Erfurter Koepfe

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  • Katharina Novoselov
    Katharina Novoselov    Group moderator
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    Weniger Geld für "Geprüfte Qualität" aus Thüringen
    Thüringen will bei seiner Lebensmittel-Werbung drastisch kürzen. Die Referatsleiterin für Agrarmarketing im Landwirtschaftsministerium, Steffi Rudelt, sagte dem MDR THÜRINGEN JOURNAL, der dafür geplante Etat halbiere sich im neuen Haushalt. Deshalb würden Veranstaltungssponsoring und Presseanzeigen gestrichen. Dabei geht es auch um die Werbung für besondere Qualitäts-Siegel, beispielsweise auf Lebensmitteln.
    Firmen sollen Rest selbst zahlen

    Es sei zu befürchten, dass die Bekanntheit und Bedeutung der Lebensmittel-Siegel darunter leide, sagte Rudelt. Um das zu verhindern, müssten nun die Nahrungsmittel-Firmen in die Bresche springen und darüber hinaus benötigtes Geld "in eigener Initiative aufbringen". Dem widerspricht Roman Leitl, der Geschäftsführer der Greußener Salami- und Schinkenfabrik GmbH. Er sagte, vor allem die kleinen Thüringer Unternehmen hätten "nicht die Ertragskraft dafür" und bauten auf die Unterstützung des Landes.

    Studie fordert mehr Geld

    Das Thüringer Umweltministerium hatte in diesem Jahr erstmals unabhängig die Arbeit des Agrarmarketings bewerten lassen. Das Ergebnis steht im Gegensatz zum jetzigen Kürzungswillen: Es wird eine finanzielle Aufstockung empfohlen, da das Agrarmarketing "deutlich unterbudgetiert" sei. Zudem seien Thüringer Produkte trotz vielfältiger Maßnahmen "kaum außerhalb Thüringens im Handel vertreten", stellt das Gutachten fest. Das Qualitäts-Siegel "Geprüfte Qualität – Thüringen" hat laut der Studie zudem die "mit einigem Abstand deutschlandweit geringste Marktbedeutung", im Vergleich mit Kennzeichnungen anderer Bundesländer.

    Siegel an weitere Unternehmen vergeben

    Unterdessen dürfen 25 weitere Thüringer Unternehmen zukünftig mit dem Qualitätszeichen "Geprüfte Qualität Thüringen" werben. Sie stammen aus den Bereichen Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie Gartenbau und haben am Montag vom Thüringer Landwirtschaftsministerium entsprechende Verträge und Urkunden überreicht bekommen. Das Siegel kann beispielsweise für Produktverpackungen genutzt werden, um die Kunden auf regionale Produkte mit besonderer Qualität hinzuweisen.

    Hintergrund: Regionale Siegel

    Ein Bundesland darf laut den EU-Bestimmungen nicht ohne Weiteres Werbung für Produkte einer Region machen. So musste das Thüringer Siegel bereits wegen eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs verändert werden. Die ursprüngliche Marke "Original Thüringer Qualität" war 2002 verboten worden, weil es auf keine besonderen Qualitäts-Standards hingewiesen hatte und nur auf die Regionalität abzielte. Neben dem Siegel "Geprüfte Qualität – Thüringen" existiert im Freistaat noch ein zweites Logo, mit dem Namen "Thüringer Original". Dieses Siegel ist eine Ergänzung für Wurst-Produkte.

    Einen Videobeitrag finden Sie auf: http://www.mdr.de/thueringen/7736001.html