, die auch ganz Doofen den Vertragsschluss klar machen und allen übrigen gesetzlichen Vorgaben entsprechen, sind rechtlich kaum angreifbar. Also wirtschaftlich effizient.

    Das ist besonders praktisch unter der Prämisse, dass seit dem Urteil des OLG Frankfurt einen regelrechten "Hype" zu verzeichnen ist von Kollegen, die nun alle Verträge angreifen, die im Internet geschlossen wurden und die der Kunde jetzt doch wieder loswerden will, obwohl er die Widerrufsfrist verbummelt hat. Ständig geht es um das Thema Kostenfalle (das in den meisten Fällen bloß vorgeschoben ist. Aber das schützt vor Ärger nicht).

    Natürlich kann auch ein Vertragsschluss über eine normale Homepage rechtssicher sein, das ist klar. Solange eben auch für ganz Doofe klar erkennbar ist, was sie da gerade für eine Erklärung abgeben, wenn sie etwas anklicken. Und solange man all die übrigen Bestimmungen befolgt, die sich der Gesetzgeber zu solchen Vertragsschlüssen ausgedacht hat (und schließlich auch noch darauf achtet, dass alles schön beweisbar ist).

    Allgemeiner Anhaltspunkt: je klarer und deutlicher die Vertragsbestandteile zu erkennen sind, zu denen der User sein Jawort abgibt, desto besser. Denken Sie einfach an den schönsten Tag in Ihrem Leben und fragen Sie Ihren potenziellen Kunden (sinngemäß): "Wollen Sie wirklich diesen Vertrag über diesen Gegenstand zu diesem Preis inkl. MwSt. mit dieser Laufzeit und diesen zusätzlichen Versendungskosten mit uns abschließen, so antworten Sie: ja, ich will." Und fragen Sie weiterhin: "Akzepieren Sie, dass diese unsere AGB [Link] und diese unsere Datenschutzbestimmungen [Link], die sie gelesen und sich zu Herzen genommen haben, Bestandteil des Vertrages werden, den wir nun gemeinsam abschließen möchten, in guten wie in schlechten Zeiten, so antworten Sie: ja, ich will." Und dann, erst dann, übersenden Sie Ihrem neuen Kunden eine Bestätigungsmail.

    Die Erfahrung zeigt, dass solche Verträge NIE schiefgehen. [Ironie vorbehalten.]

    In diesem Sinne wünscht viel Erfolg und wenige Rechtsstreitigkeiten
    Maren Wullkopf LL.M.
    Rechtsanwältin
  • Re^4: Landingpage. Warum eigentlich? 07/11/2009, 12h56

    P.S.: ob nun im Einzelfall eine Checkbox oder ein Bestellknopf betätigt werden, ist natürlich vollkommen gleichgültig. Wichtig ist, dass der Kunde etwas Aktives tut und deutlich erkennt, wozu der lustige bunte Button o.ä. gut ist.

    Maren Wullkopf LL.M.
    Rechtsanwältin

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