Erfurter Koepfe
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Katharina Novoselov Group moderatorThe company name is only visible to registered members.Thüringer Unternehmen unter Korruptionsverdacht
Thüringer Unternehmen unter Korruptionsverdacht
von Ludwig Kendzia
Erneut steht ein Thüringer Unternehmen unter Korruptionsverdacht bei Geschäften in Osteuropa. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Erfurt bestätigte dem MDR THÜRINGEN, gegen die PE Polymer Engineering GmbH in Rudolstadt zu ermitteln. Gegen drei Verdächtige wurde bereits Anklage erhoben. Ihnen wird Bestechlichkeit vorgeworfen. Nach MDR-Informationen handelt es sich um die Geschäftsführer des Unternehmens und einen Industrievermittler aus der Nähe von Erfurt.
Die PE Polymer Engineering GmbH erklärte in einer Stellungnahme, dass gegen zwei leitende Mitarbeiter ermittelt werde. Für die Vorwürfe gebe es aus Sicht des Unternehmens aber keinen Anlass.
Möglicherweise Schmiergeld in die Ukraine
Die Staatsanwaltschaft Erfurt hat dagegen Hinweise, dass die Beschuldigten für einen Großauftrag in der Ukraine knapp 700.000 Euro Schmiergelder bezahlt haben. Dabei ging es um die Lieferung einer Anlage zur Herstellung von Kunststoffprodukten mit einem Wert von rund 23 Millionen Euro. Auslöser der Ermittlungen war ein Tipp der Finanzbehörden, die bei Steuerprüfungen Zahlungen an verschiedene Briefkastenfirmen entdeckt hatten. Über diese Tarnfirmen sollen die Schmiergelder an Entscheidungsträger in der Ukraine geflossen sein. Eine wichtige Rolle soll dabei auch eine Bank im lettischen Riga spielen. Dem Landeskriminalamt liegen dazu umfangreiche Konto- und Finanzunterlagen aus Lettland vor.
Bereits mehrere Korruptionsfälle in Thüringen
Damit sind in diesem Jahr bereits drei Fälle von millionenschwerer Korruption von Thüringer Firmen bei Osteuropa- und Zentralasiengeschäften bekannt geworden. Bereits im Mai machte der MDR THÜRINGEN Ermittlungen gegen zwei Rohrbauunternehmen aus Sondershausen und Nordhausen öffentlich. Frühere Mitarbeiter der Firmen Isoplus und German Pipe stehen bei Pipelinegeschäften mit kasachischen Energieunternehmen unter Korruptionsverdacht. Die Ermittler gehen davon aus, dass dabei rund drei Millionen Euro an Schmiergeldern geflossen sind. Auch in diesem Fall gehörte ein Industrie-Vermittler zu den Beschuldigten. Er soll geholfen haben, die Lieferungen zu planen und die Bestechungsgelder zu tarnen. Der Kasache, der auch einen deutschen Pass besitzt, saß deshalb Ende vergangenen Jahres sogar einige Wochen in Thüringer Untersuchungshaft.
Ein zweiter Fall war Anfang Juni bekannt geworden. LKA-Fahnder durchsuchten damals die Konzernzentrale der Analytik Jena AG. Manager des Tochterunternehmens AJZ Engineering GmbH stehen unter Korruptionsverdacht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Erfurt geht es um rund zehn Millionen Euro Schmiergeld, die gezahlt wurden, um an Aufträge für medizinische Großprojekte in Russland zu gelangen. Die AJZ Engineering ist vor allem in Osteuropa aktiv. Im Juni 2006 gab die Firma auf einer Wirtschaftsreise des Thüringer Ministerpräsidenten den Zuschlag für einen Großauftrag an der Moskauer Uni bekannt. Im März 2010 meldete die AJZ einen 20 Millionen Euro Auftrag in der russischen Republik Tatarstan. Die Analytik Jena AG hält 49 Prozent der Anteile bei der AJZ.
Gelesen auf:
http://www.mdr.de/thueringen/mitte-west-thueringen/7844114.h...
- 08 Nov 2010, 10:43 pm
