Erfurter Koepfe

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  • Therese Baum
    Therese Baum    Premium Member   Group moderator
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    Streit um Erfurter Stasi-Gedenkstätte
    Im Dauerstreit um die geplante Stasi-Gedenkstätte in der Erfurter Andreasstraße drohen ehemalige Häftlinge jetzt mit einem Boykott der Museumsarbeit. Der Vorsitzende des Vereins "Freiheit e.V.", Joachim Heise, sagte am Freitag, sollte das Kulturministerium nicht auf die inhaltlichen Forderungen seines Vereins für die Gestaltung der Dauerausstellung eingehen, stünden die ehemalige Häftlinge als Zeitzeugen nicht zur Verfügung.
    Gefängnis: Jugend-Stasi-Knast Andreasstraße

    Der Verein liegt seit Monaten mit dem Kulturministerium im Clinch. Beide hatten konkurrierte Konzepte für die künftige Gedenkstätte vorgelegt. Das Konzept des Ministeriums sieht vor, originale Häftlingszellen als Zeugnis für den Stasi-Terror zu erhalten und in einem Museumsteil das Stasi-Thema als Teil der DDR-Geschichte umfassend darzustellen. Die Häftlinge fühlen sich vom Ministerium übergangen. Ihrer Meinung nach würden auf den geplanten 250 Quadratmetern Ausstellungsfläche zu viele Themen angerissen - und dem Thema Haft zu wenig Platz gewidmet. Eine Gedenkstätte nach diesem Konzept könne "in jedem x-beliebigen Haus" installiert werden, so Heise. Der Verein pocht zudem auf einer öffentlich-rechtlichen Stiftung als Träger der Gedenkstätte. Nur so sei die öffentliche Kontrolle über deren Gelder und inhaltliche Arbeit gesichert.

    Der Verein "Freiheit e.V." hatte sich Anfang der 2000er-Jahre erfolgreich gegen einen Abriss des leerstehenden Gefängnisses eingesetzt und Ausstellungen und Führungen angeboten. 2009 gründete dann der Freistaat eine Stiftung für die Andreasstraße. Im vergangenen Jahr besetzten noch einmal mehrere frühere Häftlinge das Haus, um ein größeres Mitspracherecht einzufordern. Das Land gibt für die Gedenkstätte fünf Millionen Euro aus.
    5.000 politische Gefangene

    Das Gefängnis wurde von 1874 bis 1879 für die Häftlinge des Landgerichts Erfurt errichtet und seither bis 1952 als Gerichtsgefängnis genutzt. Anschließend war der Bau bis 1989/90 Haftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit für den Bezirk Erfurt. Zwischen 1945 und 1989 waren dort mindestens 5.000 politische Gefangene inhaftiert.

    Quelle: http://www.mdr.de/

    Viele Grüsse und einen guten Wochenstart
    Ihr Erfurter Köpfe Team