Electronic Music

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  • Ralf Busch
    Ralf Busch    Premium Member
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    Dann will ich mal der erste sein ...
    ... zumindest habe ich noch eine ganze Menge alter Knall- und Zuschbüchsen in einer Ecke meines Büros stehen, die ich alle Jahre gerne mal wieder spiele. Allem voran steht mein bestes Stück, die Roland W-30 Sampling Workstation, meiner erster eigener Sampler, den ich mir nach 2 enttäuschenden Jahren auf dem CZ-5000 vom Munde abgespart habe und 1988 zu Beginn meines Studiums gegönnt habe. 3 Jahre habe ich im Grunde jede freie Minute mit dieser einzigartigen Allroundmaschine verbracht, ca. 200 Soundsets erstellt und mehr als 60 Songs in den Sequencer gebastelt. Leider investierte ich damals nicht in ein gutes Mischpult und gute Effektgeräte. Deshalb klang die W-30 im Vergleich zu Korgs M1 und den Roland Synths und anderen immer langweilig und nach Mono. Erst ein Jahrzehnt später sollte sie als Klangmaschine eine späte Wiedergeburt erleben. Zunächst verabschiedete ich mich vom Sampling der 80´iger Jahre und machte mit Yamahas TG´s und einigen Korgs weiter meinen Wavepop. MItte der 90´iger war dann erst einmal Schluss mit der Musik. 4 Jahre Enthaltsamkeit standen an. Irgendwann 1999 kam ein Freund mit einem "alten-neuen" vollausgebauten Akai S1100 HD vorbei. Wir spielten ein wenig damit und stellten ihn dann für die Ewigkeit bei mir ab. Mir fiel ein neues Yamaha Digitalpult in Hände sowie ein Fostex Harddiskrecorder. Ich war wieder infiziert. Sogleich musste ein Roland S-760 im Vollausbau her, um meine alte Roland S-Library ins "Jetzt " (Stereo 44,1 kHz) zu holen. Siehe da, SCSI funktionierte im Netzwerk und so teilten sich ein EMU Ultra, ein S-760 und ein XV-5080 (Full Sample Play Option) meine alte Library, Weitere 15 GB Sounds habe ich in den folgenden Jahren gesammelt, translator-ed und selbst gesampelt, alte Rolands wegen der Libraries gekauft und wieder verkauft, Emu´s, Akai´s und Yamahas gesammelt, gesampelt und wieder entrümpelt. Jetzt steht mein Rack (customized) und ist mit all den Instrumenten und mir leibgewonnen Sounds gespiegelt in meiner eigenen Logic Library - für immer spielbereit an jedem Ort der Welt in einem MacBook Pro und mit einem Radium 49 Keys. Natürlich bilden meine Sampler nach wie vor den Kern meiner Inspiration - Was ein Computer nicht vermag - Der S-50 Sampler mit DT-100, weil er der Schönste ist, die W-30, weil ihrer Zeitlosigikeit weit voraus, S-550 und S-760 mit ihren fantastischen Möglichkeiten, Emu´s Ultra wegen der 32 Midikanäle der 16 Adat out, der Verträglichkeit mit beinahe allem, System 4.71 und Beatmunging, der S 1100 HD,auf dem wir "Move any Mountain" nachgespielt haben, Da wäre noch der Yamaha A 4000 mit seinem unglaublichen Klang. Leider konnte ihn kein Mensch wirklich bedienen - vielleicht bekomme ich das noch einmal hin und zu guter letzt der XV-5080, der mit seinen Produktionsmöglichkeiten und mit seinen Erweiterungen (JV-,SRX-Boards und der Sampleplay Option) schon in keinem Rack fehlen sollte. 128 Stimmen, 32 Midikanäle sowie ca. 400 MB Sounds machen ihn unschlagbar. Ich habe echt viel herum getüftelt und feststellen müssen, das Klangschrauben mehr mein Ding ist, als in einer Band zu spielen. Dafür bin ich heute da wo ich immer war, nicht am Ende, sondern am Anfang ... rein subjektiv gesehen und gesampelt.

    In diesem Sinne keep on playing Ralf
    This post was modified on 13 Oct 2008 at 10:25 pm.
  • Stefan Schulz
    Stefan Schulz    Premium Member   Group moderator
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    Re: Dann will ich mal der erste sein ...
    Hallo Ralf!

    Erstmal ein herzliches Willkommen!
    Ist ja eine ganz schöne Latte Hardware, die durch deine Hände gegangen ist.
    Vertreibst du deine Sounds eigentlich auch oder schraubst du nur zum Spaß? Bin da ja ziemlich ungelenk, was Synthprogrammierung angeht.

    Gruß, Stefan
  • Ralf Busch
    Ralf Busch    Premium Member
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    Re^2: Dann will ich mal der erste sein ...
    Hallo Stefan,

    das ist eigentlich mein Hobby. Da ich mich auch sehr gut mit den Emu´s (ESI, EIV und Ultra´s) auskannte, wurde ich dort häufig um Rat gebeten und habe auch schon die ein oder andere Auftragsarbeit gemacht.
    Zu Zeiten der W-30 haben wir viele Sounds gemacht (vor allem M1, D 50 und Wavestation). In den letzten Jahren kamen dann noch vereinzelt Anfragen zum XV 5080. Aus meiner Sicht ist die ganze Sache mit der Samplerwelt heute ziemlich verworren. Es gibt 2 Gruppen von Anwendern. Die eigentliche Anwendergruppe, die schon vor dem PC-Zeitalter damit gearbeitet hat und sich auskennt und die Newcomer, die irgendwo ein elektronisches Instrument geschossen hat und die Komplexität dieser "alten" Soundsysteme nicht begreifen kann.

    Das ist keine Beleidigung, das liegt in der Natur der Sache. Alles ist heute "All-in-one" So war das früher aber nicht. Du hattest eine Idee, die du sofort spielen wolltest aber erst ca. 15 - 20 Minuten später waren die Maschinen hochgefahren und hatten Ihre Sounds geladen und dann ... war die Idee vielleicht schon wieder weg. Und in Zeiten, wo man schon 1 GB oder mehr Bread&Butter Sounds mit jeder Soundkarte erhält, fängt doch keiner mehr das Basteln an. Wir haben früher für ein 3 Minuten Stück einen Tag gebraucht. Per Drag & Drop hast du heute deinen Song in einer Stunde eingespielt. Ein bisschen Anpassung und noch die Sounds getauscht. Effekte drauf, abgemischt und fertig. Vielleicht, wenn vorhanden wird mal ein Schieber auf einem Keyboard mit einem Controller synchronisiert und mal eine Welle vertauscht ansonsten ...? Wer hat denn heute noch die Zeit, einen Sampler an seine Grenzen zu bringen? Ich hatte vor 20 Jahren Ideen (weil Zeit), die ich nicht umsetzen konnte (weil kein Geld). Also mussten 14,4 Sek bei 30 kHz und 16 Stimmen ausreichen, um im Pingpong Verfahren einen Song auf ein Tapedeck aufzunehmen. Das war tricky und das Ergebnis klang im Cassettendeck im Auto gut. Die Cassetten habe ich noch :-).

    Was mich heute wirklich interessieren würde, wäre ein Workshop (live und via Internet, auch bei Xing), in dem wir uns mal verdrahten und mit den alten ehrwürdigen Maschinen unter Zuhilfenahme der modernen Medien ein Klang- und "Erklärungsprojekt" auf die Beine stellen, um nicht nur uns sondern auch anderen mal zu zeigen, was heute noch so geht und das beispielsweise ein Roland S-330 mit Maus zum VK von 29,50 € (letzte Woche noch in einem Internet-Auktionshaus gesehen) etwas sehr unterbewertet ist. Wenn es eine Möglichkeit gibt, etwas für diese Art der Klang-Kultur zu tun, wäre ich sofort dabei. Viele Grüße aus dem Bergischen Land Ralf
  • Stefan Schulz
    Stefan Schulz    Premium Member   Group moderator
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    Re^3: Dann will ich mal der erste sein ...
    Das mit dem Sounddesign ist ja sicherlich auch eine Fähigkeit, die man hat oder nicht. Die technische Seite ist wohl erlernbar, wozu ich bislang wohl nicht so den Draht gefunden habe. Und ob da was Hörbares bei rauskommt hängt vom entsprechenden Talent für Sounds ab. Auf der anderen Seite, muss ein guter Sounddesigner auch nicht unbedingt das Talent zum Komponieren besitzen. Das sind für mein Verständnis zwei ziemlich unabhängige Fähigkeiten.
    Mein N264 hat ja auch schon einige Jahre auf dem Buckel, aber irgendwie fand ich für den Korg oder für diverse andere Soft-Synths immer ausreichend Presets, die nur wenig Anpassung bedurften. Versuche, selbst neue Sounds zu kreieren, scheiterten bisher, vielleicht auch an meiner Unwissenheit über die einzelnen Faktoren des Sounds und wie diese zusammenarbeiten. Man kann sich hier viel einlesen, aber das brachte mich irgendwie nicht zu dem gewünschten Ergebnis.
    Deine Aussage bezüglich Songerstellen ist sicherlich verallgemeinernd zu verstehen. Für mich kann ich sagen: Zusammengeklickt wird da nix. Und ein Track braucht bei mir auch schon einige Wochen inklusive Reifeprozess. Wobei ich allerdings auch eher Synthsounds und Instrumentensamples einsetze und keine Loops etc. Und wohl auch, weil es keine Pop- oder Tanzmusik ist.

    Was Workshops angeht, ja, daran hatte ich auch schon mal gedacht. Über die Seite http://www.sequencer.de (birgt u. a. eine sehr reichhaltige Synth-Datenbank) wird ja auch etwas in dieser Richtung angeboten. Aber dann fehlt mir immer wieder der Wille, die entsprechende Zeit dafür zu erübrigen.

    Wie sieht es denn mit deiner kompositorischen Seite aus? Gibt es da was zu hören?

    Gruß, Stefan
  • Ralf Busch
    Ralf Busch    Premium Member
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    Re^4: Dann will ich mal der erste sein ...
    Hallo Stefan,

    danke für deine Antwort. Das war auch nur prinzipiell gemeint. Der Rechner in der All-in-one Position ermöglicht das schnelle "Zusammenklicken" eines Songs. Das ist es, was mit der damaligen Technik so nicht möglich war. Wer hier wie lange an was arbeitet, ist für mich bedeutungslos. Es kommt ja auf das Ergebnis an und das eigene Gefühl, etwas getan oder geschaffen zu haben. Es ging mir nur um das Verständnis für das "Alte", da sich das "Moderne" davon ableitet.


    In der Tat wäre es interessant, mal ein paar Sounds zu präsentieren, die unique sind; vielleicht in einer Komposition. Kann man hier Audiodaten ablegen? Ansonsten würde ich eine Seite programmieren und ein paar Sounds, Samples und einen Song ablegen und dann verlinken. Dann könnten wir weitermachen.

    Viele Grüße Ralf
  • Stefan Schulz
    Stefan Schulz    Premium Member   Group moderator
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    Re^5: Dann will ich mal der erste sein ...
    Ralf Busch schrieb:
    danke für deine Antwort. Das war auch nur prinzipiell gemeint. Der Rechner in der All-in-one Position ermöglicht das schnelle "Zusammenklicken" eines Songs. Das ist es, was mit der damaligen Technik so nicht möglich war. Wer hier wie lange an was arbeitet, ist für mich bedeutungslos. Es kommt ja auf das Ergebnis an und das eigene Gefühl, etwas getan oder geschaffen zu haben. Es ging mir nur um das Verständnis für das "Alte", da sich das "Moderne" davon ableitet.
    Da hast du sicher Recht. Früher wurde einiges einfach auf Tape aufgenommen und für verschiedene Spuren dann halt eigene Tapes. Am Ende geht es natürlich darum, ob einem das Produzierte gefällt oder nicht. Aber alleine der Computer hat es zum Beispiel mir ermöglicht, mein Hobby Musik auszuleben. Es geht schon schneller, die Routineaufgaben wie Aufnehmen und Mischen zu erledigen, und Zeit ist leider ein wichtiger Faktor bei knapper Freizeit.

    In der Tat wäre es interessant, mal ein paar Sounds zu präsentieren, die unique sind; vielleicht in einer Komposition. Kann man hier Audiodaten ablegen? Ansonsten würde ich eine Seite programmieren und ein paar Sounds, Samples und einen Song ablegen und dann verlinken.
    Hier auf Xing wüsste ich keine Möglichkeit. Aber es gibt ja zahllose Plattformen im Netz, die so etwas anbieten. Sei es http://www.myspace.com, http://www.archive.org, http://www.soundsnap.com und so weiter. Ansonsten reicht natürlich auch ein Webserver-Verzeichnis mit Links zu den Datein hier im Forum.

    Gruß, Stefan
  • Pieter Paßmann
    Pieter Paßmann
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    Re^6: Dann will ich mal der erste sein ...
    Also ich selber bin momentan nur Softwaremäßig unterwegs. Ich benutze den XT sequenzer der immer auf den Beat CDs mit kommt x) Man kann auhc die komplette Version kaufen für wenig Geld und ich besitze noch eine Cubase LE Version. An VSTs benutze ich alles was sich gut anhört. Am meisten jedoch Vanguard, Nexus, miniMOOG und Z3t4 plus. Alles sehr gute Softwaresynths mit sehr vielen Einstellmöglichkeiten :> Desweiteren habe ich über das letzte Jahr eine 14 GB schwere SampleDB angelegt, in der alles mögliche drin steckt. Von über 1000 Variationen des Amenbreaks bis hin zu 55 verschiedene Goakicks x) und dann noch jede Menge Acid Jazz und IDM zeugs und alles womit sich Elektronische Tanzmusik erstellen lässt.
    Ich denke im Moment mir Ableton Live oder FL Studio zu besorgen. Hat da jemand Erfahrungen? Ich will mir auch einen padKONTROL von Korg und die RMX Console von Hercules anschaffen um damit aufzulegen x) Ich spiel auch noch Gitarre und sample diese selber mit dem Audiointerface in meinem Effektgerät (Zoom G2.1u)

    MfG
  • Stefan Schulz
    Stefan Schulz    Premium Member   Group moderator
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    Re^7: Dann will ich mal der erste sein ...
    Hallo Pieter,

    das Stichwort heißt hier glaube ich "Tanzmusik". Ist natürlich jetzt verallgemeinert, aber im Gegensatz zur Elektronischen Musik wird im Bereich elektronischer Tanzmusik mehr mit Samples und Loops gearbeitet, was die softwaremäßige Bearbeitung fördert. Ist somit vom Aufbau auch geradliniger und die Herausforderungen werden in anderen Bereichen gesucht als Flächen und Klangkollagen in verbindung mit Harmonien zu bringen, wie es bei EM üblicherweise der Fall ist (abgesehen von experimentellen Stücken vielleicht).
    Ableton habe ich mir nur kurz mal angesehen, das hat für mich nicht funktioniert. Kann ich aber nicht an etwas speziellem festmachen. Habe immer noch Cubase SX2 und überlege gerade, auf Sonar umzusteigen oder mir ein Update auf Cubase 4 zu gönnen.

    Gruß, Stefan
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