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Michael Zander Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^8: Google Street View - Alles Hysterie oder ernsthafte Bedrohung?
Martin, der Link auf das Bild sollte keinesfalls meine Meinung zum Ausdruck bringen. Ich bin bei Twitter drüber gestolpert und finde es witzig. Ich halte es für eine gelungene Satire, die die derzeitige Hysterie auf die Schippe nimmt.
Wenn ich einfach nur die Ausgangsfrage beantworten soll, habe ich eine klare Antwort: Hysterie. Das soll aber nicht bedeuten, dass Street View bedingungslos toll ist. Ich verstehe die gegenwärtige Diskussion nicht ganz. Die Satellitenbilder von Google Earth fanden alle toll und jeder hat sich mal angeschaut, wie sein Haus von oben aussieht. Seit Jahren halten sich die Gerüchte, dass Google nicht nur die Kommunikation über Google Mail indexiert, sondern auch die Dokumente, die mit den Office-Applikationen von Google erstellt werden. Ich bin sicher, dass das stimmt, wobei die Daten derzeit noch nicht genutzt werden. Sie liegen aber für den sofortigen Einsatz bereit, interne Erkenntnisse werden sicher schon heute daraus gezogen. Auch über die Webmaster- und Analysetools von Google werden Unmengen von Daten gesammelt und genutzt oder für eine spätere Nutzung eingelagert. Welche weiteren Daten unbemerkt im Hintergrund erfasst und ausgewertet werden, kann man nur erahnen. Das nur als Beispiele, es gibt noch mehr.
Aufgrund der beschriebenen Dinge steht die "Datenkrake" Google schon seit Jahren in der Kritik. Diese kam bisher in erster Linie aus IT- und Onliner-Kreisen. Mit Street View hat sich das geändert. Jetzt wird auch an Stammtischen diskutiert und die BILD macht das Thema massenkompatibel. Witziger Nebeneffekt ist, dass die Gegner sich in der Zeitung mit vollem Namen und Foto vor Ihrem Haus zeigen lassen.
Sehr wichtig finde ich den Hinweis auf Facebook & Co. Letztendlich sind es diese Dienste, die Google mit Unmengen an persönlichen Daten versorgen. Und das tun sie nicht mit bösartigen Mitteln, sie stellen lediglich die Daten zur Verfügung, die ihre User freiwillig und aktiv dort hinterlegen. Ich bin sicher, dass viele, die jetzt gegen Street View wettern, an anderen Stellen im Netz ganz private Dinge preisgeben, die weitaus schützenswerter sind, als eine Außenaufnahme eines Wohngebäudes.
Weil es angesprochen wurde auch noch ein Wort zu Amazon. Dort sehe ich die Probleme ein wenig anders. Natürlich sammeln die auch Daten in enormem Umfang. Sie geben diese aber nicht weiter oder veröffentlichen sie. Die Kundendaten werden genutzt, die Angebote besser auf den Kunden abstimmen zu können. Neben der Darstellung der Produkte, die andere Kunden kombiniert haben, erstellen sie unter anderem auch Interessen-Profile. Wenn ich zum Beispiel Bücher zum Thema Datenschutz gekauft habe, werden mir beim nächsten Besuch wieder Titel aus diesem Bereich vorgeschlagen. Selbst die Newsletter können so individualisiert werden. Diese Art der Optimierung auf Interessen finde ich toll. Voraussetzung ist allerdings, dass sie alles für den Schutz der Daten tun und sie nicht an andere Unternehmen verkaufen.
Eigentlich wollte ich nur ganz kurz antworten. Das geht bei dem Thema aber nicht. Man könnte stundenlang darüber diskutieren. Vielleicht sollten wir diesen Thread als Anlass für ein Gruppen-Treffen nehmen, bei dem wir dann Auge in Auge darüber diskutieren - es gibt sicher viel zu sagen. Hat jemand Interesse, Ideen, Vorschläge?
- 23 Aug 2010, 10:32 am
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Anke Bellingen Premium Member Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Re^12: Google Street View - Alles Hysterie oder ernsthafte Bedrohung?
Eine interessante Diskussion, die sich da entwickelt hat.
Was Google macht ist tatsächlich das Anhäufen von Daten um letztlich Macht ausüben zu können. Wie und in welcher Form diese Macht schließlich zur Geltung kommt, können wir alle noch nicht einschätzen. Und darin liegt wohl das Risiko. Alle persönlichen Daten, die wir bisher mehr oder weniger freiwillig abgeliefert haben, sind öffentlich und nicht mehr zu wiederrufen. Und es ist schon erstaunlich, wie bereitwillig viele Menschen - auch Erwachsene - private und persönliche Daten ins Netz stellen.
Ich selbst gehe mit dem Thema Datenschutz einigermassen entspannt um und bin auch eher der Meinung, dass man nicht zu hysterisch reagieren sollte. Google Street View selbst finde ich für mich nicht übermässig bedenklich. Bei Google Earth sieht man unser Haus von oben, bei Street View von vorne. Ok.
Wichtig ist wohl, dass die nachfolgenden Generationen lernen, Risiken im Internet einzuschätzen und sich zu schützen. Wie sich der Umgang mit dem Internet weiterentwickelt., kann ich mir heute noch gar nicht vorstellen. Neulich habe ich auf irgendeiner Homepage Werbe-Pop-ups verschiedener Anbieter von Schuschränken gesehen. Vorher habe ich über Google nach Schuhschränken im Netz gesucht. Da komme ich an einen Punkt, der im Ansatz Beklemmungen auslöst.
Eine andere Begenbeheit (zum Thema Datenschutz allgemein) hat mich ebenfalls erschreckt: Beim Besuch eines Sonnenstudios forderte mich die Dame am Counter freundlich auf, meinen Fingerabdruck am biomethrischen Gerät abgeben. Die Begründung war, dass jede Besonnung protkolliert werden müsse da der Sonnenbank-Besuch für unter 18-Jährige verboten sei. Aber ich könnte ja einen Beschwerde-Bogen ausfüllen wenn mich das stören würde. Ich habe mich darauf höflich bedankt, keinen Bogen ausgefüllt, keinen Fingerabdruck abgegeben und das Sonnenstudio gewechselt.
Viele Kunden drücken brav ihren Finger aufs Gerät und schwupp - sammelt der Inhaber des Sonnenstudios die persönlichsten Daten überhaupt. Whow!!
Danke an Frau S. für diese Infos:
Dank NoScript im Firefox surfe ich ohne Google-Begleitung, dank scroogle.org suche ich ebenalls ohne von Google dabei kartografiert zu werden, und Bilder kann man auch mit ixquick.com finden.
Das werde ich zukünftig gerne verwenden. Allerdings: Auch damit bewegen wir uns im Netz und tauschen Daten aus.
Viele Grüße
Anke Bellingen
- 26 Aug 2010, 10:53 am
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